Durch die Impfungen treten in den Alten- und Pflegeheimen weniger Corona-Infektionen auf.
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Menschen, die geimpft sind oder eine Corona-Infektion überstanden haben, bekommen wieder mehr Freiheiten. (Symbolfoto)

News-Ticker

Corona in Hessen: Wegfall von Beschränkungen für Geimpfte - Laut Umfrage kommt staatliche Hilfe nicht an

Die Corona-Lage in Hessen entspannt sich weiter. Am Freitag meldet das RKI eine Inzidenz von 128,6. In Hessen dürfen jetzt auch die Jahrgänge 7 bis 11 wieder im Wechselunterricht beschult werden. Menschen, die geimpft sind oder eine Corona-Infektion überstanden haben, bekommen wieder mehr Freiheiten.

  • Corona in Hessen: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Freitag eine hessenweite Inzidenz von 128,6.
  • Für vollständig geimpfte oder genesene Bürger fallen viele Beschränkungen künftig weg.
  • Dieser News-Ticker für die Coronavirus-Situation in Hessen wird regelmäßig aktualisiert.

+++ 20.27 Uhr: Die Corona-Hilfsprogramme der Bundesregierung und des Landes Hessen erreichen einer Umfrage zufolge die Organisationen der Wohlfahrtspflege oft nicht. Die Erhebung des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IAKW) der Goethe Universität Frankfurt wurde im Auftrag der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Hessen vorgenommen. An ihr beteiligten sich 205 von 603 befragten Organisationen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit.

„Viele Hilfen, die aufgelegt worden sind, haben für die heterogen strukturierte Soziale Arbeit nicht oder zumindest nicht ausreichend gepasst“, kommentierte Christa Larsen, Geschäftsführerin des IAKW, die Studienergebnisse am Freitag. Viele Organisationen hätten keine Hilfen beantragen können. Allein für das vergangene Jahr rechnen die an der Befragung teilnehmenden Organisationen demnach mit Verlusten von mehr als 15 Millionen Euro.

Update vom 7. Mai, 8.03 Uhr: Weitere 1336 Menschen in Hessen haben sich innerhalb eines Tages nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert. Das geht aus Daten des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervor. Die Sieben-Tages-Inzidenz geht weiter zurück und sinkt auf 128,6. Das RKI meldete weitere 19 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus, seit Beginn der Pandemie starben insgesamt 7026 Patienten.

Hessenweit wurden mittlerweile insgesamt 270.669 Corona-Infektionen gemeldet. Die höchste Inzidenz wies weiterhin die Stadt Offenbach mit 234,1 auf. Danach folgte der Odenwaldkreis mit 186,1. Den niedrigsten Wert wies der Hochtaunuskreis mit 82,7 auf.

Update vom 6. Mai, 8.31 Uhr: In Hessen sind innerhalb eines Tages 1613 weitere Corona-Fälle registriert worden. Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner geht weiter zurück und lag am Donnerstag bei 133,3, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

25 Menschen starben mit oder an dem Virus, damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 seit Beginn der Pandemie auf 7007. Hessenweit wurden seither 269.334 Corona-Fälle gemeldet. Die höchste Inzidenz hatte am Donnerstag die Stadt Offenbach mit 241,8, danach folgte Fulda mit 191,4. Drei Kreise (Hochtaunuskreis, Wetteraukreis und Vogelsbergkreis) verzeichneten eine Inzidenz von unter 100.

Corona in Hessen: Wechselunterricht ab Donnerstag auch für Klassen 7 bis 11 wieder möglich

Hessens Schulen können ab Donnerstag auch in den Klassen sieben bis elf wieder Wechselunterricht anbieten. Voraussetzung ist, dass in dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt ihrer Schule die Corona-Inzidenz niedrig geblieben ist. Konkret muss die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (Inzidenz) an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen - Sonn- und Feiertage nicht mitgezählt - unter 165 bleiben.

Bislang dürfen nur die Kinder der Jahrgangsstufen eins bis sechs im Wechselunterricht in ihre Klassen. Die Jahrgänge ab Klasse sieben wurden seit Mitte Dezember im Distanzunterricht mit Homeschooling unterrichtet. Die Abschlussklassen erhielten Präsenzunterricht.

Corona in Hessen: Lockerung der Beschränkungen für geimpfte Bürger

+++ 19.18 Uhr: Für vollständig geimpfte und von einer Corona-Infektion genesene Bürger fallen viele Beschränkungen in Hessen künftig weg. „Wir sind noch mitten in der Pandemie, aber es stimmt mich zuversichtlich, dass die Infektionszahlen derzeit sinken“, erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden die Öffnungsschritte. Zugleich steige die Zahl der geimpften Personen in Hessen deutlich an.

„Für sie gilt: Wer vollständig geimpft ist oder in den letzten sechs Monaten eine Corona-Infektion überstanden hat, wird Negativ-Getesteten gleichgestellt und darüber hinaus bei den Kontaktbeschränkungen künftig nicht mehr mitgezählt“, kündigte der Regierungschef nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts an.

Für vollständig Geimpfte und Genesene entfielen damit zukünftig in Hessen die Kontaktbeschränkungen. Sie zählten zudem nicht mit, wenn sie sich mit anderen nicht-geimpften Personen treffen, erklärte der Ministerpräsident.

