Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ist mit der Bekämpfung des Coronavirus bislang zufrieden. (Symbolfoto)
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Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ist mit der Bekämpfung des Coronavirus bislang zufrieden. (Symbolfoto)

Wie geht es bis Ostern weiter?

Corona in Hessen: Bouffier warnt vor dritter Welle - Ältere Schüler bleiben im Homeschooling

Hohe Corona-Zahlen machen Pläne der Landesregierung für Präsenztage für ältere Schüler ab kommender Woche zunichte. Wie geht es ansonsten weiter mit den Corona-Einschränkungen?

Wiesbaden - Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Hessen binnen sieben Tagen hat am Donnerstag die Marke von 100 erreicht. Das geht aus Zahlen des Berliner Robert Koch-Instituts hervor. Das hessische Sozialministerium nannte am Nachmittag eine landesweite Corona-Inzidenz von 100,2. Demnach wiesen elf Kreise und Städte eine Inzidenz von über 100 auf. (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für Hessen bleiben Sie auf dem Laufenden)

„Die Zahlen zeigen uns: Eine mögliche dritte Corona-Welle ist deutlich unterwegs“, sagte Bouffier. Es werde vorerst keine weiteren Öffnungsschritte geben*, berichtet auch fnp.de. Er verwies auf das geplante Gespräch der Regierungschefs von Bund und Ländern am kommenden Montag. Dort gehe es um die Fragen: Wie geht es weiter? Was passiert an Ostern? Bouffier plädierte erneut dafür, dass die Bundesländer bei ihren Corona-Regeln eng beieinander bleiben.

Corona in Hessen: Wie geht es bis Ostern weiter? Bouffier äußert sich zu weiteren Schritten und den Impfungen

Beim Thema Impfen hänge nach wie vor viel von der Verfügbarkeit der Impfstoffe ab, betonte er. Das Land habe „ein überragendes Interesse“, sobald es irgend möglich sei, niedergelassene Ärzte und die Betriebsärzte beim Impfen mit einzubeziehen. Allerdings seien derzeit alle Impfdosen, deren Lieferung zugesagt sei, bereits verplant. Bis Ende April hätten Bürger dafür Termine bekommen. Wenn nun Ärzte breiter ins Impfen einbezogen würden, dann müssten Termine abgesagt werden, Menschen würden „brutal“ enttäuscht, sagte Bouffier. „Ich will das nicht.“ Er hoffe darauf, dass es nach dem Stopp der Impfungen mit Astrazeneca wieder grünes Licht gebe für den Impfstoff, sagte der Ministerpräsident.

Das Land sei dann zügig in der Lage, diesen Impfstoff wieder zu spritzen. Er sehe es als Aufgabe als Ministerpräsident, für die Impfung zu werben. „Wenn ich mal dran komme und mir irgendeiner Astrazeneca sagt, das kriegst du jetzt. Das würde ich sofort nehmen.“ (Lesen Sie hier: Corona in Hessen: Bouffier verteidigt Kurs der Landesregierung - Hälfte der Bevölkerung bis Sommer geimpft?)

Reisen in Corona-Zeiten - Bouffier: „Wir haben eine ganze Menge von Unsicherheiten und Ungewissheiten“

Beim Thema Reisen habe er Verständnis dafür, dass die Menschen nicht mehr verstünden, warum sie nach Mallorca fliegen dürfen, es aber nicht möglich sei, in der Rhön eine Ferienwohnung zu mieten - „das müssen wir lösen“, sagte Bouffier.

„Wir haben eine höchstdynamische Lage, wir haben eine ganze Menge von Unsicherheiten und Ungewissheiten“, erklärte der Ministerpräsident und appellierte an die Menschen, gemeinsam einen kühlen Kopf zu bewahren. Man dürfe nun nicht durch Unvorsichtigkeit in eine Situation kommen, in der der Ausnahmezustand immer länger dauere.

Hessens Wirtschaft begrüßte, dass es vorerst keine Verschärfung der bisherigen Regelungen für Unternehmen gibt. „Click and Meet“ und Terminvereinbarungen blieben weiterhin möglich. „Das ist ein gutes Signal und eine kluge Abwägung“, erklärte der Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages, Robert Lippmann. „Denn die Nachverfolgbarkeit ist gegeben und das Infektionsrisiko dabei gering.“

Video: Corona regional - Das Update für Hessen

Außerdem wurden die geplanten Lockerungen an den Schulen gekippt. Die Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 sollen nicht - wie zunächst angedacht - ab 22. März für mindestens einen Präsenztag pro Woche in die Schule kommen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. Das Corona-Kabinett habe beschlossen, „dass wir diesen Einstieg in den Wechselunterricht und auch den entsprechenden Präsenztag nicht vornehmen“. Dieser Schritt sei bereits angekündigt worden, sollten die Infektionszahlen zu hoch sein.

Die weiterführenden Klassen an den Schulen blieben nun zunächst weiter im Distanzunterricht, sagte der Regierungschef. Hessen halte grundsätzlich an seinen Planungen für die Schulen fest. „Wenn es das Infektionsgeschehen zulässt, sollen ab dem 19. April landesweit die Jahrgangsstufen 1 bis 4 an fünf Tagen in der Woche und die Jahrgangsstufen ab Klasse 5 im Wechselmodell unterrichtet werden“, sagte Bouffier.

Bouffier kündigte an, dass noch vor Ostern an 20 Schulen Selbsttests ausprobiert werden sollen, damit das Land nach den Osterferien in eine regelmäßige Testung an den Schulen einsteigen könne. Kostenlose Selbsttests stünden auch für Kita-Personal bereit. (dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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