Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) steht vor einer Reihe Mikrofonen. Er trägt einen Anzug sowie einen Mund-Nasen-Schutz.
+
Die Produktion von Corona-Impfstoff nimmt nach den Worten von Hessens Regierungschef Volker Bouffier an Fahrt auf.

Produktion nimmt Fahrt auf

Corona in Hessen: Jeder kann sich mit Astrazeneca impfen lassen - Volker Bouffier nennt Details

Die Produktion von Corona-Impfstoff nimmt laut Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) Fahrt auf. Nun müssten die Dosen so schnell wie möglich unter die Menschen gebracht werden, sagt er.

Wiesbaden - Die Corona-Impfkampagne in Hessen schreitet voran. Registrierte Berechtigte der Priorisierungsgruppen 1 und 2 hätten inzwischen alle einen Termin erhalten und würden voraussichtlich bis spätestens Ende Mai erstgeimpft werden können, berichtete Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) jetzt im Landtag. „Das Impfen ist der Schlüssel zum Überwinden dieser Pandemie“, sagte er.

Bis Montag seien in Hessen mehr als 1,8 Millionen Schutzimpfungen verabreicht worden, darunter rund 470.000 Zweitimpfungen. „Die Impfstoff-Produktion nimmt zu, deutlich“, betonte Bouffier. Für Mai rechne das Land mit Lieferungen von 346.000 Impfdosen pro Woche. Diese anwachsenden Impfstoff-Mengen müssten so schnell wie möglich zu den Menschen gebracht werden.

Corona in Hessen: Astrazeneca für alle frei - Volker Bouffier nennt Details

Bouffier erinnerte daran, dass sich Impfwillige mit Astrazeneca impfen lassen können - ohne Priorisierungsvorgaben. „Dies ergibt gerade für jüngere Menschen die Möglichkeit, dass sie jetzt nicht mehr warten müssen.“ Da der Bund diesen Impfstoff vornehmlich den Hausärzten zur Verfügung stelle, werde diese Möglichkeit der Impfung ohne Prioritäten besonders in den Hausarztpraxen bestehen. Heißt: Astrazeneca ist für alle frei.

Das Land bereite derzeit die Einbeziehung der Betriebsärzte in die Impfungen vor, die nach den Planungen des Bundes ab Juni möglich sein werden, sagte der Ministerpräsident. „Auch dies wird im Zuge der anwachsenden Impfstoff-Lieferungen das Impfen deutlich beschleunigen.“ Bei den hessischen Betrieben herrsche eine hohe Mitwirkungsbereitschaft, sagte Bouffier. So hätten sich 70 große Unternehmen mit betriebsärztlichen Diensten mit geschätzt über 360.000 Impfwilligen bereits beim Land gemeldet. Im Landkreis Fulda ist ein bereits Pilotprojekt gestartet. In einigen Unternehmen der Region werden Mitarbeiter der sogenannten kritischen Infrastruktur im Betrieb geimpft.

Video: Merkel: Corona-Impfungen für alle spätestens ab Juni

Hessen stellt vollständig gegen Corona Geimpfte nach den Worten des Regierungschefs rechtlich mit negativ getesteten Menschen gleich. Das Land habe in der vergangenen Woche seine Verordnungen nach Empfehlungen des Robert Koch-Instituts angepasst. Dem RKI zufolge ist das Risiko einer Übertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden und sich mit dem Coronavirus infizieren geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.

Die Verordnung soll nun für alle Bereiche gelten, in denen bislang Tests erforderlich waren, sagte Bouffier. Die Regel greift demnach 14 Tage nach der vollständigen Impfung. „Es braucht dann keinen Test mehr.“ Dies gelte etwa für den Friseurbesuch, beim Einkaufen und bei Quarantäneregeln. (Lesen Sie hier: Corona-Ticker für Hessen: Mehr als 2000 neue Fälle - Polizei beendet Techno-Party)

Volker Bouffier: Das Impfen ist der Schlüssel zum Überwinden dieser Pandemie

Bouffier hätte sich nach eigenen Worten bei den Änderungen am Infektionsschutzgesetz in der Corona-Pandemie mehr Mitsprache der Länder gewünscht. Er bedauere es, dass der Bundestag nicht die Gelegenheit genutzt habe, die vielfältigen praktischen Erfahrungen der Länder und Kommunen in die Beratungen mit einzubeziehen, sagte er. Er sei überzeugt, dies hätte das Gesetz besser gemacht. Die Länder müssten ja letztlich die Regelungen vor Ort umsetzen.

Er hätte sich auch eine „praktikable Regelung“ zum Vereinssport gewünscht, nicht nur im Interesse von Kindern und Jugendlichen, sagte Bouffier. Im Bundesrat habe es keine Möglichkeiten mehr gegeben, durch Einzelanträge einzuwirken. Mit Blick auf eine möglichst schnelle Entscheidung habe sich Hessen wie andere Länder auch dazu entschlossen, nicht den Vermittlungsausschuss anzurufen. „Weil wir nämlich wollten, dass die Maßnahmen möglichst rasch wirken“, sagte er. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema