Mit wöchentlich 20 Dosen Impfstoff pro Praxis laufen die Corona-Impfungen bei den Hausärzten in Hessen an.
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Mit wöchentlich 20 Dosen Impfstoff pro Praxis laufen die Corona-Impfungen bei den Hausärzten in Hessen an.

Impfstoff noch begrenzt

Corona-Impfungen: Jetzt starten die Hausärzte in Osthessen - Nachfrage nach Terminen ist riesig

  • Ann-Katrin Hahner
    vonAnn-Katrin Hahner
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Nach schleppendem Start beginnt die nächste Stufe der Corona-Impfungen: Nun immunisieren auch Hausärzte ihre Patienten. In der Region Osthessen geht es am heutigen Mittwoch los.

Fulda/Schlüchtern - „Wir geben jetzt Gas, um die Region nach vorne zu bringen. Nun heißt es in allen entsprechenden Praxen: impfen, impfen, impfen“, sagt Ralph-Michael Hönscher, Vorsitzender des Gesundheitsnetzes Osthessen, auf Nachfrage unserer Zeitung. Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch wurden und würden die Dosen mit dem Coronavirus-Impfstoff von Biontech an die Praxen in der Region ausgeliefert. Erst in den kommenden Wochen sollen die Arztpraxen auch andere Corona-Impfstoffe erhalten, teilt das hessische Sozialministerium in einer Pressemeldung mit.

„Die Einbeziehung der ärztlichen Regelstruktur ist ein wichtiger Schritt, um die Impfungen zu erweitern und in die Fläche zu bringen. Die gelockerten Transport- und Lagerbedingungen der Impfstoffe sowie die größere verfügbare Menge ermöglichen nun die Einbeziehung der niedergelassenen Ärzteschaft über Modellprojekte hinaus“, betont Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne).

Corona-Impfung beim Hausarzt: Nachfrage nach Terminen in den Praxen ist riesig

Ob die Hausärzte auch die Zahl an Impfdosen erhalten, die sie bestellt hatten, ist laut Hönscher noch unklar. Die Menge der Präparate für die Praxen ist ohnehin noch begrenzt: Nach Angaben des Landes Hessen stehen zu Beginn jeder Praxis durchschnittlich etwa 20 Dosen pro Woche zur Verfügung. Die Bestellung erfolgte über die Apotheken, die wiederum beim Großhandel orderten.

Das Interesse an einer Corona-Impfung beim Hausarzt ist immens: Allein am Dienstag waren in Hönschers Praxis 50 Anfragen wegen eines Impftermins per Mail eingegangen, das Telefon stand nicht still. Allerdings ist die Impfliste des Arztes für die nächsten Wochen bereits gefüllt. 120 Impfdosen habe seine Praxis bekommen, sagte Hönscher gegenüber dem Radiosender FFH. Es sei ein bisschen so, wie wenn man WM-Tickets für ein Endspiel kaufen möchte.

„Wir haben zunächst unsere Patienten kontaktiert, die auf der Prioritätenliste vorne stehen und bei denen eine Impfung aus unserer Sicht Sinn ergibt“, sagt der Mediziner. Wie eine Praxis einen Impftermin vergibt, ist nicht festgelegt. Eine Vergabe kann per Telefon, über ein Online-Formular, oder wie im Falle von Hönschers Praxis zunächst mit dem Anschreiben von Patienten erfolgen. (Bleiben Sie mit dem Corona-Ticker für Hessen auf dem Laufenden.)

Video: Impfung beim Hausarzt - Mediziner mit wichtigen Antworten

Beim Landarzt MVZ in Fulda waren die telefonischen Anfragen so groß, dass das Praxisteam auf der Facebook-Seite des Zentrums folgende Bitte an die Bürger richtete: „Bitte rufen Sie bezüglich der Anmeldung zur Impfung nicht auf unseren Hauptleitungen an, diese müssen unbedingt für erkrankte Patienten freigehalten werden.“ Impfberechtigte sollten sich stattdessen per Mail an die Praxis wenden.

In der Praxis von Dr. Claus Bolender in Schlüchtern ist am heutigen Mittwoch, 7. April, der gesamte Nachmittag für das Impfen reserviert. Der Allgemeinmediziner und sein Team haben 30 Dosen des Impfstoffes bestellt und diese auch erhalten. Eine Garantie, dass dies in der nächsten Woche ebenfalls so sein wird, gibt es allerdings nicht.

Corona-Impfungen: Zunächst nicht einmal eine Million Impfdosen für Hausärzte deutschlandweit

„Nach einer Bestellung erfährt man zwei Tage später, ob man die gewünschte Menge erhält“, so der Arzt. Die Minimalmenge seien 18 Dosen, erklärt Bolender. „Damit kommt man allerdings nicht besonders weit.“ Bereits in der vergangenen Woche war im Main-Kinzig-Kreis ein Modellprojekt angelaufen, bei dem Hausärzte 4500 Impfdosen erhalten haben, die sie entweder in ihrer Praxis oder bei Hausbesuchen an ältere, nicht-mobile Patienten verimpft hatten.

In einigen deutschen Regionen begannen die Praxen bereits mit den Impfungen. Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind die Corona-Impfungen bei den Hausärzten* gestartet, die meisten Praxen würden sich wohl beteiligen, berichtet hna.de. Den 35.000 teilnehmenden Hausärzten in Deutschland stehen in der ersten Woche aber zusammen nur 940.000 Impfdosen zur Verfügung. Erst in der Woche vom 26. April können die Praxen insgesamt mit mehr als drei Millionen Dosen rechnen. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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