Eine 84-jährige Bewohnerin eines Pflegeheims bekommt eine Corona-Schutzimpfung.
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In Hessen bestimmt der Mangel an Corona-Impfstoff, wie schnell die Impfungen vorangehen können. (Symbolbild)

1546 Menschen im Fuldaer Impfzentrum geimpft

Mangel an Corona-Impfstoff schlägt in Hessen durch - Beuth und Klose: „Wir halbieren jede Lieferung“

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) ziehen eine erste Bilanz seit Start der Corona-Impfungen in Hessen. Dabei wird vor allem eines klar: Es fehlt an Impfstoff. Im Impfzentrum in Fulda wurden 1546 Menschen geimpft.

Wiesbaden/Fulda - Einen Monat nach Beginn der bundesweiten Impfkampagne zum Schutz vor dem Coronavirus ziehen der Hessische Innenminister Peter Beuth und Gesundheitsminister Kai Klose eine Zwischenbilanz. Demnach hätten mehr als 104.000 Menschen seit dem 27. Dezember 2020 ihre Erstimpfung erhalten. Rund 30.000 Bürgerinnen und Bürger in Hessen bekamen laut der Minister bereits die wichtige zweite Dosis.

„Wir bekommen nach wie vor zu wenig Impfstoff, um rasch so viele Menschen vor dem Coronavirus zu schützen, wie wir wollen und wie wir mit unseren landesweiten Impfzentren auch impfen könnten. Mit dem, was wir haben, kommen wir aber gut voran“, erklären Beuth und Klose. „Mehr als 57 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen haben inzwischen ihre Erstimpfung erhalten“, verkünden sie. Wegen der Lieferprobleme und Neuberechnungen der Dosen für Deutschland wird in Hessen jede Lieferung halbiert, „um die wichtige Zweitimpfung garantieren zu können“. (Bleiben Sie mit dem Corona-Newsticker für Hessen auf dem Laufenden)

Mangel an Corona-Impfstoff in Hessen - Gesundheitsminister: „Wir halbieren jede Lieferung“

Bisher habe das Land Hessen über den Bund rund 240.000 Corona-Impfdosen von Biontech und 4800 Dosen von Moderna erhalten. Der Impfstoff von Moderna diene zurzeit als Reserve und um ausgefallene oder reduzierte Lieferungen zu kompensieren. Er wird laut der Minister im Logistikzentrum des Landes verwahrt.

Im Dezember 2020 habe Hessen insgesamt drei Lieferungen von etwa 100.000 Dosen von Impfstoff erhalten. 2021 seien bisher am 8. Januar rund 49.000 Impfdosen, am 18. Januar rund 63.000 Dosen und am 25. Januar etwa 35.000 Dosen geliefert worden. Der Bund habe das Land Hessen informiert, dass die Lieferungen der kommenden Wochen niedriger ausfallen werden als geplant.

„Unbefriedigend“, wird das Verhältnis der Vertragspartner genannt. „Wie alle Bundesländer brauchen wir Planungssicherheit in Bezug auf Liefertermine und -mengen“, fordern Beuth und Klose. Das sei die Voraussetzung für verlässliche Impfungen. „Leider gewährleisten die Hersteller das durch ihre kurzfristigen Umdisponierungen bisher bestenfalls bedingt“, stellt Kai Klose fest. Die Impfstoff-Hersteller blieben in der Corona-Pandemie hinter dem zurück, was wünschenswert wäre.

Trotz der ausgefallenen Lieferung im Januar 2021 sowie der aktuell vom Impfstoff-Hersteller Biontech eingeschränkten Liefermöglichkeiten werde das Land Hessen zunächst weiter verfahren wie geplant und in der laufenden Woche rund 24.500 Impfdosen an die Impfzentren für Erstimpfungen ausliefern.

