Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wird heute über die neuen Corona-Beschlüsse berichten
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Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wird heute über die neuen Corona-Beschlüsse berichten

Inzidenzen teilweise über 800

Neue Corona-Regeln in Hessen: Nachbarn Thüringen und Bayern aktuell stark betroffen

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Die Landesregierung in Hessen hat wegen der steigenden Corona-Zahlen zusätzliche Regeln zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus beschlossen. Die Nachbarn Thüringen und Bayern sind aktuell stark betroffen.

Update vom 8. November, 16.44 Uhr: Hessen verschärft die Corona-Regeln für Menschen ohne Impfschutz und für Beschäftigte, die am Arbeitsplatz Kontakt zu externen Kunden haben. Auch in den Schulen soll deutlich mehr getestet werden. Das hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag als Konsequenz aus den steigenden Corona-Zahlen angekündigt.

Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss demnach in Hessen zur Teilnahme an 3G-Veranstaltungen oder beim Betreten von vielen 3G-Einrichtungen in Zukunft einen aktuellen PCR-Test vorlegen. Ein Antigen-Schnelltest reiche dazu nicht mehr aus.

Corona in Hessen: Bouffier verkündet neue Regeln

Erstmeldung vom 8. November, 13.09 Uhr: Wiesbaden - Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) werden über die Beschlüsse an diesem Montag (15.30 Uhr) in Wiesbaden berichten. Vor wenigen Tagen hatte die Landesregierung in Hessen bereits die Corona-Testpflicht in den hessischen Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern verschärft.

Außerdem wurde die Coronavirus-Schutzverordnung im Land bis Ende November verlängert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montagfrüh wurden in Hessen binnen eines Tages 583 neue Corona-Fälle registriert. Demnach liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 149,0 (Vortag: 145,0). Am 1. November hatte die Sieben-Tage-Inzidenz in Hessen bei 124,2 gelegen.

Corona in Hessen: Neue Maßnahmen - Nachbarn Thüringen und Bayern stark betroffen

Am höchsten von allen Bundesländern war die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag (8. November) unterdessen nach wie vor in Sachsen mit einem Wert von 491,3. Aber auch das hessische Nachbarland Thüringen ist aktuell mit einer Inzidenz von 427,5 stark betroffen. Ein weiteres Nachbarland von Hessen, Bayern, hat die aktuell dritthöchste Sieben-Tage-Inzidenz: 316,2.

Die weiteren Nachbarländer von Hessen weisen aktuell nicht ganz so hohe Corona-Inzidenzen auf: Baden-Württemberg (253,1), Nordrhein-Westfalen (123,2), Rheinland-Pfalz (123,4), Niedersachsen (104,7). Die geringste Sieben-Tage-Inzidenz alle 16 Bundesländer hat aktuell Schleswig-Holstein (75,5). In dem Bundesland im Norden gibt es auch mit 74,2 Prozent aktuell den größten Bevölkerungsanteil, der mindestens einmal geimpft worden ist.

In Sachsen (59,3 Prozent Prozent) ist der Bevölkerungsanteil, der mindestens einmal geimpft worden ist, aktuell (8. November 2021) am kleinsten. In Hessen ist 69,5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. In den Nachbarländer von Hessen reicht die Spanne der Impfquote von 74,1 Prozent (Nordrhein-Westfalen) und 72,1 Prozent (Niedersachsen) bis hin zu 66,8 Prozent (Bayern) und 62,5 Prozent (Thüringen). Rheinland-Pfalz (71,2 Prozent) und Baden-Württemberg (66,9 Prozent) liegen dazwischen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen erreichte am Montag (8. November) insgesamt in Deutschland den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl der bestätigten Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 201,1 an. Der bisherige Rekordwert wurde auf dem Höhepunkt der zweiten Corona-Welle am 22.12.2020 mit 197,6 erreicht.

Im Hessen-Nachbarbundesland Thüringen wies das RKI für den Landkreis Sonneberg am Montag die mit Abstand höchste Sieben-Tage-Inzidenz aus. Sie lag dort bei 823,9. Mehr als 500 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und sieben Tage wurden zudem für die Landkreise Gotha (535,8), den Ilm-Kreis (525,5), den Unstrut-Hainich-Kreis (522,1) und Schmalkalden-Meiningen (503,1) ausgewiesen. Am niedrigsten lag die Inzidenz in Thüringen im Landkreis Sömmerda mit 269,1.

Im Hessen-Nachbarbundesland Bayern überschritt die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen nach Angaben der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) die kritische Marke von 600: Nun dürfte die sogenannte Krankenhaus-Ampel auf Rot springen. Dann wird die 2G-Regel im ganzen Freistaat deutlich ausgeweitet, Ungeimpfte haben zu vielen Veranstaltungen und Einrichtungen auch mit Test keinen Zugang mehr.

Am Montagvormittag wurden laut Divi 604 Corona-Patienten auf den Intensivstationen der bayerischen Krankenhäuser behandelt (Stand: 8.45 Uhr). Laut Divi waren am Montagvormittag in Bayern noch 316 der aktuell 3067 betreibbaren Intensivbetten frei. Die Zahlen ändern sich je nach aktueller Belegung ständig und werden auf der gemeinsamen Homepage von Divi und RKI laufend aktualisiert.

Video: Corona regional - Das Update für Hessen

Bereits seit Sonntag gelten in Bayern verschärfte Corona-Regeln für alle: Der Maskenstandard wurde generell auf FFP2 erhöht. Wo bisher die 3G-Regel galt, gilt nun 3G-plus. Das bedeutet, wer nicht geimpft oder genesen ist, bekommt Zugang nur mit einem teuren PCR-Test - ein einfacher Antigen-Schnelltest reicht nicht mehr. Davon ausgenommen sind Hochschulen. In Clubs und Diskotheken gilt sogar 2G: Ungeimpfte bekommen keinen Zutritt mehr. Ab Montag müssen alle Schülerinnen und Schüler wieder Masken im Unterricht tragen.

Die bundesweit zweithöchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte der Landkreis Rottal-Inn mit 833,3, dicht gefolgt vom Landkreis Mühldorf am Inn mit 831 - ein bisher unerreichtes Niveau. So hoch waren die Werte noch nie. Bayernweit hat nur noch die Stadt München eine Inzidenz von unter 100. Der bundesweit aktuell am stärksten betroffene Landkreis ist der Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 924,3. (mit dpa-Material)

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