Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier im Landtag
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Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wird am Donnerstag über die neuen Corona-Beschlüsse informieren (Archivbild)

Hoffnung auf Urlaub

Corona in Hessen: Bouffier verteidigt Kurs der Landesregierung - Hälfte der Bevölkerung bis Sommer geimpft?

  • Sabine Kohl
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Regierungschef Volker Bouffier will die Hessen mit dem Dreiklang „Vorsicht - Vertrauen - Verantwortung“ durch die Corona-Pandemie lotsen. Trotz Verständnis für den Frust und die Corona-Erschöpfung der Menschen lässt der Ministerpräsident nicht alle Kritik auf sich sitzen.

Wiesbaden - Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) geht trotz des vorläufigen Stopps von Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca bis Mai von ausreichend Impfstoff für einen großen Teil der Bevölkerung in Hessen aus. Am Montag wurden landesweit alle Impftermine für Astrazeneca in den 28 Impfzentren storniert; auch in den Impfzentren im Landkreis Fulda, dem Vogelsbergkreis und dem Main-Kinzig-Kreis. In Fulda wurden in der vergangenen Woche täglich mehr als 1000 Menschen geimpft.

Bouffier sagte, er halte es für realistisch, dass im Sommer dann zwischen 50 und 60 Prozent der Menschen in Hessen zweimal gegen das Coronavirus geimpft sind, sagte Bouffier am Dienstag in seiner Regierungserklärung im hessischen Landtag in Wiesbaden. Deshalb sei er auch sehr zuversichtlich, dass die Menschen nach so langer Zeit im Sommer wieder in den Urlaub fahren können. Derzeit steigen die Inzidenzwerte hessenweit wieder an. Am Dienstag lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei 89,1.

Corona in Hessen: Volker Bouffier (CDU) hält Impfungen bis Sommer für realistisch

Der Regierungschef betonte das großes Interesse der Landesregierung, die Corona-Impfungen in die Hände der niedergelassenen Ärzte und Betriebsärzte zu legen. Geplant war, die niedergelassenen Ärzte ab Anfang April in die Impfungen einzubeziehen. Der Fuldaer Hausarzt Ralph-Michael Hönscher glaubt jedoch nicht, dass jede Praxis den logistischen Aufwand leisten kann, der mit der Abwicklung der Corona-Impfung verbunden ist. Hönscher ist auch Vorstandsvorsitzender des Gesundheitsnetzwerks Osthessen.

Es bestehe kein Interesse, länger als notwendig die öffentlichen Impfzentren fortzuführen, sagte Bouffier. Es dürfe aber nicht passieren, dass ältere Menschen aus den Impfgruppen eins und zwei sowie Personen mit Vorerkrankungen durch den Rost fallen, weil die bislang vorgegebene Impfreihenfolge dann nicht mehr eingehalten werde. Solange das nicht gewährleistet und nicht genügend Impfstoff vorhanden sei, werde man ohne die Impfzentren nicht auskommen.

Corona-Schnelltests: Ministerpräsident Volker Bouffier ist mit Bereitsstellung zufrieden

Die Bereitstellung der kostenfreien Corona-Tests für alle Bürger funktioniert in Hessen nach Angaben von Bouffier mittlerweile recht ordentlich. Auch in Osthessen gibt es inzwischen einige Testzentren für Corona-Schnelltests. Auf der Homepage des Sozialministeriums könne tagesgenau nach Postleitzahlen geschaut werden, welches Testzentrum es in der Nähe des jeweiligen Wohnorts gibt. Für eine möglichst breite Anwendung einer Teststrategie komme aus seiner Sicht jedoch eigentlich nur der Selbsttest in Betracht. (Lesen Sie hier: So funktioniert der Corona-Schnelltest: Wir machen eine Ausbildung beim DRK Fulda)

Die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca wurden in mehreren Ländern ausgesetzt.

Die Antigenschnelltests, die nur mit geschultem Personal durchgeführt werden können, seien dafür logistisch und personell zu aufwendig, erklärte Bouffier. Das Land setzte daher auf die Selbsttests, die erst vor wenigen Wochen zugelassen wurden, aber zwischenzeitlich auch im großen Umfang bald erhältlich seien. Knapp 15 Millionen dieser sogenannten Testkits seien bereits gesichert worden. Die Finanzierung erfolge aus den Mitteln des Sondervermögens.

Diese Corona-Selbsttests sollen in den Schulen bei den Lehrern und Schülern sowie bei den Erzieherinnen in den Kitas eingesetzt werden, sagte der CDU-Politiker. Bei den Kosten von derzeit etwa vier Euro pro Test sei es aber ausgeschlossen, vom Staat mit Steuergeld alle Bürger so zu versorgen, dass sie auch entsprechend eine größere Anzahl dieser Testkits erhalten. Deshalb könne es nur so gehen, dass die Bürger für Freizeitaktivitäten wie Veranstaltungen oder den Besuch eines Lokals dann selbst für diese Kosten aufkommen müssen.

Video: Corona-Schnelltests - so werden sie richtig angewandt

Der Ministerpräsident verteidigte den Beschluss der Landesregierung, die Schüler ab der siebten Klasse bereits vor den Osterferien mit Präsenztagen wieder auf den Wechselunterricht in der Schule ab Mitte April vorzubereiten. Gerade die Lehrerverbände hätten das gefordert, seien nun aber wegen der Corona-Schutzmaßnahmen die größten Kritiker. Für die Pädagogen bestehe das Angebot zur anlasslosen kostenfreien Corona-Testung aber bereits seit Monaten.

Volker Bouffier weist Kritik an Landesregierung zurück: Geldmittel für Schulen sind da

Die Schutzausstattungen an den Schulen von Lüftern und ähnlichen Geräten könnten von den Schulträgern längst angeschafft sein. Schon im vergangenen September habe das Land den Schulträgern 75 Millionen Euro dafür zur Verfügung gestellt. Es sei nicht das Versäumnis der Landesregierung, dass zum Beispiel in einer Stadt wie Frankfurt bis heute kein einziges entsprechendes von der Stadt angeschafftes Gerät stehe, mahnte der Regierungschef. Deshalb könne er die Kritik beim besten Willen nicht nachvollziehen und auch nicht akzeptieren.

Bouffier versicherte, dass die Landesregierung wegen der Öffnung der Schulen reagieren werde, wenn die Inzidenzen landesweit über 100 steigen. Wegen der konkreten Maßnahmen für die Schulen wolle er jedoch noch die nächste Ministerpräsidentenkonferenz abwarten, da fast alle Länder vor dieser Frage stehen.

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