Coronavirus-Impfungen
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Viele Menschen hegen weiterhin Vorbehalte gegen den Corona-Impfstoff von Astrazeneca.

Experte verteidigt Impfung

Vorbehalte gegen Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Mehr als 30 Prozent Terminabsagen bei Hausärzten in Fulda

  • Bernd Loskant
    vonBernd Loskant
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Viele Menschen haben weiterhin Vorbehalte gegen den Corona-Impfstoff von Astrazeneca - auch in Fulda. Einige nehmen ihre Impftermine deshalb nicht wahr.

Fulda - In ganz Deutschland - und auch in Fulda - gibt es in der Bevölkerung weiterhin starke Vorbehalte gegen den Impfstoff von Astrazeneca. Hausärzte berichten von mehr als 30 Prozent Terminabsagen, teilweise müssten sich Praxis-Mitarbeiter Beleidigungen gefallen lassen.

Im Impfzentrum Fulda werden aktuell 10 bis 20 Prozent der Impftermine mit Astrazeneca nicht wahrgenommen, wie Kreis-Sprecherin Leoni Rehnert erläutert. Der Corona-Impfstoff verfalle aber nicht und werde zum Beispiel an über 60-Jährige verimpft, die seit dieser Woche die Möglichkeit haben, sich ohne lange Wartezeiten mit Astrazeneca impfen zu lassen. Anmeldungen sind über die Seite impfterminservice.hessen.de möglich.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Mehr als 30 Prozent Terminabsagen in Fulda

Aufgrund des zusätzlichen Beratungsbedarfs bei Astrazeneca-Impfungen und der zusätzlichen Impfungen über 60-Jähriger ist das Impfzentrum Fulda diese Woche bis 20 Uhr geöffnet. Es sei nicht ungewöhnlich, dass die Aufklärungsgespräche im Vorhinein der Corona-Impfungen mitunter bis zu 30 Minuten dauern, teilt der Kreis mit. In diesem Zusammenhang werden Besucher des Impfzentrums gebeten, pünktlich zum Termin zu kommen, allerdings nicht bereits eine halbe oder gar eine Stunde vorher. Das sei nicht notwendig und kontraproduktiv.

Immunologe Prof. Dr. Peter M. Kern verteidigt im Interview mit unserer Zeitung den Corona-Impfstoff von Astrazeneca. „Ich habe vollkommenes Verständnis für Menschen, die sich verunsichert fühlen und verwirrt sind“, erklärt Kern. Aber er betont zugleich: „In der ausufernden Diskussion, die wir um die Impfung ganz allgemein und speziell diesen Impfstoff führen, ist leider der Blick für das große Ganze verloren gegangen: Wir haben nur eine einzige Chance, diese Pandemie zu überwinden, und das ist die Impfung.“ Das Risiko an Corona zu sterben sei höher als an einer Impfung.

Auf die Frage, ob er sich mit Astrazeneca impfen lassen würde, antwortet der Klinikum-Mediziner: „Ein klares Ja.“

Video: In drei Bundesländern - Corona-Impfstoff Astrazeneca in Arztpraxen für alle

Unabhängig von der Debatte um Astrazeneca kommt der Landkreis Fulda beim Thema Impfungen voran. Das „hohe Tempo“ im -Impfzentrum an der Ochsenwiese, das in den vergangenen Wochen durch Impfungen in etlichen Hausarztpraxen flankiert wurde, habe aktuell zu einer Quote der Erstimpfungen von über 20 Prozent der Kreisbevölkerung geführt, teilte der Landkreis am Donnerstag in einer Pressenotiz mit. Die Impfungen der Impfwilligen der Priorisierungsgruppen 1 und 2 seien fast vollständig abgeschlossen. „Fast alle sind inzwischen geimpft oder haben einen Termin für ihre Impfungen erhalten.“

Vor diesem Hintergrund wird die Corona-Impfung für die Priorisierungsgruppe 3 geöffnet. „Wir treten aufs Gas und planen, dass wir die Impfungen der Einsatzkräfte der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes in den nächsten zwei Wochen komplett durchführen können“, sagte Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt (CDU).

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