In Fulda sind nicht alle Einzelhändler Feuer und Flamme für die 2G-Regel. (Archivfoto)
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In Fulda sind nicht alle Einzelhändler Feuer und Flamme für die 2G-Regel. (Archivfoto)

Nur Geimpfte und Genesene?

Corona-Regeln in Hessen: So reagieren die Händler in Fulda auf die 2G-Option

  • Alina Komorek
    VonAlina Komorek
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  • Daniel Krenzer
    Daniel Krenzer
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Auch Einzelhändler in Hessen können nun wählen, ob sie nur noch Corona-Geimpfte und Genesene in ihren Läden empfangen. Unsere Zeitung hat Händler in Fulda gefragt, ob sie künftig auf 2G setzen wollen.

Fulda/Hessen - Dass die 2G-Option auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet wird, hat das Corona-Kabinett in Hessen am Dienstag beschlossen. Betreiber im Kultur-, Gastronomie- und Veranstaltungsbereich konnten bereits die 2G-Regel anwenden. Wer nur Geimpfte und Genesene in seine Räume oder Läden lässt, darf auf die Abstands- und Maskenpflicht verzichten.

Vergangene Woche hatte das Verwaltungsgericht in Frankfurt entschieden, dass das Fachgeschäft Grillfürst in Gründau die sogenannte 2G-Regel anwenden, also Ungeimpften den Zutritt verweigern darf. Daraufhin kommt der Schritt der Landesregierung, dies nun landesweit zuzulassen, nicht unbedingt überraschend.

Corona in Hessen: So reagieren Händler in Fulda auf die neue 2G-Option

Reginald Bukel, erster Vorsitzender des Citymarketings Fulda, sagt, dass die 2G-Option im Einzelhandel zu erwarten war, „weil einzelne Händler sich das Recht erklagt haben“. Er glaubt aber nicht, dass sich die Regel im Einzelhandel flächendeckend durchsetzen wird – denn im Falle von 2G bräuchte es mehr Personal, das bereits am Eingang den Impf- oder Genesenen-Nachweis kontrolliert.

Die Verweildauer im Einzelhandel sei wesentlich kürzer als in der Gastronomie, und die Freiheiten für den Einzelhandel seien ohnehin schon vergleichsweise hoch. „Aber wenn die Zahlen steigen, könnte ich mir vorstellen, dass vermehrt auf die Regelung zurückgegriffen wird“, erklärt Bukel.

2G in Hessen: Nicht alle Händler in Fulda nutzen die Option

Udo Müller führt das Elektronikgeschäft Euronics XXL EFM in Fulda. Er sagt ganz klar: „Wir machen weiter wie bisher. Das geht, weil unsere Kunden alle sehr diszipliniert sind.“ Er wolle aber den Markt beobachten und die Regelungen in seinem Geschäft an die Entwicklungen der Zahlen anpassen.

Kareem Asdoune ist Store Manager im Lieblings... in der Fuldaer Friedrichstraße. „Im normalen Geschäftsbetrieb sehe ich 2G als etwas schwierig an“, sagt er. „Aber was Abendveranstaltungen angeht, sind wir bei 2G.“ Weil für Veranstaltungen wie Modenschauen oder Duftlesungen lange im Voraus geplant werden könne und damit die Abstands- und Hygieneregeln wegfallen, verfolge er hier die Strategie, nur Geimpften und Genesenen den Eintritt zu ermöglichen.

Video: 2G- und 3G-Plus-Regel kurz erklärt

Markus Müller als Inhaber von Juwelier Meister Müller in der Karlstraße in Fulda findet, dass 2G ganz individuell an die jeweiligen Räumlichkeiten der Geschäfte angepasst werden müsse. „Ich sehe das differenziert und würde das am Platz festmachen“, sagt er. „Kunden strömen nicht in großer Anzahl in kleine Einzelhandelsgeschäfte.“

In seinem Juweliergeschäft werde stets gelüftet mit einer geöffneten Tür und einer Klimaanlage, außerdem würden die Beschäftigten hinter Scheiben stehen und eine Maske tragen. Er findet aber, dass die Fallzahlen beobachtet werden müssten, sodass dort, wo viele Menschen zusammenkommen, auch die 2G-Regel greifen könne.

Für Stefan Hodes, der das gleichnamige Schuhgeschäft in der Friedrichstraße führt, kommt die Möglichkeit mit 2G so überraschend, dass er noch keine Entscheidung für das weitere Vorgehen habe treffen können. „Ohne Maske zu agieren wäre dann natürlich angenehm, andererseits würden wir mit 2G manche Kunden vor der Tür stehen lassen – und das gehört ja nicht zu unserer Philosophie“, denkt der Inhaber laut. Er will in den kommenden Tagen das Konzept für sein Geschäft festlegen. Aber eigentlich hat er einen anderen Wunsch: „Am besten wäre natürlich, wenn die Impfquote weiter steigt und sich alles normalisiert.“

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