Es seien einige Sachverhalte für Hessen angepasst worden, in denen Ausnahmen für geimpfte und genesene Personen von Betretungsverboten oder Personenanzahlbeschränkungen geregelt werden, die in der vom Bund vorgesehenen Verordnung nicht in der Detailtiefe geregelt seien. Diese Regelungen werden den Angaben zufolge greifen, sobald die entsprechende Bundesregelung in Kraft tritt. Das könnte frühestens am Wochenende der Fall sein.

Auch die Besuchsbeschränkungen in den Alten- und Pflegeheimen werden für Genesene und Geimpfte in Hessen gelockert: Für diese Personen entfalle die Testpflicht vor dem Betreten der Heime, teilte Bouffier mit. In den Zimmern gebe es für sie keine Maskenpflicht mehr. Die Beschränkung der täglich möglichen Besuche für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen entfielen vollständig. Die Regelungen für die hessischen Heime gelten nach Angaben der Staatskanzlei ab dem 15. Mai.

Die weiteren, bestehenden Verordnungen zur Bekämpfung des Coronavirus wurden nach den Beschlüssen des hessischen Corona-Kabinetts bis zum 30. Mai verlängert. Über weitere Anpassungen der Regelungen vor allem für Städte und Landkreise mit einer Inzidenz unter 100 werde das Kabinett in der kommenden Woche auch mit Blick auf die geplanten Öffnungsschritte in den hessischen Nachbarländern beraten.

Corona in Hessen: Virologin Sandra Ciesek ist zuversichtlich, dass sich Situation entspannt

Update vom 5. Mai, 8.30 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet für Hessen am Mittwoch eine Sieben-Tages-Inzidenz von 139,1. Damit ist diese im Vergleich zum Vortag ein Stück gesunken. Insgesamt haben sich laut RKI 1732 Menschen innerhalb eines Tages neu mit dem Coronavirus infiziert, die Gesamtzahl der Infizierten liegt damit bei 267.721. Weiterhin seien in Hessen in den vergangenen 24 Stunden 49 weitere Personen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, insgesamt sind es damit seit Beginn der Pandemie 6982 Verstorbene.

440 Covid-Patienten wurden in Hessen nach Zahlen des Divi-Intensivregisters (Stand 7.19 Uhr) auf Intensivstationen behandelt, 218 von ihnen mussten beatmet werden. Der Anteil der Covid-Patienten auf hessischen Intensivstationen lag bei 22 Prozent. 196 der 1773 Intensivbetten im Land waren frei.

Hoffnung macht derweil die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek: Sie ist zuversichtlich, dass sich die Corona-Situation in Deutschland entspannt. „Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstagabend im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. Das Impftempo sei schneller als vorhergesagt, bis zu eine Million Impfungen pro Tag seien eine gute Zahl.

Das Impftempo spiele „eine entscheidende Rolle“ für sinkende Inzidenzwerte, sei aber nicht der einzige Grund. Auch das veränderte Verhalten der Menschen spiele eine Rolle, ebenso wie der beginnende Sommer. „Das ist immer ein Zusammenspiel.“ Gleichzeitig warnt die Virologin davor, sich nach einer Erstimpfung zu sicher zu fühlen. Erst zwei Wochen nach der zweiten Impfung habe man den vollen Impfschutz, der dann auch langristig verankert sei. „Erst mit der zweiten Impfung erreicht man das immunologische Gedächtnis“, sagte Ciesek.

Corona in Hessen: Zahl der befristen Stellen bei Lehrern steigt - Vertretungsbedarf in Schulen gewachsen

Erstmeldung vom 4. Mai: Wiesbaden - Das Berliner Robert-Koch-Institut meldet für Dienstag 387 neue Infektionen mit dem Coronavirus in Hessen. Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 265.989. Die Sieben-Tages-Inzidenz sinkt leicht auf 146,3. Außerdem vermeldet das RKI 29 weitere Todesfälle im Zusammenhang von Covid-19 in Hessen. Die Zahl der Verstorbenen steigt auf insgesamt 6933.

Der Anstieg bei Lehrern mit befristeten Verträgen im hessischen Schuldienst hat sich nach Auffassung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in der Corona-Pandemie weiter beschleunigt. Im vergangenen Jahr sei der Prozentsatz von 6,8 auf 8 Prozent der rund 60.000 Lehrkräfte gestiegen, teilte die GEW mit. Der Anteil steige aber bereits seit 2015. Das Kultusministerium konnte auf Anfrage zunächst keine Angaben zu der Zahl der nur befristet eingestellten Lehrer machen.

Bei den vertraglich befristeten Verträgen handele es sich voraussichtlich um nicht oder nicht voll ausgebildete Lehrkräfte, also ohne zweites Staatsexamen. Voll ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer würden in den meisten Fächern sehr schnell ein Einstellungsangebot bekommen.

Video: Corona regional: Das Update für Hessen

Durch die Pandemie sei der Vertretungsbedarf in den Schulen gewachsen. Lehrkräfte, die ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, könnten sich via Attest vom Präsenzunterricht freistellen lassen. Dies ist laut GEW im April 2021 bei rund 2800 Lehrerinnen und Lehrern der Fall gewesen. Für diese seien aber nur 800 Vertretungskräfte eingestellt worden. Dies hängt nach Auffassung der Gewerkschaft unter anderem mit der viel zu bürokratischen Vergabe bereitgestellter Mittel zusammen. Zudem sei wegen der sich ständig veränderten Unterrichtsorganisation und dem unzureichenden Gesundheitsschutz eine solche Stelle nicht gerade attraktiv und Lehrer im Ruhestand könnten wegen des erhöhten Risikos eines schweren Krankheitsverlaufes nicht mehr angesprochen werden.

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