Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice.
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Auch Mitarbeiter der Kreisverwaltungen sind dazu angehalten, im Home-Office zu arbeiten.

Fulda, Main-Kinzig, Vogelsberg

Politik fordert Home-Office für Beschäftigte: Wie klappt das bei den Kreis-Mitarbeitern in Osthessen?

Wegen Corona verlangt die Politik, dass Beschäftigte möglichst ins Home-Office wechseln. Doch ausgerechnet in den eigenen Verwaltungen geht das oft nicht. Wie sieht das in Osthessen aus?

Osthessen - Im Landkreis Fulda haben knapp 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Möglichkeit, wegen Corona im Home-Office zu arbeiten. Das seien etwa 46 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, berichtet Pressesprecherin Lisa Laibach.

Ein Teil dieser Mitarbeiter könne die Arbeiten aber nicht jeden Tag von zuhause aus erledigen, sondern müsse im Rahmen sogenannter alternierender Telearbeit auch Tätigkeiten vornehmen, die aus verschiedenen Gründen vor Ort erledigt werden müssten.

Landkreis Fulda: Hälfte der Kreisverwaltung kann im Home-Office arbeiten

Ganz entscheidend seien zudem die oft fehlenden Rahmenbedingungen zu Hause. Es müsse immer gewährleistet sein, dass der Datenschutz sichergestellt ist, eine ausreichende Internetverbindung bestehe und das Arbeitsumfeld ruhig und angemessen sei. „Vor allem für die Führungskräfte in der Verwaltung steigt der Kommunikations- und Koordinierungsaufwand mit der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich im Home-Office befinden“, erklärt Laibach.

Teambesprechungen seien deshalb in Corona-Zeiten nur eingeschränkt möglich und es fehlten im Führungskontext die persönlichen Formate der Zusammenarbeit. Dass sich aber alles gut eingespielt habe und funktioniere, bestätigt auch Gabi Fleischmann, Leiterin des Fachdienstes Personal.

Main-Kinzig-Kreis: Kreisspitze unterstützt Home-Office ausdrücklich

„Vor der Corona-Pandemie hatte schon mehr als ein Viertel der Verwaltungsangestellten grundsätzlich technischen Zugang und eine entsprechende Ausstattung, um von zu Hause aus zu arbeiten“, berichtet Frank Walzer, Pressesprecher des Main-Kinzig-Kreises. Die individuelle Nutzung hänge natürlich immer von dem jeweiligen Aufgabengebiet ab.

Heute hätten, nach einer deutlichen Ausweitung ab Frühjahr 2020, die allermeisten Kolleginnen und Kollegen die Option, im Home-Office zu arbeiten und nutzten dies auch verstärkt. „Das wird ausdrücklich durch die Kreisspitze und die Amts- und Referatsleiter unterstützt.“ Hinzu kämen vor Ort deutlich flexiblere Arbeitszeiten, etwa in den Tagesrandbereichen und am Wochenende, um Begegnungen auf den Fluren weiter zu reduzieren.

Video: Rechte und Pflichten im Home-Office

Derzeit hätten 1500 Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Möglichkeit, zumindest Teile ihrer Arbeit von zuhause aus zu erledigen. Die technische Infrastruktur sei dabei kein Problem, aber: „Es hat teilweise etwas mit Datenschutz zu tun, wenn für die Sachbearbeitung von zu Hause aus Akten mitgenommen werden müssten. Für eine Reihe von Verwaltungsvorgängen fehlt da noch die übergeordnete gesetzliche Grundlage, um sie digitalisiert zu bearbeiten und abzuschließen.“

Vogelsbergkreis hat bislang nur positive Erfahrungen mit Home-Office gemacht

„Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 hat der Vogelsbergkreis als Arbeitsgeber und Dienstherr reagiert und großzügige Regelungen für die alternierende Telearbeit getroffen“, berichtet Sabine Galle-Schäfer, Pressesprecherin des Vogelsbergkreises.

Aktuell haben demnach etwa 260 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung eine Genehmigung, einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus zu leisten. Schon seit 2018 gebe es eine Dienstvereinbarung für die Beschäftigten der Kreisverwaltung zwischen der Behördenleitung und dem Personalrat, die Arbeit von zuhause grundsätzlich – je nach Realisierbarkeit – ermöglicht.

„Die Kreisverwaltung verfolgt das Ziel, auch innerhalb der Behörde die Kontakte zu minimieren und damit die Funktionsfähigkeit des Betriebes sicherzustellen“, betont Galle-Schäfer. Ebenfalls werde alternierende Telearbeit ermöglicht.

„Da wir schon vor der Genehmigung prüfen, ob der Arbeitsplatz ins Home-Office verlegt werden kann, gibt es keine nennenswerten Schwierigkeiten. Im Gegenteil: Bislang haben wir gute Erfahrungen gemacht“, berichtet die Pressesprecherin. Wichtig bei der Arbeit im Home-Office sei die Abstimmung mit den Kollegen über Telefonate und einen regen Mailverkehr. (dk)

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