Corona-Impfstoff ist der limitierende Faktor in Hessen

20.000 Dosen gehen laut Pressemitteilung pro Woche an die Regionalen Impfzentren, und die übrigen rund 4500 Dosen an Impfstoff werden in den Alten- und Pflegeheimen sowie den besonders belasteten Klinken geimpft. „Es ist wichtig, dass die Schutzimpfungen in den Heimen weitergehen. Für die Bewohnerinnen und Bewohner ist das Coronavirus am gefährlichsten. Unser Ziel ist es, hier allen ein Angebot zu machen und eine möglichst hohe Impfquote zu erzielen“, erläutert der Innenminister.

Vor einer Woche haben sechs Regionale Impfzentren in Hessen Arbeit aufgenommen. Rund 60.000 Termine für Erstimpfungen in der ersten Priorisierungsgruppe werden bis einschließlich Montag, 8. Februar, dort organisiert. Seit der Eröffnung haben rund 18.000 Menschen ihre Erstimpfung mit dem Corona-Impfstoff in den Zentren Kassel, Heuchelheim, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt erhalten (Stand 25. Januar). Auf Nachfrage erklärt der Landkreis Fulda, dass seit Impfstart im Impfzentrum insgesamt 1546 Personen dort geimpft wurden (Stand 25. Januar).

Nahezu alle gebuchten Termine für die Corona-Impfungen wurden von den Seniorinnen und Senioren in den Impfzentren eingehalten. „99 von 100 vereinbarten Terminen wurden in der ersten Woche auch tatsächlich wahrgenommen“, sagte Innenminister Peter Beuth und hält das für eine „ausgezeichnete Quote“.

Minister Beuth und Klose: Corona-Impfstoff-Hersteller bleiben hinter Wünschenswertem zurück

„Die Impfungen sind der wichtigste Schritt, uns aus der Corona-Pandemie herauszuführen“, betont Kai Klose. „Die bisherigen Zahlen zeigen uns, dass dieses System greift und insbesondere in der besonders vulnerablen Gruppe der Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen bereits hohe Impfquoten erzielt werden konnten.“ Das spreche für eine hohe Akzeptanz. „Jetzt kommt es darauf an, Schritt für Schritt weiterzugehen. Wir setzen darauf, dass dafür bald mehr Impfstoff zur Verfügung steht,“ sagt Gesundheitsminister Klose.

Die restlichen 22 Impfzentren in Hessen öffnen am 9. Februar. Anfang Februar könne die erste Priorisierungsgruppe Termine für ihre Corona-Schutzimpfung erhalten. „Neben den 60.000 Menschen, die schon ihre Termine für Erst- und Zweitimpfungen erhalten konnten, wurden bereits rund 170.000 zusätzliche Registrierungen erfasst“, heißt es in der Pressemitteilung.

Video: Das Impfzentrum in Fulda öffnet - Corona-Schutzimpfungen starten

„Wir ermutigen jeden Impfberechtigten, sich schon vor dem Terminverfahren zu registrieren, auch wenn aktuell keine Termine vergeben werden können“, sagt Peter Beuth. Damit sei der erste von zwei Schritten erledigt. „Es hilft sowohl Seniorinnen und Senioren als auch ihren Angehörigen, sich vorher schon einmal mit dem System vertraut zu machen“, empfiehlt der Hessische Innenminister.

Im Anmeldeverfahren bereits Registrierte blieben gespeichert. Registrierungen seien auch weiterhin möglich – nur die konkrete Terminvereinbarung könne erst erfolgen, sobald dafür der Impfstoff durch den Bund zur Verfügung gestellt werde. „Nur, wenn Hessen mehr Impfdosen erhält, können auch mehr Termine angeboten werden“, heißt es.

Sobald dies der Fall ist, werde das Land Hessen zeitnah über die Hotlines 116 117 und (0611) 505 92 888, im Internet-Anmeldeportal impfterminservice.hessen.de und auf der neuen Webseite der Landesregierung zur Schutzimpfung corona-impfung.hessen.de informieren.

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