Eine Mitarbeiterin vom bayerischen roten Kreuz (BRK) impft in einem Impfzentrum einen Mann mit dem Impfstoff gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2 von Biontech/Pfizer.
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Viele hessische Senioren wollen sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Das führt dazu, dass die Telefon-Hotline und der Onlineservice bereits früh überlastet sind.

Impfhotline und -webseite überlastet

Impfwillige in Hessen überrennen Anmeldung für Corona-Schutzimpfung: Alle verfügbaren Termine vergeben

Zum Anmeldestart für eine Corona-Schutzimpfung für Menschen über 80 Jahre sind in Hessen die Telefon-Hotline und das Onlineportal wegen der großen Nachfrage zeitweise nicht erreichbar gewesen. Nun hat sich das Innenministerium dazu geäußert. In Fulda sind bereits 80 Prozent der Termine vergeben.

Update vom 15. Januar, 16.18 Uhr: 60.000 Hessinnen und Hessen haben die ersten verfügbaren Termine für ihre Erst- und Zweitimpfung gegen das Coronavirus in den sechs regionalen Impfzentren gebucht, teilte das hessische Innenministerium am Freitag mit. Sollten impfberechtigte Bürgerinnen und Bürger, die einen Termin gebucht haben, diesen wieder stornieren, könnten vereinzelte Termine wieder frei werden, gab das Ministerium außerdem bekannt.

Für die ersten drei Wochen ab dem 19. Januar stehen in den sechs regionalen Corona-Impfzentren bislang nur 60.000 Impfdosen zur Verfügung. Die Zweitimpfung erfolge in demselben Impfzentrum wie die Erstimpfung, in der Regel etwa drei Wochen später. Der nötige Impfstoff für die Zweitimpfung wird – wie vom Bund angesichts knapper Impfstoff-Mengen empfohlen – sicher bei minus 70 Grad gelagert.

Das Innenministerium teilte zudem mit, dass im Anmeldeverfahren bereits erfolgreich Registrierte, die aber keinen Termin erhalten konnten, gespeichert bleiben. Registrierungen seien auch weiterhin möglich – nur die konkrete Terminvereinbarung könne erst wieder erfolgen, sobald dafür Corona-Impfdosen planbar durch den Bund zur Verfügung gestellt werden.

Corona-Schutzimpfung in Hessen: Keine Termine für das Impfzentrum Fulda mehr verfügbar

Update vom 14. Januar, 17.11 Uhr: In Hessen haben sich bereits rund 42.000 Personen feste Termine für Ihre Erst- und Zweitimpfung gegen das Coronavirus in den regionalen Impfzentren gebucht. Das teilte das hessische Innenministerium am Donnerstag mit. Sowohl das Onlineverfahren als auch die Anmeldungen per Telefon würden weiterhin zuverlässig laufen, trotz starker Auslastung aufgrund der großen Nachfrage. Inzwischen würden sich Zugriffe auf die Webseite sowie Anrufe im Callcenter im Tagesverlauf gleichmäßiger verteilen, gab das Innenministerium außerdem bekannt. Das Interesse sei aber nach wie vor sehr groß, sodass es weiterhin zu Wartezeiten kommt.

Nachdem es zuletzt teilweise Meldungen gegeben hätte, dass in den Impfzentren keine Termine mehr frei wären, wurden diese Hinweise durch IT-Experten des Landes und den beauftragten Dienstleister geprüft. Die Termine für die ersten drei Wochen in den Corona-Impfzentren in Fulda und Gießen (Heuchelheim) sind nunmehr vollständig ausgebucht, gab das Innenministerium bekannt. Es seien aber noch landesweit Termine verfügbar. In allen sechs Regionalen Impfzentren würden die Terminbuchungen aber stark ansteigen.

Update vom 13. Januar, 16.43: Das hessische Innenministerium hat sich am Mittwoch in einer Pressemitteilung zum Start der Impftermin-Anmeldung geäußert. Am Dienstag hatten rund 9000 Personen Impftermine in den sechs Regionalen Impfzentren vereinbaren können. Insgesamt seien in Hessen rund zehn Millionen Terminierungsversuche zur Schutzimpfung gegen Corona über Telefon oder Internet registriert worden. Der Landkreis Fulda meldete, dass in den ersten beiden Tagen rund 3000 Termine für die Corona-Erstimpfung für das Impfzentrum Fulda vereinbart worden.

