Zwei Personen mit Mundschutz stehen in einer Buchhandlung und schauen sich Bücher an.
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Die neuen Corona-Regeln in Hessen verkündet Volker Bouffier am heutigen Dienstag.

Lockdown

Corona in Hessen: Diese neuen Regeln gelten über Ostern - Kabinett tagte

  • Lea Marie Kläsener
    vonLea Marie Kläsener
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Hessen hatte zuletzt die Corona-Regeln gelockert. Allerdings haben Bund und Länder bei der Konferenz am Montag, 22. März, einen radikalen Lockdown über Ostern beschlossen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) teilte nach der Sitzung des Corona-Kabinetts mit, dass der Corona-Lockdown in Hessen verlängert wird.

+++ 19.43 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Verlängerung des Corona-Lockdowns mit Verschärfungen an Ostern als notwendigen Schritt zur Bekämpfung des Virus verteidigt. Er wisse, dass die Menschen in Hessen von den anhaltenden Corona-Maßnahmen erschöpft seien und nun enttäuscht werden, sagte der Regierungschef am Dienstag in Wiesbaden.

„Der Schritt ist angesichts der pandemischen Lage und der Mutanten des Virus aber leider notwendig.“ Mit den geplanten fünf Ruhetagen über Ostern - vom 1. bis einschließlich 5. April soll das Land weitgehend heruntergefahren werden - könne es möglich sein, die neue Corona-Welle zu brechen. Die neuen Corona-Regeln sollen ab dem kommenden Montag, 29. März, und bis zunächst dem 18. April in Hessen gelten.

+++ 10.59 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hält Corona-Lockerungen in der aktuellen Lage nicht für angebracht. „Deutschland steht vor einer großen Herausforderung, die wir mit entsprechenden Anstrengungen meistern müssen“, sagte er am Dienstagmorgen nach den rund zwölfstündigen Bund-Länder-Beratungen. Es müsse nun so schnell wie möglich weitergeimpft werden. Außerdem will Bouffier mit einer Teststrategie weitere Möglichkeiten für spätere Öffnungen schaffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten in der Nacht zum Dienstag den schärfsten Corona-Lockdown seit Beginn der Pandemie beschlossen. Insgesamt soll er bis zum 18. April verlängert werden. Die Beschlüsse sehen vor, dass das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben über Ostern vom 1. bis einschließlich 5. April weitgehend heruntergefahren wird. Am 12. April soll das nächste mal beraten werden.

Corona-Lockdown in Hessen: Welche neuen Regeln gelten?

Hessens Wirtschaft bezeichnet die Corona-Beschlüsse als „schmerzhaft“. Die Notbremse sei nicht notwendig, weil etwa Teile der Wirtschaft zu schnell geöffnet worden seien. „Sie ist erforderlich, weil der Staat zu langsam ist: Beim Impfen, der Testorganisation, beim Nachvollziehen von Kontakten, beim Impfpass“, kritisierte Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK). „Von einem Lockdown in den nächsten zu taumeln, produziert Frust und Perspektivlosigkeit.“ Das gehe bei vielen Betrieben an die Existenz.

Eine Öffnung der Außengastronomie würde mehr Sicherheit bedeuten, „weil sich die Menschen nach Monaten der Entbehrung nicht mangels Alternativen im Privaten treffen“, argumentierte Flammer. Hessens Wirtschaft übernehme in der Pandemie Verantwortung. Fast jeder zweite Betrieb biete regelmäßig Corona-Tests an oder starte in Kürze damit. „In kürzester Zeit und trotz unvollständiger Informationen wurde das organisiert“, sagte Flammer.

Update vom 23. März, 8.50 Uhr: Das Corona-Kabinett der schwarz-grünen Landesregierung wird an diesem Dienstag über die Corona-Beschlüsse der Bund-Länder-Schalte beraten und die neuen Regeln für die hessische Bevölkerung festlegen. Anschließend will Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Beschlüsse bei einer Pressekonferenz vorstellen (17 Uhr).

