Eine FFP2-Maske liegt in der Bundespressekonferenz während einer Pressekonferenz.
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Corona-Pandemie: Die Zuteilung von Masken-Voucher im Landkreis Fulda wirft Fragen auf.

Krankenkassen lösen auf

Rätselraten um Gutscheine für FFP2-Masken im Kreis Fulda: Wer hat Anspruch?

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
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Senioren und chronisch Kranke erhalten derzeit Gutscheine für verbilligte FFP2-Masken. Doch manchmal bekommen auch junge Menschen oder ihre Eltern für ihre Kinder die Coupons – und können sich den Erhalt nicht erklären. 

Fulda - In vielen Haushalten im Landkreis Fulda ist Rätselraten angesagt. „Warum erhalte ich die Coupons? Bin ich etwa krank?“, berichtet eine besorgte Leserin. Eine Mutter schildert wiederum, dass neben ihrer Tochter auch einige Schüler aus einer Grundschulklasse Masken zum Schutz vor Corona erhalten haben. Erklären konnten sich viele Betroffene den Erhalt allerdings nicht. Doch es ist alles korrekt, sagen die Krankenkassen.

Corona: Rätselraten um Gutscheine für FFP2-Masken im Kreis Fulda - Wer hat Anspruch darauf?

Nach welchen Kriterien werden die Gutscheine zugeteilt? „Der Versand erfolgt im Auftrag der Bundesregierung durch die Krankenkassen. Wir fungieren hier also nur als Dienstleister“, erklärt Denise Jacoby, Pressesprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) Hessen, auf Nachfrage. Sprich: Die Bundesregierung hat die Krankenkassen damit beauftragt, allen Versicherten, die Anspruch auf die Corona-Masken haben (siehe Infokasten), einen Gutschein zur Verfügung zu stellen. Die Krankenkassen wiederum wissen durch die Daten ihrer Versicherten, wer Anspruch darauf hat.

So weit, so gut. Trotzdem ist für einige Empfänger im Landkreis Fulda immer noch nicht erkennbar, aus welchem Grund jemand auf der Empfängerliste gelandet ist. Der Grund aber ist einfach: Es kann vorkommen, dass den Versicherten vielleicht gar nicht bewusst ist, dass ein Arzt früher einmal eine Diagnose gestellt hat, die den Kriterien des Bundesgesundheitsministeriums entspricht. Beispiel: Beim kleinen Paul wurde in jungen Jahren Asthma festgestellt. Seit seinem zwölften Lebensjahr hat sich seine Atemnot gebessert und seit mittlerweile zehn Jahren benötigt er kein Asthmaspray mehr. Trotzdem ist er in den Akten seiner Krankenkasse noch Asthmatiker und erhält jetzt die Gutscheine für die FFP2-Masken zum Schutz vor Corona.

Anspruch auf Schutzmasken in der Corona-Pandemie:

- Über 60-Jährige

- Chronische Lungenerkrankung oder Asthma

- Chronische Herzinsuffizienz

- Chronische Niereninsuffizienz (Stadium größer als drei)

- Demenz oder Schlaganfall

- Diabetes Typ 2

- Stattgefundene Organ- oder Stammzellentransplantation

- Trisomie 21

- Risikoschwangerschaft

- Krebserkrankung oder stattfindende Chemo- oder Radiotherapie

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums beläuft sich die Zahl der Anspruchsberechtigten auf 34,1 Millionen Menschen. Geplant hat das Ministerium zunächst mit Gutscheinen für 27 Millionen. Auch diese Tatsache macht deutlich, dass im Nachhinein viel mehr Menschen ein Recht auf die Gutscheine haben. Der Bund hatte beschlossen, dass alle Menschen über 60 Jahre sowie Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen zwei Gutscheine für je sechs Masken erhalten. Diese können in den Apotheken eingelöst werden, pro Gutschein müssen zwei Euro zugezahlt werden.

Apotheker aus Landkreis Fulda berichtet: Jeder löst seinen Masken-Gutschein ein

„Das Angebot wird sehr gut angenommen“, berichtet Marcel Marbaise, der eine Apotheke in Gersfeld und eine in den Kaiserwiesen in Fulda betreibt. „Ich habe das Gefühl, dass jeder den Gutschein einlöst, der einen Voucher erhalten hat. Wir sind den ganzen Tag mit dem Ausgeben der Schutzmasken beschäftigt“, sagt er. Fälle von Kunden, die nicht wussten, warum sie einen Gutschein erhalten haben, sind dem Apotheker allerdings nicht bekannt.

Video: Gutscheine für FFP2-Masken wurden auf eBay versteigert

Seit Anfang Januar erhalten die Krankenkassen nach und nach die Gutscheine für die FFP2-Masken zum Schutz vor Corona von der Bundesdruckerei. Diese versenden sie anschließend an ihre Versicherten. „Aufgrund der nach und nach eintreffenden Coupons wird sich der Versand der TK voraussichtlich in den Februar hinein hinziehen“, erklärt Jacoby. Gleiches gilt für andere Krankenkassen. Berechtigte müssen sich demnach keine Sorgen machen, wenn ihre Gutscheine noch nicht eingetroffen sind. „Generell sieht man am Kundenaufkommen, dass die meisten Gutscheine erst vor acht Tagen eingetroffen sind und jetzt die Versicherten erreichen“, erläutert Marbaise.

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