Mehr als acht Millionen Zugriffe seien auf das Online-Anmeldeportal erfolgt, parallel seien fast zwei Millionen Anrufe auf die Hotline für die Corona-Impftermine registriert worden, weshalb das Ministerium in Wiesbaden von einem gewaltigem Ansturm spricht. Nachdem die Überlastung der Anmeldewege erfolgreich behoben worden sei, würden sowohl die Hotline als auch die Onlineplattform für die Terminvergabe nun stabil laufen, gab das Ministerium außerdem bekannt.

Impfwillige überrennen Anmeldung für Corona-Schutzimpfung in Hessen

Auch am Mittwoch seien Wartezeiten unvermeidbar, da das Interesse, sich gegen Corona impfen zu lassen, von mehr als 400.000 mindestens 80 Jahre alten Seniorinnen und Senioren sowie zahllosen Bürgerinnen und Bürgern nach wie vor sehr groß sei. Inzwischen konnten bereits mehr als 16.000 Personen Impftermine in Hessen vereinbaren (rund 9000 am 12. Januar sowie mehr als 7000 am Mittwoch bis 12 Uhr). In einem Selbsttest hatte FZ-Redaktionsmitglied Michel Ickler am Dienstag versucht einen Impftermin für seine Oma zu bekommen und berichtet über seine Erfahrungen.

Erstmeldung vom 12. Januar, 15.51 Uhr:

Wiesbaden - Unter der Nummer 116 117 bekamen Impfwillige am Dienstagvormittag die Auskunft, es aufgrund zahlreicher Anrufe später noch einmal zu versuchen. Auch per Internet war für viele Hessen kein Durchkommen: „Zur Zeit wird der Online-Service von sehr vielen Antragstellerinnen und Antragstellern gleichzeitig genutzt“, hieß es auf dem Portal. „Um die fehlerlose Bearbeitung sicherstellen zu können, haben wir die Anzahl der gleichzeitigen Online-Anträge begrenzt.“ Hier hieß es ebenfalls: Bitte später die Seite noch einmal aufrufen. (Bleiben Sie mit unserem Corona-News-Ticker für Hessen auf dem Laufenden.)

Corona in Hessen: Holpriger Start bei Anmeldung für Corona-Schutzimpfung - Impfhotline überlastet

Das Innenministerium erklärte, dass innerhalb kürzester Zeit mehrere Millionen Zugriffsversuche auf die freigeschaltete Webseite und die Hotline erfolgten. Das hatte eine technische Störung zur Folge. Über die Hotline könnten seit 15 Uhr wieder Termine vergeben werden. Der beauftragte IT-Dienstleister arbeite mit Hochdruck daran, die Webseite für das Onlineanmeldeverfahren schnellstmöglich wieder an den Start zu bringen. „Auch wenn wir mit allergrößter Intensität an der technischen Stabilität der Anmeldeverfahren arbeiten, kann es aufgrund des sehr großen Interesses an der Terminvergabe in den nächsten Tagen erneut zu Störungen kommen“, so das Innenministerium.

Die Impfung von Bürgern über 80 Jahre soll dann vom 19. Januar an in den regionalen Impfzentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt erfolgen. In Hessen gibt es bereits Schutzimpfungen für Bewohner und Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen sowie Personal in Corona-Intensivstationen.

Innenminister Peter Beuth (CDU) bat um Geduld. Es gehe um eine Gruppe von mehr als 400.000 Menschen, die nun alle einen Impftermin ausmachen könnten, erklärte er in einer Pressemitteilung. „Das kann natürlich kein Call-Center der Welt dann auch leisten, alle auf einmal in Empfang zu nehmen“, sagte er gegenüber dem Radiosender Hit Radio FFH. Hessen habe seine Kapazitäten nach den Erfahrungen anderer Bundesländer erhöht. „Aber am Ende muss man schon sagen, man wird sicherlich ein bisschen Geduld brauchen.“

Sind Sie betroffen?