Die bei den Beratungen von Bouffier mit den Regierungschefs der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam vereinbarten Schritte müssen in einer neuen und zeitlich befristeten Verordnung für Hessen fixiert werden.

Corona-Lockdown in Hessen: Kabinett tagt am Dienstag

Update vom 22. März, 14.16 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) rechnet am Montag erneut mit stundenlangen Bund-Länder-Verhandlungen über die weiteren Maßnahmen in der Corona-Pandemie. Aus diesem Grund will der Ministerpräsident erst am Dienstag detailliert über die Beschlüsse der Schalte mit den Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berichten. Eine Pressekonferenz am Abend soll es nur geben, wenn die Bund-Länder-Gespräche wider Erwarten frühzeitig zu Ende gehen, heißt es aus der Staatskanzlei.

Nach einer Sitzung des hessischen Corona-Kabinetts wird Bouffier dann voraussichtlich am Dienstagnachmittag die konkreten Schritte für die hessische Bevölkerung bei einer Pressekonferenz verkünden. Wegen der steigenden Corona-Zahlen wird bundesweit mit einer generellen Verlängerung des Lockdowns gerechnet. Es könnten über Ostern jedoch möglicherweise die strengen Kontaktregeln für Verwandtenbesuche etwas gelockert werden, wie aus Vorschlägen vor dem offiziellen Start der Bund-Länder-Gespräche hervorgeht.

Corona-Lockdown in Hessen: Diese Regeln gelten - Mehr Kontakte und Öffnungen möglich

Update von 16.18 Uhr: Hessen lockert in vielen kleinen Schritten die strengen Corona-Regeln. Die Menschen dürfen sich wieder in größeren Gruppen treffen. Die hessische Landesregierung lässt nach den Beschlüssen von Donnerstag zudem teilweise die Öffnung des Handels sowie von Freizeit- und Kultureinrichtungen zu. Auch Freizeit- und Amateursport in kleinen Gruppen und für Kinder wird wieder möglich.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) warnt die Bevölkerung eindringlich davor, wegen der Lockerung der Corona-Maßnahmen die Vorsicht vor einer Ansteckung mit dem Virus zu vernachlässigen. Es müsse verantwortungsvoll mit den Öffnungsschritten umgegangen werden. (Bleiben Sie mit dem News-Ticker zur Corona-Lage in Hessen auf dem Laufenden.)

Folgende neuen Corona-Regeln gelten ab kommendem Montag, 8. März, und sind zunächst bis zum 28. März befristet:

Private Treffen: Um die Corona-Pandemie einzugrenzen, sollen die Einschränkung von Kontakten weiter ein wichtiges Instrument sein. Die Lockerung sieht nun vor, dass Treffen von zwei Haushalten mit höchstens fünf Personen wieder möglich sind. Kinder bis 14 Jahren zählen nicht mit. Bislang galt: ein Haushalt plus eine weitere Person, dazugehörige Kinder bis 14 zählten ebenfalls nicht mit.

Einkaufen: Baumärkte, Gartenmärkte, Baumschulen sowie Buchhandlungen dürfen öffnen. Alle weiteren Geschäfte dürfen „Click & Meet“ anbieten. Das bedeutet, dass Beratung und Verkauf mit vorheriger Terminvereinbarung und Datenerfassung erfolgen kann. Es gelten zudem Corona-Zugangsbeschränkungen: eine Person je angefangener 40 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Sport und Freizeit: Freizeit- und Amateursport ist entsprechend der erweiterten Kontaktregeln möglich - also mit bis zu zwei Haushalten mit höchstens fünf Personen. Kinder unter 14 Jahren dürfen Sport unter freiem Himmel auch in Gruppen machen. Sportanlagen können vor Ort auch weiterhin geöffnet werden. In Fitnessstudios kann – bei entsprechenden Corona-Hygienevorkehrungen – mit Einzelterminen trainiert werden. Erlaubt ist nur eine Person je 40 Quadratmetern Trainingsfläche. Eine Datenerfassung muss erfolgen.

