Zwei Menschen sitzen bei gutem Wetter in einem Biergarten und stoßen mit einem Bier an.
+
Mit einem negativen Corona-Testergebnis könnte man in einer Modellregion zum Beispiel in Modeläden einkaufen oder auch in der Außengastronomie bewirtet werden.

Live-Ticker

Corona in Hessen: Drei Modellkommunen arbeiten an Konzepten - Alsfeld will am 8. April loslegen

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
    schließen

Drei Städte in Hessen sind als Corona-Modellregionen für erste Öffnungsschritte ausgewählt worden: Alsfeld, Baunatal und Dieburg. Das gaben der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) bekannt.

+++ 18.07 Uhr: Die drei Modellstädte, die in Hessen Öffnungsmöglichkeiten in der Pandemie testen dürfen, arbeiten an der Umsetzung ihrer Konzepte. „Ein erstes Gespräch mit Vertretern von Handel, Gastronomie und Kino hat bereits stattgefunden, in dem es um die notwendigen Festlegungen ging“, teilte die Stadt Baunatal am Mittwoch mit. Das Projekt soll sich demnach zunächst nur an die Baunataler Bürger richten und „auf den klaren Innenstadtbereich begrenzt werden, auch um stets eine Kontrolle der Maßnahmen gewährleisten zu können“. Als „Eintrittskarte“ für Lokale oder Läden gilt ein negativ ausgefallener Corona-Test.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) hatten am Vortag bekanntgegeben, dass neben Baunatal auch das südhessische Dieburg sowie Alsfeld im Vogelsbergkreis als Modellkommunen Öffnungsschritte für Handel, Gastronomie oder Veranstaltungen erproben können. Grundlage dafür sind unter anderem umfangreiche Teststrategien. Bei der Auswahl spielten auch Kriterien wie die Sieben-Tages-Inzidenz eine Rolle. In Alsfeld soll es am kommenden Donnerstag (8. April) losgehen. Dieburg hatte zunächst noch keinen Termin genannt.

Corona-Modellkommunen in Hessen: Fulda und Hünfeld sind enttäuscht

Update vom 31. März, 12.20 Uhr: In den Städten Fulda und Hünfeld herrscht Enttäuschung über die Entscheidung des Ministerpräsidenten. Beide Kommunen hatten sich ebenfalls als Modellregion für eine Öffnungsstrategie beworben. Sowohl Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld als auch Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok (beide CDU) sehen ihre Kommunen gut aufgestellt für ein Modellprojekt.

+++ 17.02 Uhr: Der Alsfelder Bürgermeister Stephan Paule (CDU) zeigte sich sehr erfreut, dass die Stadt im Vogelsbergkreis ausgewählt wurde. Erste Schritte habe man mit der Schaffung von Testkapazitäten bereits unternommen, diese würden nun weiter ausgebaut. Vor Ostern gehe man noch in die Feinplanung, am Dienstag und Mittwoch nach Ostern könnten dann die Händler entsprechende Vorbereitungen treffen.

Corona in Hessen: Baunatal, Alsfeld und Dieburg erproben Modell für Öffnungen   

Am kommenden Donnerstag (8. April) wolle man dann loslegen, erklärte Paule.  Kunden könnten dann ihre tagesaktuellen negativen Corona-Tests an der Ladentür vorlegen und nach der Aufnahme ihrer Kontaktdaten in den Geschäften einkaufen. Für die örtliche Wirtschaft in der Stadt mit rund 16.000 Einwohnern sei die Entscheidung eine gute Nachricht.

Gerade die klassischen Einzelhändler seien stark von den Corona-Maßnahmen der vergangenen Monate betroffen gewesen. Sie hofften, dass ein Teil der Umsätze wiederkomme, sagte Paule. Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) hatte erklärt, dass verschiedene Regionen als Modellregion gewählt worden seien, um auch einer möglichen Überlastung der Krankenhäuser vorzubeugen.

Nach den Worten von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) fiel die Wahl bewusst nicht auf größere Städte oder gar ganze Landkreise. Die drei Kandidaten seien von der Größenordnung geeignet, allgemeine Erkenntnisse zu gewinnen, sagte der Regierungschef. Die Kommunen müssten in den Versuchen unter anderem überprüfbare Nachweise wie etwa Tagespässe oder IT-gestützte Berechtigungen für den Zugang zu den Geschäften sicherstellen und eine engmaschige Kontrolle des Infektionsgeschehens gewährleisten.

Es sei keineswegs so gedacht, über diesen Weg alle Beschränkungen loszuwerden, sagte Bouffier. Bei einem erfolgreichen Verlauf der Modellprojekte könne allerdings beraten werden, weitere Modellregionen hinzuzunehmen, erläuterte Bouffier. „Wir schaffen über das Modellprojekt ein Stück weit Perspektiven für das soziale Miteinander“, sagte Klose. 

Corona in Hessen: Vogelsbergkreis sagt Modellstadt Alsfeld Unterstützung zu

+++ 15.55 Uhr: Die Pressekonferenz mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) zur Bekanntgabe der Corona-Modellregionen in Hessen ist beendet. Das nordhessische Baunatal, Alsfeld in Mittelhessen im Vogelsberg und das südhessische Dieburg sollen als Modellstädte Öffnungsmöglichkeiten in der Corona-Pandemie testen. 

