Das neue Schuljahr soll Hessens Kindern und Jugendlichen möglichst viel Normalität bringen - soweit Corona das zulässt. 
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Das neue Schuljahr soll Hessens Kindern und Jugendlichen möglichst viel Normalität bringen - soweit Corona das zulässt. 

Corona-Vorgaben

Hessens Kultusminister Lorz blickt zuversichtlich auf das neue Schuljahr - dank Impfungen und Tests

Das neue Schuljahr soll Hessens Kindern und Jugendlichen möglichst viel Normalität bringen - soweit Corona das zulässt. Der Kultusminister sieht das Land dank Impfungen und Tests besser aufgestellt als noch im Schuljahr 20/21.

Wiesbaden - Das neue Schuljahr in Hessen soll kommende Woche wie geplant mit Präsenzunterricht in allen Schulen und Jahrgängen starten - auch im Landkreis Fulda. Die jüngste Anpassung des hessischen Corona-Eskalationskonzepts sehe vor, dass es auch bei steigenden Inzidenzwerten keine Schulschließungen und damit auch keinen Distanz- oder Wechselunterricht mehr geben werde, erläuterte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Freitag in Wiesbaden.

Die Pandemie habe zwar gezeigt, dass es keine absolute Sicherheit gebe. Lorz zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Land besser durch das neue Schuljahr kommen werde als durch das zurückliegende.

Corona in Hessen: Schuljahr startet mit Präsenzunterricht für alle

Hoffnung setzt der Minister unter anderem auf die zwei Präventionswochen zum Beginn des Schuljahres. In der Zeit soll die Testfrequenz von zwei auf drei Coronatests pro Woche erhöht werden, es besteht auch am Platz während des Unterrichts eine Maskenpflicht.

Zudem empfiehlt das Ministerium dringend, auch im Freien etwa bei Einschulungsfeiern eine Maske zu tragen. Lorz bekräftigte, dass das Land die Schulen bei geplanten Impfaktionen vor Ort unterstützt. Aber es werde keiner Schule „zwangsweise ein Impfbus auf den Schulhof gestellt“, sagte er.

Impfaktionen sollten keinen Unfrieden an den Schulen stiften und es sei klar, dass die Angebote freiwillig blieben. Gleichwohl appellierte der Minister erneut an Eltern und Schüler, sich impfen zu lassen.

Corona-Testheft soll für Erleichterungen in Schule und Alltag sorgen

Für mehr Erleichterungen in Schule und Alltag gibt es ab kommenden Schuljahr für alle Schülerinnen und Schüler ein Corona-Testheft, mit dem sie sich Antigen-Selbsttests bescheinigen lassen können. Die Vorlage des Testhefts in Kombination mit einem Schülerausweis, Kinderreisepass oder Personalausweis ersetzt für ungeimpfte und nicht-genesene Kinder und Jugendliche den negativen Testnachweis - etwa für den Besuch im Kino oder Restaurant.

Bei der Schülerbeförderung setzen viele Kommunen erneut auf zusätzliche Busse. So will beispielsweise der Main-Kinzig-Kreis zum Schulstart mehr Busse einsetzen, um das Ansteckungsrisiko weiter zu reduzieren. Zudem sollen spezielle Reinigungsgeräte zum Einsatz kommen.

Im neuen Schuljahr steigt die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler in Hessen um rund 1500 auf 761.500, wie das Kultusministerium mitteilte. Die Zahl der Erstklässlerinnen und Erstklässler klettert um rund 1700 auf 57.300. In Hessen gibt es insgesamt 1806 öffentliche Schulen, die Zahl der Lehrerstellen beträgt 55.540.

Video: Wie verläuft der Schulstart nach den Sommerferien?

Investitionsschwerpunkte im neuen Schuljahr sind den Angaben zufolge der Ausbau der Ganztagsangebote, Deutsch-Vorlaufkurse für Kinder mit schlechten Sprachkenntnissen und die Aufstockung der sozialpädagogischen Fachkräfte. Die Anbindungsquote der Schulen an gigabitfähiges Internet beträgt den Angaben zufolge mittlerweile 71 Prozent (2019: 30 Prozent).

Hessen habe zudem damit begonnen, seine Schulen breitflächig mit Computern für Lehrkräfte und bedürftige Schülerinnen und Schüler auszustatten, sagte Lorz. 50.000 Geräte für Lehrer seien an die Schulträger ausgeliefert worden, 87.000 Geräte an Kinder und Jugendliche.

Der vom Land organisierte Islamunterricht werde vom kommenden Schuljahr an auf die Jahrgangsstufe 9 ausgeweitet. Hessenweit würden damit 3300 Schülerinnen und Schüler an 56 öffentlichen Schulen von 120 Lehrkräften unterrichtet. Das Fach „Islamunterricht“ wurde - anders als konfessionsgebundener Religionsunterricht - ohne explizites Bekenntnis zum Glauben eingeführt. Es gibt ihn seit dem Schuljahr 2019/2020. (dpa)

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