Freizeit und Kultur: Museen, Schlösser, Gedenkstätten, Tierparks, Zoos und botanische Gärten dürfen mit umfassendem Corona-Hygienekonzept öffnen. Eine Terminvereinbarung ist notwendig. Dabei müssen die Kontaktdaten hinterlegt werden, um Kontakte nachverfolgen zu können.

Corona-Regeln werden ab Montag in Hessen gelockert

Dienstleistungen im Bereich Körperpflege: Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege dürfen unter strengen Auflagen öffnen. Dazu zählen Terminvereinbarung und Kontaktdatenerfassung. Wenn bei der Behandlung nicht durchgehend eine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus getragen werden kann, soll ein tagesaktueller Schnelltest vorliegen oder vor Ort ein Selbsttest durchgeführt werden.

Quarantäne: Nach einer positiven Selbsttestung muss sich der Getestete unmittelbar in Quarantäne begeben und zusätzlich einen PCR-Test durchführen. Einreisende aus Virusvarianten-Gebieten müssen sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Eine Verkürzung durch einen negativen Corona-Test ist nicht möglich. Die Vorgaben gelten auch für geimpfte Personen.

Corona-Lockdown in Hessen: Mehr Kontakte und weitere Öffnungen ab Montag

Erstmeldung vom 4. März, 13.28 Uhr: Wiesbaden - Nach der Videokonferenz der Regierungschefs von Bund und Ländern zu den Corona-Regeln am Mittwoch will Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag über die für Hessen beschlossenen Maßnahmen informieren. Nach Angaben der Staatskanzlei vom Mittwochabend wird die Pressekonferenz voraussichtlich um 14.30 Uhr in Wiesbaden stattfinden - nach einer Sitzung des hessischen Corona-Kabinetts.

Die Länderchefs hatten sich mit Kanzlerin Angela Merkel darauf geeinigt, dass der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland grundsätzlich bis zum 28. März verlängert wird. Allerdings soll es je nach Infektionslage viele Öffnungsmöglichkeiten geben. Vereinbart wurde eine stufenweise Öffnungsstrategie mit eingebauter Notbremse: Führen einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen in einer Region, werden automatisch alle schon erfolgten Erleichterungen wieder gestrichen.

Der Corona-Lockdown wird zunächst verlängert. Das haben Bund und Länder bei einem Treffen besprochen.

Der Corona-Stufenplan sieht etwa vor, dass ab Montag, 8. März, Buchhandlungen, Blumengeschäfte, Gartenmärkte öffnen dürfen - mit einer Beschränkung von Kunden je nach Verkaufsfläche. Außerdem sollen ab dem 8. März - je nach regionaler Inzidenz - der Einzelhandel, Museen, Galerien und Zoos öffnen. Auch für den Sport sind Lockerungen geplant.

Video: Corona-Pandemie - Bund und Länder weisen Weg aus dem Lockdown

Persönliche Kontakte sollen wieder vermehrt möglich sein: Ab Montag sollen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Paare sollen generell als ein Hausstand zählen. Sinkt die Inzidenz unter 35, können Treffen von bis zu zehn Personen aus drei Haushalten erlaubt werden. Kinder bis 14 Jahre kommen jeweils hinzu. Wie die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz in Hessen umgesetzt werden, erklärt Volker Bouffier dann bei einer Pressekonferenz, nachdem das Corona-Kabinett getagt hat.

Bouffier hatte die geplante Corona-Lockdown-Verlängerung begrüßt. „Worauf wir uns von Seiten der Länder mit dem Bund verständigt haben, ist ein Kompromiss“, sagte er am Mittwochabend nach den Beratungen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Man müsse weiter vorsichtig sein, um das Erreichte nicht zu gefährden. „Für uns ist von Bedeutung, dass sich wichtige Teile des hessischen Perspektivplans in dem Beschluss wiederfinden.“ Erst am Montag, 1. März, durften die Friseure trotz Corona-Lockdowns wieder öffnen. (mit dpa-Material)

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