Welche Corona-Maßnahmen tragen die Menschen in Osthessen noch mit und wie groß ist der Drang, Geschäfte, Gastronomie und Kulturveranstaltungen zu besuchen?
+
Welche Corona-Maßnahmen tragen die Menschen in Osthessen noch mit und wie groß ist der Drang, Geschäfte, Gastronomie und Kulturveranstaltungen zu besuchen?

Meinung gefragt

Wie ist die Corona-Stimmung in der Region? IHK, Dehoga und Citymarketing Fulda starten Online-Umfrage

  • Andreas Ungermann
    vonAndreas Ungermann
    schließen

Welche Corona-Maßnahmen tragen die Menschen in Osthessen noch mit und wie groß ist der Drang, Geschäfte, Gastronomie und Kulturveranstaltungen zu besuchen? Das wollen IHK, Dehoga und Citymarketing Fulda wissen.

Fulda - Eine für die Industrie -und Handelskammer (IHK) sowie den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) eher unübliche Umfrage haben die beiden Verbände in Kooperation mit dem Citymarketing Fulda gestartet. Mit sinkenden Corona-Neuinfektionszahlen wächst in Deutschland die Zahl derer, die die Alltagseinschränkungen als zu weitgehend empfinden, ergab eine repräsentative Studie der ARD, auf die sich die IHK in einer Pressemitteilung beruft. Gemeinsam mit Dehoga und Citymarketing will diese nun wissen: Wie fällt die Bürgermeinung in der Region Fulda aus? Sind die Osthessen unsicher und ängstlich oder wollen sie wieder bummeln gehen, Restaurants und Events besuchen und so ein Stück Lebensqualität zurückgewinnen? Ermitteln soll das eine Umfrage, die von den drei Kooperationspartnern entwickelt wurde.

Corona: Wie ist die Stimmung in der Region? - IHK, Dehoga und Citymarketing Fulda starten Online-Umfrage

Die Umfrage dauert laut der Internetseite der IHK, auf der sie geschaltet ist, circa zwei Minuten und umfasst drei Fragenkomplexe, die sich auf Besuche in Einzelhandelsgeschäften, von Live-Veranstaltungen sowie von gastronomischen Betrieben beziehen. Die identischen Fragestellungen zielen dabei jeweils auf die Akzeptanz der Kunden zu Abstands- und Hygienemaßnahmen, die Bereitschaft zur Erhebung von Daten zur Kontaktnachverfolgung, zu Corona-Tests – auch vor Ort – oder zum Tragen eines Abstandswarners ab. Außerdem können die Teilnehmer eigene Gedanken im Freitext äußern oder ihre Ideen und Vorstellungen für Handel, Kultur und Gastronomie mitteilen. (Lesen Sie hier: Corona in Hessen: Notbremse greift - Diese Regeln gelten jetzt für Familientreffen, Schule, Sport und Einkaufen).

„Die Befragung soll ein klares Meinungsbild der Region Fulda widerspiegeln und aufzeigen, ob und welche Auflagen die Menschen auf sich nehmen würden, um eine ‚neue Normalität‘ im Alltag zu integrieren“, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow laut der Pressemitteilung. „Mit entsprechenden Regeln ist eine Öffnung möglich“, ist Konow überzeugt. „Das gilt gleichermaßen für Restaurantbesuche und Live-Events“, ergänzt der hiesige Dehoga-Vorsitzende Steffen Ackermann. Hier könne das Infektionsrisiko durch Corona-Abstandswarner, die Luca-App oder MyBodyPass minimiert werden. „Die in Fulda entwickelten Abstandwarner werden bereits bei Live-Events in Berlin eingesetzt – warum nicht auch in der Region Fulda?“, konstatiert Ackermann.

Wichtig sei allerdings – darin sind sich alle Akteure einig – dass sich so viele Menschen wie möglich an der Befragung beteiligen. „Nur mit überzeugenden Ergebnissen können wir entsprechend argumentieren“, betont Michael Konow.

Michael Konow: Nur mit überzeugenden Ergebnissen können wir entsprechend argumentieren

Die Fuldaer IHK geht damit einen bislang eher unüblichen Weg. Wie Dr. Christian Jekat, Pressesprecher des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) auf Nachfrage erläutert, richteten sich Umfragen zumeist an die Unternehmen, die den Kammern angehören. Der Dachverband setzt auf digitale Lösungen, um Kunden neu zu begeistern und zurückzugewinnen. Derlei Angebote können laut eines Orientierungsrahmens des DIHK Handel und Tourismus dabei unterstützen, aus dem Krisenmodus zu kommen.

Wichtig sei demnach, „dass die entsprechenden Anwendungen vom Kunden freiwillig genutzt werden und dass ihr Einsatz einfach – auch ohne Smartphone direkt vor Ort – erfolgen kann. Für ein flexibles Agieren ist außerdem die Verfügbarkeit von anonymen Echtzeitdaten entscheidend“, heißt es seitens des DIHK. Die Fragestellungen von IHK/Dehoga/Citymarketing Fulda – das zeigt ein eigener Testlauf – zielen genau auf diese Freiwilligkeit ab. Die erhofften Erkenntnisse stuft Michael Konow als „wirtschaftsrelevant“ ein, wie er im Netzwerk LinkedIn schreibt.

Video: Lockerungen statt Lockdown - Chance oder Risiko?

Diese Sichtweise teilt Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Hessen. Eine ähnliche konzertierte Kundenumfrage sei ihm aus anderen Regionen seines Verbandes bislang noch nicht bekannt. Auch der Dehoga kontaktiere eher die Unternehmen – aktuell gerade zu Konzepten für die Innengastronomie und Hotellerie. „Ich weiß aber, dass einzelne Gastronomen ihre Kunden ansprechen, unter welchen Umständen sie als Gäste in die Lokale kämen. Eine regionale Befragung kann ich nur befürworten. Die Ergebnisse aus Fulda lassen sich mit Sicherheit auf andere Regionen übertragen, weil die Kundenwünsche und das Verhalten sich regional nicht maßgeblich unterscheiden“, sagt Wagner, der allerdings hofft, dass die Daten nicht mehr lange benötigt werden und baldige Öffnungen möglich sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema