Ein Schüler macht am Schreibtisch einen Corona-Schnelltest.
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Schüler, die einen negativen Corona-Test vorweisen, dürfen nach den Osterferien am Präsenzunterricht teilnehmen. Ausgenommen sind die Jahrgänge ab Klasse 7. (Symbolbild)

Infektionszahlen zu hoch

Corona in Hessen: Land verordnet Testpflicht an Schulen - Teilnahme am Unterricht nur mit negativem Ergebnis

Hessen will eine Corona-Testpflicht für die Schulen im Land einführen. Das kündigten Ministerpräsident Volker Bouffier und Kultusminister Alexander Lorz (beide CDU) in Wiesbaden nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts an. Die Regelung soll nach den Osterferien ab nächster Woche gelten.

Wiesbaden - Die Corona-Testverpflichtung zweimal pro Woche für Lehrer und Schüler sei derzeit unerlässlich für einen sicheren Schulbetrieb in Hessen, betonte Kultusminister Alexander Lorz. Für den Testnachweis könne zwischen zwei Varianten gewählt werden: Dem kostenfreien Bürgertest außerhalb der Schule oder den ebenfalls kostenfreien Selbsttest, der den Schulen vom Land zur Verfügung gestellt werde. Als eine von 21 Pilotschulen hat bereits vor den Osterferien das Hutten-Gymnasium in Schlüchtern die Selbsttest-Strategie für Hessens Schulen erprobt .

Akzeptiert werden nach Angaben von Lorz auch Nachweise, die mit zeitlichem Bezug auf den Beginn des jeweiligen Schultages nicht älter als 72 Stunden sind.

Corona in Hessen: Volker Bouffier und Kultusminister Lorz kündigen Testpflicht für Schulen an

Alle Schüler, die keinen Test vorweisen können oder diesen nicht in der Schule machen, müssen zu Hause im Distanzunterricht lernen, erklärte der Kultusministers. Schüler können durch ihre Eltern schriftlich von der Teilnahme am Unterricht an der Schule abgemeldet werden. Volljährige Schüler könnten diesen Schritt auch selber machen.

Weitere Öffnungen an den Schulen könne es zunächst nicht geben, sagte Lorz mit Blick auf die Infektionszahlen. Für die Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 bleibe es nach den Osterferien grundsätzlich bei Wechselunterricht. Die Abschlussklassen werden im Präsenzunterricht bleiben und die Jahrgänge ab Klasse 7 werden wie schon vor den Ferien im Distanzunterricht sein.  Der Distanzunterricht für die Schüler ab der siebten Klasse liege nicht an einem Mangel an Tests*, sondern sei laut Lorz ein „Akt der Vorsicht“, wie auch fnp.de berichtet.

Wenn sich die Situation durch die Testpflicht verändert, sei der Wechselunterricht für diese Klassen der nächste „logische Schritt“. Die Corona-Zahlen seien weiter zu hoch. Es sei nun nicht die Zeit für Lockerungen, erklärten sowohl Lorz als auch Bouffier. (Lesen Sie hier: Corona-Modellprojekt in Hessen: Baunatal öffnet Einzelhandel und Außengastronomie - Alsfeld zieht erste Bilanz)

Corona-Testpflicht in Hessen: Lehrer und Schüler müssen zweimal pro Woche Nachweise erbringen

Die Abiturprüfungen sollen trotz Corona wie geplant an Hessens Schulen geschrieben werden, kündigte der Kultusminister an - und zwar ab dem 21. April. Alle Prüflinge erhielten vor jeder Prüfung die Möglichkeit eines freiwilligen Selbsttests. Schüler, die diesen nicht machen möchten, können auch an der Prüfung teilnehmen. Sie müssten dann jedoch eine medizinische Maske tragen.

Auch in den Kitas werde es weiterhin ein regelmäßiges Testangebot für die Erzieherinnen geben. Die kleinen Kinder sollen aber von Testungen weiter ausgenommen werden, erklärte der Ministerpräsident. Es werde kein sogenanntes Betretungsverbot für die Kitas geben. Er appelliere jedoch an die Eltern, ihre Kinder möglichst zuhause zu betreuen, sagte Bouffier.

Video: Die bundesweite Notbremse in der Corona-Pandemie kommt

Das Corona-Kabinett passte wegen der aktuell Corona-Lage zudem das Eskalationskonzept in Hessen nochmals an. Demnach sei es bereits ab einer Inzidenz von 100 möglich, weitere Maßnahmen wie eine Ausgangsbeschränkung als „Ultima Ratio“ vorzunehmen, erklärte der Regierungschef. Die neuen hessischen Verordnungen sollen vom 19. April bis 9. Mai gelten.

In Berlin wird aktuell über die sogenannte Bundes-Notbremse beraten. Die geplante Verschärfung des Infektionsschutzgestzes sieht unter anderem vor, ab einer Inzidenz von 200 auf Präsenzunterricht zu verzichten. (dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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