Haben Sie bereits einen Impf-Termin bekommen? Oder haben Sie versucht, für Ihre Angehörigen einen Termin zu vereinbaren? Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Schreiben Sie uns. Schicken Sie uns eine E-Mail an michel.ickler@fulderzeitung.de oder rufen Sie uns an unter Telefon (0661) 280 335. Einzelne Schilderungen möchten wir veröffentlichen.

In den kommenden Wochen stehen nach Angaben Beuths mehrere Zehntausend Termine für eine Impfung zur Verfügung. „Wir kommen auf knapp 60.000 Termine, die wir ausgeben können.“ Das sei weit unter den Kapazitätsgrenzen. „Man muss sehen: Der Impfstoff ist im Grunde genommen der für uns limitierende Faktor zurzeit.“

Bei der Terminvergabe über die Telefon-Hotline wird der Termin für die Senioren auf postalischem Weg bestätigt. Mit dem Brief erhalten alle Impfwilligen auch weitere Unterlagen, wie etwa ein Aufklärungsmerkblatt zur Corona-Schutzimpfung. Wer einen Termin vergessen hat, kann diesen telefonisch ebenfalls noch einmal erfragen. Bei der Online-Terminvergabe ist eine Terminbestätigung per E-Mail vorgesehen.

Das Land Hessen informiert alle über 80-Jährigen schriftlich über die Anmeldungen. Auch ein Erfassungsverfahren für häusliche Impftermine startet. Wer nicht mehr mobil ist, soll Besuch von einem mobilen Impfteam bekommen. Bis Hausbesuche landesweit erfolgen können, wird es aber noch eine Weile dauern. Das Land hat die Kommunen deshalb gebeten, nach Möglichkeit Fahrdienste einzurichten, um ältere Menschen ins Impfzentrum zu bringen. In Fulda etwa wurde ein solcher Fahrdienst installiert.

Corona-Schutzimpfung: Innenminister Peter Beuth bittet um Geduld

Aus dem Info-Schreiben an die Senioren geht auch hervor, dass das Land die Kosten für die Fahrt zum Impfzentrum für Menschen übernimmt, die nicht mehr selbst mobil sind, nicht von Angehörigen oder Freunden gebracht werden können und deren Krankenkasse eine Fahrt nicht bezahlt. Die Impfung ist für alle Bürger kostenfrei und wird vom Staat übernommen. Angehörige oder Betreuer dürfen die Impfberechtigten ins Impfzentrum begleiten.

Eine erste Lieferung mit 4800 Dosen des Corona-Impfstoffs des US-Herstellers Moderna sollte derweil am Dienstag in Hessen ankommen.

Unmittelbar nach der Auslieferung könne die Hälfte der angelieferten Menge an die Impfzentren verteilt werden, um dann durch die mobilen Teams gespritzt zu werden, teilte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Wie bisher werde auch beim Moderna-Impfstoff die Hälfte der verfügbaren Menge auf Anraten des Bundes zunächst sicher im Verteilzentrum des Landes eingelagert, um in jedem Fall die wichtige Zweitimpfung mit demselben Impfstoff gewährleisten zu können.

Video: Auch Moderna-Impfstoff für Corona-Schutzimpfung in der EU zugelassen

In Hessen sind innerhalb eines Tages weitere 524 Corona-Infektionen gemeldet worden. Die Zahl der mit Corona in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg um 75 auf insgesamt 3588, wie aus Daten des Berliner Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervorgeht (Stand 0.00 Uhr). Seit Beginn der Pandemie wurden demnach 151.293 Corona-Infektionen im Bundesland gezählt.

Die Inzidenz, also die Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner, lag hessenweit bei 157,2. In den Regionen wies laut den RKI-Zahlen der Kreis Fulda den höchsten Wert mit 333 auf, gefolgt von den Kreisen Limburg-Weilburg (272,8), Vogelsberg (264,1), Gießen (236,8) und Hersfeld-Rotenburg (218,7). (dpa)

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