Eine Frau arbeitet im Homeoffice
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Die Pflicht zum Homeoffice besteht seit 1. Juli nicht mehr. (Symbolfoto)

Arbeiten in Corona-Pandemie

Ende der Homeoffice-Pflicht: Kehrt jetzt wieder Leben in Fuldas Büros zurück?

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Die coronabedingte Pflicht zu Homeoffice besteht seit dem 1. Juli nicht mehr. Osthessens Betriebe und Behörden ändern jetzt nur wenig. Bei Mitarbeitern wird jedoch hier und da der Wunsch nach Rückkehr ins Büro laut.

Arbeitsagentur Fulda: Für die Mitarbeiter in Fulda und Bad Hersfeld (Hessen) besteht weiterhin die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Da die Agentur wieder persönlich zu terminierten Gesprächen in die Häuser einlädt, kehren zwar mehr Kollegen in die Büros zurück. Um sicher miteinander arbeiten zu können, achtet die Agentur jedoch auf eine Balance zwischen Präsenzdiensten und Homeoffice, um mehrfach belegte Büros und volle Flure zu vermeiden. Es wird also ein Nebeneinander beider Arbeitsformen geben. Von den insgesamt 250 Mitarbeitern arbeiteten bislang 170 im Homeoffice. Dabei wird es in Zukunft auch bleiben.

JUMO: In der Verwaltung arbeiten jetzt 85 Prozent ganz oder teilweise mobil. Wegen der Delta-Variante wird JUMO diese Regelung beibehalten. Einzige Änderung: Ab sofort dürfen Büros – unter Einhaltung der Abstandsregeln und mit der Empfehlung von Selbsttests – wieder mit mehr als einer Person genutzt werden. Das Unternehmen appelliert, weiter mobiles Arbeiten überall zu nutzen, wo es möglich ist. Parallel prüft die Firma, wie das große Potenzial des mobile Arbeitens auch nach der Pandemie genutzt werden kann. Von 700 Verwaltungsmitarbeitern arbeiteten 590 aus dem Homeoffice. Die gleiche Anzahl soll zukünftig weiterhin im Homeoffice arbeiten.

Corona: Ende der Homeoffice-Pflicht - Zwingen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ins Büro?

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Landkreis Fulda: Bislang konnten 55 Prozent der Mitarbeiter der Verwaltung im Homeoffice arbeiten. Die Möglichkeit, situativ und im Rahmen dienstlicher Notwendigkeiten mobil zu arbeiten, hat der Landkreis bis 30. September verlängert. Zudem läuft die alternierende Telearbeit wie gewohnt weiter, da sie unabhängig von der Homeoffice-Pflicht eingeführt wurde. Dabei ist der Mitarbeiter an mindestens an zwei Tagen in der Woche im Homeoffice, der Arbeitsplatz muss Anforderungen entsprechen. Von den 1050 Mitarbeitern werden - wie bislang auch - 570 zukünftig im Homeoffice arbeiten.

RhönEnergie: In den vergangenen Monaten haben 55 Prozent – in Spitzenzeiten bis 70 Prozent – der Mitarbeiter mobil gearbeitet. Das Unternehmen wird sein Angebot zunächst bis September 2021 aufrechterhalten, sofern die Tätigkeit dies erlaubt. Die RhönEnergie erwartet aber, dass die Mitarbeiter nach und nach verstärkt in die Büros zurückkehren werden, weil sie den sozialen Austausch am Arbeitsplatz vermissen. Führungskräfte und Mitarbeiter können Spielräume nutzen. Das Unternehmen sei offen für neue Arbeitsmodelle.  190 der insgesamt 350 Büroarbeitsplätze erledigten ihren Job während der Pandemie aus dem Homeoffice. Die Zahl soll beibehalten werden.

Kreisverwaltungen tendieren auch nach Corona eher zu Homeoffice

Vogelsbergkreis: In der Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises ändert sich jetzt erst einmal nichts. Bewilligungen für Homeoffice-Arbeitsplätze in Vollzeit, die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie geschaffen wurden, sind vorerst bis Ende 2021 befristet. Die grundsätzliche Möglichkeit der „alternierenden Telearbeit“ besteht seit 2018. Sie bleibt bestehen. Mitarbeiter können demnach 50 Prozent ihrer wöchentlichen Arbeitszeit im Rahmen der Telearbeit durchführen, sofern es das Aufgabengebiet zulässt. Von den 950 Mitarbeitern des Kreises arbeiteten bislang 360 im Homeoffice. In dieser Anzahl soll die Heimarbeit laut des Kreises auch fortgeführt werden.

Main-Kinzig-Kreis: Die Verwaltung des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen wird an ihrem Kurs in Sachen Homeoffice festhalten. „Zwar fällt die Verpflichtung zur Ermöglichung von Homeoffice weg, aber der Arbeitsschutz und damit auch die Kontaktreduzierung wird in die Verantwortung der Arbeitgeber gegeben. Damit wird die Möglichkeit zum Homeoffice weiterhin eine hohe Priorität haben. Zuletzt haben etwa 75 Prozent der Beschäftigten diese Option genutzt“, erklärt Kreissprecher John Mewes. 1050 seiner 1400 Mitarbeiter hatte der Kreis ins Homeoffice geschickt und wird diese Quote auch beibehalten.

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R+S Group: Das Unternehmen hat zu Beginn der Pandemie sehr schnell Office-Regelungen getroffen, sodass fast 90 Prozent der Mitarbeiter im Verwaltungsbereich die Möglichkeit hatten, im Homeoffice zu arbeiten. Wie viele Mitarbeiter tatsächlich im Homeoffice – auch partiell – gearbeitet haben, hat das Unternehmen nicht erfasst. Ab 1. Juli will das Unternehmen nach individueller Abstimmung weiterhin Homeoffice ermöglichen. Zwischenzeitlich befanden sich bei R+S 3000 Mitarbeiter im Homeoffice.

Lampenwelt: Als E-Commerce-Unternehmen sei digitales, agiles Arbeiten Teil seiner DNA, erklärt die Lampenwelt. Für die Firma sei es selbstverständlich, organisatorische und technische Rahmenbedingungen zu setzen, um auch ab 1. Juli ein hohes Maß an Flexibilität und Eigenverantwortung bei der Wahl des Arbeitsplatzes zu bieten. Mitarbeiter, die das wollen, können aber ganz oder teilweise im Büro arbeiten. Das Unternehmen will weiter auf die Entwicklungen der Pandemie reagieren. Über die genaue Zahl der Mitarbeiter, die ins Homeoffice gewechselt sind, macht das Unternehmen keine Angaben.

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