Coronavirus - Corona-Regeln
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Das hessische Corona-Kabinett hat am Dienstag getagt und die Beschlüsse anschließend in einer Pressekonferenz vorgestellt. Die Maske bleibt ständiger Begleiter.

Eskalationskonzept angepasst

Neue Corona-Regeln in Hessen: Clubs dürfen innen wieder öffnen - Lockdown nicht mehr vorgesehen

  • Helena Sauer
    VonHelena Sauer
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Das hessische Corona-Kabinett hat am Dienstag über die weiteren Pandemie-Maßnahmen beraten. Dabei ist das Eskalationskonzept angepasst worden. Unter anderem gilt ab Donnerstag ab einer Inzidenz von 35 die 3G-Regel in Innenräumen für alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Sportstätten und Hotels.

Wiesbaden - „Die Corona-Pandemie macht keine Ferien“, mahnte der stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) zu Beginn einer Pressekonferenz nach der Tagung des hessischen Corona-Kabinetts. Aber, Corona werde zunehmend zu einer „Pandemie der Ungeimpften“, betonte der Politiker und appellierte erneut: „Lassen Sie sich impfen.“ Dies sei der Königsweg, um aus der Pandemie zu kommen.

Laut Al-Wazir hat das Corona-Kabinett in Hessen beschlossen, die bestehenden Corona-Schutzverordnungen zu verlängern und an die Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz anzupassen. Bei einem Bund-Länder-Treffen in der vergangene Woche hatten die Regierungschefs unter anderem beschlossen, dass sich Nicht-Geimpfte auf mehr Testpflichten im Alltag einstellen müssen. Schnelltests sollen ab 11. Oktober in der Regel auch selbst bezahlt werden müssen.

Corona-Regeln in Hessen: Clubs dürfen Innenbereiche öffnen

Ausnahmen gelten aber für Personen, die nicht geimpft werden können oder für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt. Das seien zum Beispiel Schwangere.

Ab Donnerstag (19. August) gelten nach Aussagen Al-Wazirs die Verordnungen für insgesamt vier Wochen bis zum 16. September. „Ein weiterer Öffnungsschritt betrifft vor allem die Diskotheken und Clubs, deren Betrieb bislang im Außenbereich möglich war. Ab Donnerstag ist er auch im Innenbereich wieder möglich“, verkündete der stellvertretende Ministerpräsident und betonte, dass die 3G-Regel dort gelte. Und zwar in einer besonders strikten Form: „Im Innenbereich zählen nur PCR-Test.“

Das Eskalationskonzept ist laut Al-Wazir neu gefasst worden. „Oberhalb einer Inzidenz von 35 haben wird das 3G-Konzept ausgeweitet.“ Das heißt: In Städten und Kommunen gilt ab Donnerstag die 3G-Regel auch für alle Innenräume von Kultureinrichtungen, Freizeiteinrichtungen, Sportstätten, bei Hotelübernachtungen und bei körpernahen Dienstleistungen.

Ab einer Inzidenz von 50 gelten die bestehenden Regeln. „Da hat sich nichts verändert“, so Tarek Al-Wazir. „Lediglich in Gedrängesituationen müssen dann auch draußen medizinisch Masken getragen werden.

„Bei einer Inzidenz von 100 gilt das 3G-Konzept auch draußen“, erklärt der Politiker und fügt an, dass es im Falle dessen beispielsweise im Einzelhandel wieder Quadratmeter-Vorgaben und eine Ausweitung der Maskenpflicht in Schulen am Platz geben werde. Bei einer Inzidenz über 100 gebe es zudem wieder Verschärfungen der Kontaktbeschränkungen. „Sie sehen, dass wir uns weiterhin an den Inzidenzen orientieren, die schließlich ein Indikator für das Infektionsgeschehen vor Ort sind“, hebt Al-Wazir bei der Konferenz hervor. (Lesen Sie hier: Urlaub in Deutschland - Diese Corona-Regeln gelten derzeit in den jeweiligen Bundesländern)

Video: Die Corona-Lage in Hessen

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) stellte die neuen Beschlüsse für die Schulen vor und betonte zunächst, dass das neue Eskalationskonzept keinen Lockdown mehr vorsieht. „Das gilt auch für Schulen. Wir werden alles dafür tun, dass der Schulbetrieb sicher stattfinden kann.“ So sei kein Wechselunterricht mehr vorgesehen.

Im Präsenzunterricht in den ersten beiden Wochen nach den Ferien seien zwar noch drei Tests pro Woche vorgesehen. Und auch die Maskenpflicht am Platz müsse zunächst eingeführt werden, „um mit Reiserückkehrern umgehen zu können“. Danach seien jedoch nur noch zwei Tests pro Woche vonnöten, und Masken müssten auch nicht mehr am Tisch getragen werden.

Corona: Kultusminister Lorz verspricht: „Kein Lockdown mehr“

„Wir wollen den Kindern ersparen, zu viele Tests durchzuführen. Deswegen werden wir ein Testheft einführen, in dem Lehrer die Durchführung eines Tests mit negativen Ergebnis festhalten können. Das kann außerhalb der Schule - im Kino zum Beispiel - vorgezeigt werden“, so der Kultusminister.

Auch er spricht sich für das Impfen aus. Kultusminister Lorz hatte das neue Stiko-Votum bereits am Montag begrüßt. „Diese Entscheidung ist ein weiterer wichtiger Baustein unserer vielfältigen Maßnahmen für einen sicheren Schulbetrieb und den angestrebten Präsenzunterricht nach den Sommerferien“, sagte er. Jetzt empfiehlt er ausdrücklich, dass auch über Zwölfjährige sich impfen lassen sollten. „Sie können mit gutem Gewissen junge Menschen zum Impfen bringen. Auch um einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleiten.“ Der Schutz werde dadurch noch mal wesentlich besser.

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