Digitaler Impfnachweis
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Die Polizei in Hessen ermittelt in mehr als 800 Strafverfahren zu gefälschten Impfpässen. (Symbolfoto)

Hohe Dunkelziffer

Gefälschte Corona-Impfpässe: Mehr als 800 Strafverfahren in Hessen

Mehr als 800 Strafverfahren beschäftigen sich in Hessen mit gefälschten Impfausweisen. Das Innenministerium vermutet eine hohe Dunkelziffer.

Wiesbaden - Die Polizei in Hessen ermittelt in mehr als 800 Strafverfahren im Zusammenhang mit gefälschten Impfpässen und Impfausweisen. Das teilte das Innenministerium in Wiesbaden am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Pro Verfahren würden teils sehr viele gefälschte Corona-Impfpässe sichergestellt. Allein bei einem Fall in Nordhessen seien den Ermittlern 800 Dokumente in die Hand gefallen, die zur Fälschung vorgesehen waren.

„Die Fälle zu gefälschten Impfpässen werden häufig im Rahmen von Kontrollen, als Zufallsfunde bei anderen Ermittlungsverfahren oder über Anzeigenerstattung durch Bürgerinnen und Bürger erkannt“, teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) mit. (Bleiben Sie mit dem Corona-News-Ticker für Hessen auf dem Laufenden.)

Gefälschte Corona-Impfpässe: Mehr als 800 Strafverfahren in Hessen

Die Vertriebswege der falschen Dokumente seien vielfältig. In Internetforen und Messenger-Diensten träfen sich Impfskeptiker, Impfgegner und Menschen, die der Querdenker-Szene zuzuordnen sind, erklärte das Ministerium. In diesen Gruppen informierten sich solche Menschen auch über gefälschte Impfpässe, Impfausweise und QR-Codes. Die Dunkelziffer von Impf-Fälschungen kann laut Innenministerium als hoch eingeschätzt werden.

Wer von gefälschten Ausweisen Gebrauch macht, müsse sich grundsätzlich wegen unbefugtem Ausstellen von Gesundheitszeugnissen oder Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse verantworten. Die Fälschung sei vergleichsweise leicht, da Blanko-Impfpässe auf einschlägigen Online-Verkaufsplattformen bereits für wenige Euro legal zu erwerben sind. Die hessische Polizei warnt die Geimpften davor, auf sozialen Netzwerken ihre Impfdokumentationen zu posten.

Die Abbildung von Merkmalen wie der Chargennummer oder dem Impfstempel könne den Fälschern in die Hände spielen, erklärte das Ministerium. (dpa)

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