Zwei Mediziner mit Mundschutz sind zur Corona-Zeit in einer Praxis tätig.
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Die Maßnahmen scheinen zu greifen: In Fulda geht die Zahl der Neuinfektionen stetig zurück. (Symbolfoto)

Zunächst an Hessens Corona-Spitze

Jetzt gehört Fulda zu den Kreisen mit den geringsten Zahlen

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Der Landkreis Fulda gehört in Hessen mittlerweile zu den Landkreisen mit der geringsten Quote an neuen Covid-19-Fällen. Auch der Vogelsberg hat seine Zahlen stark senken können.

  • Vor einem Monat: Gerechnet auf 100.000 Einwohner meldete der Kreis Fulda die meisten Corona-Fälle in Hessen.
  • Einer der Gründe: Mehrere Reisegruppen aus Fulda waren in Südtirol, wo sich das Virus damals massenhaft verbreitet hatte.
  • Jetzt gehört der Landkreis zu den Kreisen in Hessen mit der geringsten Zahl an Neuinfektionen.

Fulda/Lauterbach - Es ist nicht vergessen: Vor einem Monat meldete der Landkreis Fulda innerhalb Hessens einen traurigen Spitzenwert: Gerechnet auf 100.000 Einwohner waren nirgendwo so viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert wie in Fulda – wahrscheinlich vor allem deshalb, weil gleich mehrere Reisegruppen aus dem Landkreis in Südtirol gewesen waren, als dort das Virus massenhaft verbreitet wurde.

Zahlen der Neuinfektionen sind hessenweit rückläufig

Noch vor drei Wochen lag der Landkreis Fulda bei der Zahl der aktuellen Infektionen deutlich über dem hessischen Schnitt. Danach gelang es, die Zahlen deutlich zu senken. Vor einer Woche berichteten wir, dass die Zahl der Infizierten im Kreis Fulda viel stärker zurückgeht als im Hessenschnitt. Jetzt gehört Fulda zu den Kreisen mit der geringsten Quote neuer Fälle pro 100.000 Einwohner.

Bei Zahlen, die das Hessische Sozialministerium am Freitagnachmittag veröffentlichte, meldete Fulda vier neue Fälle pro 100.000 Einwohner. Vor drei Wochen waren es noch 31, vor einer Woche 10 Fälle. Noch weniger Fälle als Fulda melden nur die Landkreise Offenbach (1), Hersfeld-Rotenburg (2) – der Kreis gehörte vor drei Wochen noch zu den am höchsten belasteten Kreisen – und Marburg-Biedenkopf (3).

Hessenweit hat sich die Zahl der Menschen, die sich in den zurückliegenden sieben Tagen infizierten, im Vergleich zu Anfang April halbiert – pro 100.000 Einwohner von 21 auf 12 Menschen.

„Wir dürfen nicht nachlässig werden“

Der Fuldaer Gesundheitsdezernent und Vize-Landrat Frederick Schmitt (CDU) ist zufrieden. „In den vergangenen drei Wochen sind die absoluten Fallzahlen und die Inzidenz – positiv Getestete pro 100.000 Einwohner – deutlich rückläufig. Die Hälfte der Betroffenen ist wieder genesen“, sagt Schmitt. „Der starke Rückgang ist das Ergebnis der Anstrengungen und des Verantwortungsbewusstseins der Bürger unseres Landkreises. Ich erlebe, dass sie sich an die Kontaktbeschränkungen halten und die Hygienehinweise beachten.“

Schmitt warnt aber: „Wir dürfen nicht nachlässig oder ungeduldig werden. Die Auswirkungen der aktuellen Lockerungen können wir erst in 14 Tagen messen. Umso wichtiger ist es, dass wir weiter wachsam und aufmerksam sind.“ Der Vize-Landrat wirbt dafür, den ab Montag vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz in Bussen und Läden zu tragen. „Das ist wichtig, da hier oft Situationen entstehen, bei denen das Abstandhalten nicht immer gelingt.“

Auch der Vogelsberg besser als im Hessentrend

Besser als im Hessentrend entwickeln sich auch die Zahlen im Vogelsberg. Die Zahl der Infektionen der zurückliegenden Woche sank im Vergleich zu vor drei Wochen von 24 auf 11. Vor einer Woche war der Wert mit 4 sogar noch besser. Gesundheitsdezernent und Vize-Landrat Dr. Jens Mischak (CDU) erklärt sich den Rückgang mit den einschränkenden Maßnahmen des Bundes und der Länder – insbesondere die 1+1-Regel, keine Groß- und Kleinveranstaltungen und Schließung der Schulen. ���Wie die Covid-Zahlen ist die Zahl der Influenza-Neuerkrankungen deutlich gegenüber den Vorjahren zurückgegangen. Das bedeutet: Je weniger Kontakte, desto weniger Erkrankungen der Atemwege“, sagt Mischak.

Derzeit sei es von Vorteil, dass der Vogelsberg viel Fläche und wenig Einwohner – 74 Bewohner pro Quadratkilometer – habe. „Zudem haben wir überschaubare Einheiten in unseren 180 Orten, von denen viele weniger als 300 Einwohner aufweisen“, sagt der Vize-Landrat. Bislang habe der Kreis großes Glück, dass Alten- und Pflegeheime verschont blieben. „Wenn das Virus dort nachgewiesen wird, können sich Zahlen schnell anders entwickeln.“

Kein Rückgang im Main-Kinzig-Kreis

Keinen Rückgang gab es im Main-Kinzig-Kreis. Dort blieb der Wert bei 18 bis 19 neuen Infektionen pro 100.000 Bewohner stabil. Dieser Wert liegt deutlich über dem Hessenschnitt.

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