+++ 15.50 Uhr: Das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises begleitet das Projekt der Corona-Modellstadt in Alsfeld. Bereits am Dienstagnachmittag nahm es nach eigenen Angaben Kontakt zur Stadt Alsfeld auf. „Wir haben eine vernünftige Teststrategie im Vogelsberg aufgebaut und die Kontaktverfolgung in unserem Gesundheitsamt durch die Bundeswehr noch weiter verstärkt“, erklärte Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak.

Der Erste Kreisbeigeordneter weiter: „Damit haben wir entscheidende Voraussetzungen für die Modellkommune Alsfeld geschaffen.“ Mischak riet trotz aller Euphorie zu Besonnenheit: „Wir müssen die Inzidenz im Blick haben. Sie muss dauerhaft unter der kritischen Marke von 200 bleiben.“

Corona in Hessen: Vogelsberg-Landrat spricht von „positiver Nachricht für die Region“

+++ 15.48 Uhr: Gesundheitsminister Kai Klose mahnte in der Pressekonferenz abschließend nochmals zur Vorsicht. „In Tübingen laufen auch nicht alle plötzlich ohne Maske rum.“ Der Grünen-Politiker wies in diesem Zusammenhang nochmals auf die „harten Abbruch-Kriterien“ für die Corona-Modellregionen hin (siehe Update von 15.26 Uhr). Grundlage der möglichen Öffnungen etwa für Handel und Veranstaltungen sind umfangreiche Teststrategien.

+++ 15.46 Uhr: Landrat Manfred Görig ergänzte in der Presseinformation: „Heute Vormittag wurden wir vom Ministerium angefragt, ob wir der Ernennung Alsfeld als Modellkommune zustimmen werden. Das haben wir natürlich getan und sagen der Stadt Alsfeld unsere Unterstützung zu.“ Görig wies darauf hin, dass die Inzidenz in Alsfeld im Moment bei einem Wert von 60,82 liegt.

+++ 15.44 Uhr: „Alsfeld wird Modellkommune – das ist eine positive Nachricht für die Region.“ Mit diesen Worten kommentierte Landrat Manfred Görig in einer Pressemitteilung die Entscheidung des Landes und sicherte der Stadt Alsfeld die Unterstützung des Vogelbergkreises zu.„Ich hätte es lieber gesehen, wenn wir als Landkreis Modellregion geworden wären. Daher hatten wir uns auch beworben, aber die sehr unterschiedliche Inzidenz im Landkreis lässt es nicht zu.“

Corona in Hessen: Alsfeld, Baunatal und Dieburg werden zu Modellregion

+++ 15.42 Uhr: Volker Bouffier ging in der Pressekonferenz dann nochmals auf Alsfeld als ausgewählte Corona-Modellregion ein. Die Stadt im Vogelsberg kann entscheiden, ob sie die Öffnungsstrategie erst einmal nur mit Bürgern aus der eigenen Stadt beginnt. Oder aber auch mit Personen aus dem Umland, erklärte der CDU-Ministerpräsident.

+++ 15.38 Uhr: Laut Bouffier gab es knapp unter 100 Bewerbungen Städten und Gemeinden sowie Regionen als Corona-Modellregion. Gesundheitsminister Klose ergänzte, dass die drei ausgewählten Kommunen über den Start als Modellregion entscheiden. Schlusspunkt für den Test sei aber auf jeden Fall erst einmal der 1. Mai. Den Kommunen sei auch vorbehalten, ob erst einmal bestimmte Bereiche (Kultur, Gastronomie) für die Öffnungstests ausgewählt werden.

+++ 15.29 Uhr: Bouffier nennt nun die Corona-Modellregionen. Zu diesen gehören Baunatal (Landkreis Kassel) und Alsfeld im Vogelsberg und in Südhessen Dieburg (Landkreis Darmstadt-Dieburg). Baunatal hat mit Kassel eine Großstadt in der Nähe. Bei Alsfeld handelt es sich im eine Stadt aus eine ländlichen Region mit großem Einzugsgebiet, begründet Bouffier unter andrem die Auswahl.

Corona in Hessen: Gesundheitsminister nennt „harte Abbruchkriterien“ für Modellprojekt

+++ 15.26 Uhr: „Es gibt auch harte Abbruchkriterien“, sagt Klose. Das sei zum Beispiel auch der Fall, wenn eine Überlastungssituation in einem zuständigen Krankenhaus entsteht. Oder wenn entsprechend die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen zu hoch ist. Laut Bouffier werden erst einmal keine größeren Städte oder ganze Landkreise zu Modellregionen, wie auch die „Frankfurter Rundschau“ berichtete.

