Trotz der Corona-Krise gab es im ersten Halbjahr 2020 weniger Krankschreibungen als im Grippejahr 2018. (Symbolfoto)
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Trotz der Corona-Krise gab es im ersten Halbjahr 2020 weniger Krankschreibungen als im Grippejahr 2018. (Symbolfoto)

Analyse des ersten Halbjahres

DAK-Gesundheitsreport für Osthessen: Trotz Corona-Krise weniger Krankschreibungen als im Grippejahr

Krankschreibungen in der Corona-Krise: Der Krankenstand in den Landkreisen Fulda und Vogelsberg ist im ersten Halbjahr 2020 leicht gesunken. Das geht aus dem DAK-Gesundheitsreport 2020 hervor, den die Krankenkasse am Montag vorgelegt hat.

Osthessen - Die Zahl der Erkrankungen nahm demnach während der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozentpunkte ab. Mit 4,6 Prozent gab es in der Region einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt, der bei 4,2 Prozent gelegen hatte. Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag von 1000 Arbeitnehmern 46 krankgeschrieben. Im gesamten Vorjahr 2019 betrug der Krankenstand im Landkreis Fulda und dem Vogelsbergkreis 4,8 Prozent. Der höchste Krankenstand 2019 in Hessen wurde mit 5,2 Prozent in den Landkreisen Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg verzeichnet, der niedrigste mit 3,6 Prozent in Frankfurt.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Fulda und den Vogelsbergkreis – für den Report waren die beiden Kreise zusammen betrachtet worden – zeigt die Entwicklung des Krankenstandes im vergangenen Jahr und die wichtigsten Veränderungen im ersten Halbjahr 2020 auf. Hier werde deutlich, so die Autoren, wie sich die Anzahl und Dauer der Krankschreibungen während der Corona-Krise im ersten Halbjahr verändert hätten.

DAK-Report: Weniger Fehltage wegen Atemwegskrankheiten als im Grippejahr

Die sogenannten Fehltage, die auf Diagnosen im Bereich Atmung zurückgingen, sanken während dieses Zeitraums am stärksten von allen Diagnosen um mehr als sieben Prozent. Die meisten Ausfalltage entfielen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenleiden gehören. Sie stiegen um vier Prozent an und verursachten damit erneut den größten Anteil am Krankenstand in der Region. Gestiegen waren ebenfalls die Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen: Es wurde ein Plus von neun Prozent registriert.

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Besonders im Blickfeld stehen Atemwegserkrankungen aufgrund der Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses, wonach sich Patienten mit Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai – zugleich die Hochzeit der ersten Welle der Corona-Pandmie – telefonisch krankschreiben lassen konnten. Die Auswertung des DAK-Gesundheitsreportes für das erste Halbjahr 2020 zeigt für den Landkreis Fulda und den Vogelsbergkreis, dass die Fehltage bei Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar von 139 Tage je 100 Versicherte auf 155 Tage zunahmen, aber immer noch unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018 lagen (185 Tage).

Krankenstand in Osthessen in der Corona-Krise gesunken

„Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind“, sagt Christian Beser, Chef der DAK-Gesundheit in Fulda. „Wir müssen nicht nur bei Covid-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein wichtiger Fortschritt.“

Der DAK-Gesundheitsreport für den Landkreis Fulda und den Vogelsbergkreis analysierte neben dem ersten Halbjahr 2020 auch die Fehlzeiten des vergangenen Jahres. Die Vollauswertung des gesamten Jahres 2019 zeigt, dass sich mehr als die Hälfte aller Fehltage auf drei Krankheitsarten zurückführen lassen: An erster Stelle stehen Muskel-Skelett-Probleme wie zum Beispiel Rückenleiden. Sie sind für jeden fünften Fehltag von Beschäftigten in der Region verantwortlich (21,2 Prozent). Danach folgen psychische Leiden mit 16,6 Prozent vor Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Sinusitis mit 14,4 Prozent auf dem dritten Rang.

„Mit unseren Analysen zum Krankenstand im Landkreis Fulda und im Vogelsbergkreis setzen wir gezielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe,“ sagt Christian Beser mit Verweis auf Online-Angebote für Beschäftigte und Firmen. Die Angebote seien ortsunabhängig, stünden als Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements Arbeitgebern und Arbeitnehmern offen und würden den aktuellen Entwicklungen angepasst. DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat rund 635.000 Versicherte in Hessen, davon rund 28.000 im Landkreis Fulda und dem Vogelsbergkreis. (nz)

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