Ein Restaurant in Darmstadt hat eine Info-Tafel im Außenbereich platziert.
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In immer mehr Städten und Landkreisen in Hessen dürfen Cafés und Restaurants ihre Außenbereiche unter Auflagen wieder öffnen.

Öffnungen im Zwei-Stufen-Plan

Corona in Hessen: Bei einer Inzidenz unter 100 folgen diese Lockerungen in Städten und Kreisen

Die dritte Corona-Welle scheint auch in Hessen überstanden, in vielen Kreisen und Städten gibt es Lockerungen der bislang strengen Corona-Regeln. Dort können wieder mehr Kinder in die Schule. Und im Freien kann in einer Kneipe auch mal ein Bier getrunken werden.

Wiesbaden - In keiner Stadt und in keinem Landkreis in Hessen liegt die Inzidenz am Freitag, 28. Mai, noch über 100. In vielen Regionen gibt es deshalb mittlerweile Lockerungen der Corona-Beschränkungen. So dürfen etwa Cafés und Restaurants ihre Außenbereiche unter Auflagen wieder öffnen, teilweise mittlerweile auch den Innenbereich. Gäste sollten (oder müssen) einen negativen Corona-Test oder einen Nachweis über einen vollständigen Impfschutz vorlegen.

In fast allen hessischen Städten und Landkreisen greifen die Regeln der Bundes-Notbremse nach einer Auflistung des Landes Hessen mittlerweile nicht mehr, weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wie auch im Vogelsberg in den letzten sieben Tagen über mehrere Tage hinweg unter dem Wert von 100 gelegen hat. Damit gelten unter anderem auch keine nächtlichen Ausgangsbeschränkungen mehr.

Corona in Hessen: Diese Lockerungen gibt es in vielen Städten und Kreisen bei einer Inzidenz unter 100

Einzig in den folgenden Städten und Landkreisen gelten die Lockerungen der ersten Stufe des hessischen Plans - Stand 28. Mai - noch nicht: im Kreis Fulda, in der Stadt Kassel, im Schwalm-Eder-Kreis, der Stadt Offenbach, in Waldeck-Frankenberg und Wiesbaden. In Offenbach greift die Landesstufe 1 ab Sonntag, im Kreis Fulda möglicherweise ab Montag, 31. Mai. In den fünf Städten und Landkreisen gilt aktuell weiterhin die Bundes-Notbremse mit strengeren Corona-Regeln für Familientreffen, Sport und Einkaufen.

In Darmstadt-Dieburg, dem Hochtaunuskreis, dem Main-Taunus-Kreis, dem Vogelsbergkreis sowie dem Wetteraukreis gilt dafür sogar bereits die Landesstufe zwei. Hier darf unter anderem der gesamte Einzelhandel ohne Termin sowie mit Testempfehlung und die Innengastronomie (mit negativem Test) für Besucher öffnen.

Der Zwei-Stufen-Plan für Corona-Lockerungen sieht Folgendes vor: Zunächst gilt Stufe 1, bei der etwa die Schulklassen 1 bis 6 sowie Abschlussklassen wieder in Präsenz unterrichtet werden können. Für die Klassen 7 bis 11 ist Wechselunterricht vorgesehen. In den Kitas beginnt der Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Zoos und Museen dürfen unter Auflagen wieder öffnen. (Bleiben Sie mit unserem Corona in Hessen Ticker auf dem Laufenden.)

Corona in Hessen: Cafés und Restaurants dürfen die Außenbereiche wieder öffnen

Zu den ersten, die nach dem Stufenplan des Landes Hessen ihre Außengastronomie Mitte Mai öffnen durften, gehörten die Gastronomen in der Darmstädter Innenstadt. Bei kühlen Temperaturen nutzten Darmstädter das Angebot und tranken Kaffee oder Tee. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sprach von ersehnten Lockerungen. „Dies ist mit großer Disziplin erreicht worden - eine Disziplin, die auch weiterhin nötig ist. Denn die Erleichterungen sind mit Regeln verbunden. Nur wenn wir sie einhalten, kann sich die gegenwärtig positive Entwicklung verstetigen.“

Dass immer mehr Regionen in Hessen lockern können - perspektivisch bald wohl alle - ist auch aus Sicht des Hauptgeschäftsführers des Dehoga in Hessen, Julius Wagner, „sehr, sehr positiv“ für die Branche. Das festgelegte schrittweise Vorgehen bei den Lockerungen eröffne den Gastronomen Perspektiven und Planungssicherheit. Allerdings werde die Aufbruchstimmung etwas dadurch gedämpft, dass für diese teils strengere Auflagen gelten als für andere Branchen.

Corona-Lockerungen: Gastronomie und Händler in Hessen zufrieden

Auch die Händler sind mit den bisherigen Erfahrungen mit den hessischen Lockerungsstufen zufrieden. „Grundsätzlich geht es in Hessen in die richtige Richtung“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Hessen, Sven Rohde. Dass in den betreffenden Kommunen kein Corona-Test fürs Shoppen benötigt wird, sei „ein großer Vorteil, weil das immer ein Hemmschuh war“. Und es erleichtere ungemein, in der zweiten Öffnungsstufe nicht mehr die Kontaktdaten der Kunden vermerken zu müssen. Wichtig sei zudem das Zusammenspiel mit der Gastronomie.

Auch Tourismus ist wieder unter bestimmten Corona-Bedingungen möglich. So öffneten am 17. Mai nach monatelanger Schließung die ersten beiden Jugendherbergen in Hessen wieder für touristische Übernachtungen. Dabei handele es sich um die Häuser in Biedenkopf und Darmstadt, teilte der Landesverband Hessen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) in Bad Homburg mit. Seit einer Woche sind die Häuser Bad Homburg, Oberreifenberg und auf dem Hoherodskopf geöffnet.

Corona: Ministerpräsident Volker Bouffier will Impfung von Jugendlichen in Arztpraxen

Den Vorgaben der hessischen Landesregierung zufolge können zudem Fitnessstudios nach vorheriger Anmeldung und Negativ-Test besucht werden. Hierfür können nach Angaben des Sozialministeriums auch die zugelassenen Selbsttests aus Supermärkten oder Drogerien benutzt werden, wenn sie vor Ort und unter Aufsicht von Verantwortlichen stattfinden. In der zweiten Lockerungsstufe dürfen auch Schwimmbäder öffnen, Mannschaftssport ist unter Auflagen möglich.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) kündigte an, dass das Land im Juni die Impfpriorisierung aufheben möchte, so dass in der Corona-Impfkampagne die Registrierung für alle Bürger offen sei. Bei der Terminvergabe würden allerdings zunächst noch solche Menschen bevorzugt, die einer der priorisierten Gruppen 1 bis 3 angehören.

Video: Hintergrund: Sollen Kinder geimpft werden?

Hessen möchte außerdem noch vor den Sommerferien damit beginnen, Schülerinnen und Schülern ab dem 12. Lebensjahr ein Corona-Impfangebot zu unterbreiten, damit diese im Idealfall bis zum Start des neuen Schuljahres mindestens einmal geimpft sind. Ein Bund-Länder-Gipfel hat am Donnerstag, 27. Mai, beschlossen, Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ab dem 7. Juni ein grundsätzliches Impfangebot zu machen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) plant, Minderjährige in Hessen vor allem in den Arztpraxen impfen zu lassen. (dpa)

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