Ankündigung von Bouffier

Hessen verschärft Corona-Maßnahmen massiv: Neue Regeln ab Sonntag, 5. Dezember

In Hessen werden die Corona-Regeln massiv verschärft. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die neuen Maßnahmen am Dienstag, 30. November, verkündet.

Update vom 2. Dezember, 20.59 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sich nach den Bund-Länder-Gesprächen zur Corona-Pandemie am Donnerstag zufrieden mit den Ergebnissen gezeigt. Für Hessen bestehe kein unmittelbarer Handlungsbedarf, sagte er.

Das allermeiste sei für das Land bereits mit der neuen Verordnung beschlossen worden. (Mit dem Corona-Ticker für Hessen bleiben Sie auf dem Laufenden)

Lesen Sie hier die Erstmeldung vom 30. November:

Wiesbaden - Die hessische Landesregierung verschärft erneut massiv die Corona-Regeln. „Wir stehen vor einer sehr, sehr ernsten Situation“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in Wiesbaden nach einer Bund-Länder-Schalte. Die Kontakte müssten deutlich eingeschränkt werden. Es gebe noch immer zu viele ungeimpfte Menschen.

Für Menschen ohne eine Corona-Schutzimpfung soll in Hessen eine Kontaktbeschränkung auf maximal zwei Hausstände im öffentlichen Raum gelten, kündigte Bouffier an. Diese Einschränkung gelte nicht für das häusliche Umfeld. Das werde aber auch dort empfohlen.

Corona in Hessen: Maßnahmen massiv verschärft - ab 5. Dezember neue Regeln

Das 2G-Modell werde komplett auf den Einzelhandel ausgeweitet. Ausgenommen sei nur der Einkauf von Lebensmitteln für den täglichen Bedarf sowie etwa der Besuch von Apotheken. 2G bedeutet, dass die Menschen geimpft oder genesen sein müssen. Die Regeln sollen ab 5. Dezember gelten.

Mit großer Sorge blicke die Landesregierung auf die Entwicklung der neuen Omikron-Virusvariante und auf die hohen Inzidenzen in einigen umliegenden Ländern, erklärte der Regierungschef. „Wir wollen jetzt unser Möglichstes tun, um zu verhindern, dass Infektionswellen aus unseren Nachbarländern im Süden oder Osten zu uns herüberschwappen.“

Nach den neuen Regeln wird laut Bouffier auch die 2G+-Option etwa für Betreiber von Restaurants, Theatern oder Diskotheken gestrichen. Dann sei es nicht mehr möglich, auf Abstandsregelungen und Maskenpflicht zu verzichten, auch wenn ausschließlich Geimpfte oder Genesene mit zusätzlichem tagesaktuellem Schnelltest eingelassen werden.

Zuschauerkapazitäten in Fußballstadien werden begrenzt

Mit den neuen hessischen Corona-Regeln werden auch die Zuschauerkapazitäten in den Fußballstadien im Land deutlich begrenzt. „Wir haben uns entschieden, dass wir in der jetzigen Situation glauben, dass ein volles Stadion nicht verantwortbar ist“, sagte Bouffier. In Stadien und bei anderen Veranstaltungsorten mit bis zu 3000 Plätzen sei im Freien keine Reduzierung der Zuschauerkapazitäten erforderlich.

Bei allen Plätzen darüber gebe es jedoch eine Begrenzung der Kapazitäten auf ein Viertel. Das Stadion von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt habe etwa Platz für rund 51.000 Besucher. Nach den neuen Regeln dürfen nach Angaben von Bouffier damit künftig nur noch maximal 15.000 Fans die Begegnungen vor Ort ansehen.

Regierung will Antrag zu pandemischer Lage in Landtag einbringen

Außerdem kündigte Bouffier an, dass die hessische Landesregierung im Landtag beantragen will, dass die Abgeordneten angesichts der Corona-Zahlen eine pandemische Lage beschließen. Die Regierung strebe für die kommende Woche einen entsprechenden Landtagsbeschluss an. Mit einem solchen Beschluss seien laut Infektionsschutzgesetz zusätzliche Corona-Maßnahmen in Hessen möglich, soweit und solange die konkrete Gefahr der Corona-Ausbreitung in Hessen bestehe.

„Einen solchen Beschluss brauchen wir, um gerüstet zu sein, falls sich die Situation noch weiter zuspitzt“, erklärte der Ministerpräsident. Als mögliche weitere Verschärfungen der Corona-Regeln nannte er ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum sowie die Schließung von Freizeit- und Kultureinrichtungen.

Corona in Hessen: Das sind die aktuellen Fallzahlen

In Hessen haben sich innerhalb eines Tages weitere 1767 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - sank von 278,2 am Vortag auf 272,7, wie aus Daten des Berliner Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervorgeht (Stand: 3.15 Uhr).

18 weitere Menschen starben an oder mit Covid-19. Damit stieg die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Erkrankung seit Beginn der Pandemie auf 8143.

Für die für das Vorgehen in der Corona-Pandemie wichtige Hospitalisierungsinzidenz lagen bis Dienstagnachmittag keine aktualisierten Angaben des hessischen Sozialministeriums vor. Am Montag hatte die Zahl der Neuaufnahmen von Covid-19-Erkrankten in Krankenhäusern bezogen auf 100.000 Einwohner im Land innerhalb von sieben Tagen bei 4,12 gelegen.

In Hessen werden ab Sonntag die Corona-Regeln verschärft. Dann gilt die 2G-Regel nicht nur in der Gastronomie, sondern auch im Einzelhandel.

Auf den Intensivstationen des Landes waren nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vom Dienstag 293 Patienten mit Covid-19 in Behandlung, davon wurden 129 invasiv beatmet (Stand 13.05 Uhr).

Laut Sozialministerium sind 59,4 Prozent der auf hessischen Intensivstationen behandelten Patienten mit Covid-19 nicht oder nicht vollständig gegen das Virus geimpft. Insgesamt sind laut Ministerium derzeit 67,5 Prozent der hessischen Bevölkerung vollständig gegen Sars-CoV-2 geimpft (Stand Montag). (dpa)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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