+++ 15.22 Uhr: Die Modellphase für die Modellregionen gilt laut Bouffier bis zum 1. Mai. Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) sprach dann zu den Kriterien. So müsse das jeweilige Gesundheitsamt zustimmen. „Das ist eine Grundvoraussetzung.“ Zudem ist auch die Sieben-Tages-Inzidenz zu beachten. Sie müsse stabil unter 200 liegen. Zudem müssen Test-Kapazitäten vorhanden sein und die Einhaltung der Hygienevorschriften muss gewährleistet sein

+++ 15.17 Uhr: Laut Ministerpräsident Volker Bouffier hätten sich auch Städte und Gemeinde als Modellregion beworben, in denen aktuell aufgrund hoher Corona-Inzidenzen Ausgangssperren bestehen. Da müsse man „die Kirche im Dorf lassen“, meinte Bouffier. „Es liegt auf der Hand, dass das so nicht funktioniert.“

Corona in Hessen: Welche Städten und Gemeinden werden Modellregion?

Update vom 30. März, 15.14 Uhr: Die Pressekonferenz zu den Corona-Modellregionen in Hessen mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) hat begonnen. Bouffier erklärte zu Beginn, dass sich das Land Hessen nicht vor Bewerbern habe retten können. „Intelligente Konzepte“ müssten doch mehr erlauben, anstatt „Schließen, Öffnen, Schließen, Öffnen“.

Erstmeldung vom 30. März, 14.56 Uhr: Wiesbaden/Fulda - In den Corona-Modellregionen in Hessen sollen Menschen mit einem negativen Schnelltestergebnis zum Beispiel wieder Restaurants, Geschäfte und Kultureinrichtungen besuchen können - unter Einhaltung von Abstands- und Maskenpflicht. Zahlreiche Städte und Kommunen in Hessen hatten sich als Modellregionen für erste Öffnungsschritte beworben.

Unter den Bewerbern für eine Corona-Modellregion im Land Hessen waren unter anderem Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Darmstadt, Fulda, Hünfeld, der Vogelsbergkreis und im Main-Kinzig-Kreis auch Hanau und Bad Soden-Salmünster sowie Büdingen im Wetteraukreis. Zu den Interessenten gehörten unter anderem auch Alsfeld im Vogelsberg, Bad Nauheim, Ginsheim-Gustavsburg und Willingen in Zusammenarbeit mit dem Kreis Waldeck-Frankenberg.

Die Pressekonferenz zu den Corona-Modellregionen für Hessen mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) war am Dienstag zunächst für 13 Uhr angekündigt worden, wurde dann aber auf 15 Uhr verschoben.

Corona in Hessen: Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert Modellprojekte

Deutliche Kritik an den Plänen gab es hingegen von Seiten der Bundeskanzlerin. Angela Merkel (CDU) hatte angesichts der dritten Corona-Welle allen geplanten Lockerungen und Modellprojekten in Deutschland eine klare Absage erteilt. In der ARD-Sendung Anne Will hatte sie am Sonntagabend massiven Druck auf die Länder ausgeübt, um diese zum Umsetzen der Notbremse und noch schärferer Maßnahmen zu bewegen.

Angela Merkel hatte auch angedeutet, dass der Bund tätig werden könnte, wenn die Länder nicht die nötigen Maßnahmen ergreifen sollten. Neben Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden hatten sich weitere Städte und Kreise beim Land Hessen als Modellregion beworben - unter anderem auch Fulda. Die Barockstadt erhofft sich mit der Öffnungsstrategie Perspektiven für den innerstädtischen Handel und die Gastronomie in der Corona-Pandemie.

Neben Fulda hatte sich mit Hünfeld auch noch eine zweite Stadt aus dem Landkreis Fulda in Osthessen als Modellregion für eine Corona-Öffnungsstrategie beim Land Hessen beworben. City-Marketing und IHK hatten positiv auf die Bewerbung von Fulda als Modellregion reagiert. Der Landkreis Fulda begrüßte die Bewerbung beider Städte.

Video: Einzelhändler in Fulda fordern bei Corona-Demo Öffnung der Geschäfte

Auch Hanau und Bad Soden-Salmünster im Main-Kinzig-Kreis hatten sich beim Land Hessen Modellregion für Corona-Öffnungsstrategien beworben. Gleiches gilt auch für den ganzen Vogelsberg. Der Vogelsbergkreis hatte sich ebenfalls beim Hessischen Sozialministerium um die Anerkennung als Corona-Modellregion für weitere Öffnungsschritte beworben.

Die Idee bei der Modellregion: Vor dem Einkaufen steht ein Coronavirus-Schnelltest an einem Testzentrum. Fällt dieser negativ aus, gibt es eine Bescheinigung, mit der dann in den folgenden 24 Stunden Einkaufen möglich ist. Vor Betreten der Läden soll auch noch - auf freiwilliger Basis - kontaktlos Fieber gemessen werden.

Bund und Länder hatten beim jüngsten Corona-Gipfel beschlossen, dass die Länder in ausgewählten Regionen unter bestimmten Bedingungen zeitlich befristete Modellprojekte starten können. Für Hessen gilt: Es solle „modellhaft“ erprobt werden, wie sich eine teilweise Öffnung des öffentlichen Lebens etwa in Städten oder Regionen mit niedrigen Inzidenzen in Verbindung mit einem „Testregime“ auf die Infektionszahlen auswirkt. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema