Corona-Impfung in einer Hausarztpraxis
+
Mancherorts werden in Hausarztpraxen bereits Corona-Impfungen verabreicht - wie hier im bayerischen Landkreis Hof. (Symbolfoto)

Bereitschaft in Fuldas Praxen hoch

Nach Ostern ist die Corona-Impfung beim Hausarzt möglich: Apotheken spielen wichtige Rolle

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
    schließen

Nach Ostern sollen Corona-Impfungen auch bei den Hausärzten möglich sein. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – bei den Ärzten, aber auch bei den Apothekern. Denn über die Apotheken wird das Vakzin beschafft. 

Fulda - Bis Dienstagmittag hatten die Hausärzte Zeit, um bei Apotheker Dr. Stefan Wagner ihren Bedarf an Corona-Impfstoff anzumelden. Am Nachmittag schickte der 53-Jährige die Bestellung an den Großhandel raus. Etwa 30 Praxen im Landkreis Fulda werden von ihm beliefert. Dass die Logistik in diesem Fall über die Apotheken und nicht wie beim Corona-Impfzentrum über Land Hessen oder den Landkreis Fulda abgewickelt wird, hält er für richtig: „Das geht viel schneller.“ Die Kontakte mit den Großhändlern seien ja ohnehin vorhanden. (Lesen Sie hier: Corona: Hausärzte sollen ab April impfen - Sind die Praxen vorbereitet?)

Wagner geht davon aus, dass der Großhandel ihm am heutigen Mittwoch Bescheid gibt, wie viele Corona-Impfstoff-Dosen letztlich geliefert werden. Allein für die Hirsch-Apotheke in Fulda hat er 720 Dosen bestellt. Pro Arztsitz dürfen 50 Dosen pro Woche geordert werden, sagt Wagner. „Es werden aber sicherlich weniger geliefert werden können, als bestellt. Wahrscheinlich sind das pro Hausarzt etwa 20 Dosen. In der ersten Woche wird das nur Biontech sein, das wurde uns schon mitgeteilt“, erklärt der Inhaber der Dr. Wagner-Apotheken. Die Impfbereitschaft unter den Hausärzten sei hoch: „Ich schätze 97 bis 98 Prozent aller Hausärzte machen mit.“ (Hier geht es zum Corona-Ticker für Fulda und hier zum Corona-Ticker für Hessen.)

Corona-Impfung ab Ostern beim Hausarzt: Apotheken spielen wichtige Rolle

Auch Ralph-Michael Hönscher, Vorsitzender des Gesundheitsnetz Osthessen (GNO) wird ab 7. März in seiner Praxis Patienten gegen das Coronavirus impfen. Die Termine für die ersten Impfsprechstunden sind vergeben. „Wir haben zunächst sechs Personen pro Stunde einbestellt und planen, zweimal die Woche eine Impfsprechstunde zu machen. Es ist super, dass wir impfen dürfen. Aber es ist ein hoher Aufwand für die Praxen“, erklärt Hönscher. Allein die Zubereitung des Impfstoffes nehme 10 bis 15 Minuten in Anspruch. „Bei Biontech zum Beispiel muss man Kochsalzlösung mit ins Fläschchen geben. Und der Impfstoff muss so aufgezogen werden, dass keine Luftblasen reinkommen. Das muss alles mit viel Bedacht gemacht werden.“

Bei der Impfvergabe gibt es für die Praxen klare Vorgaben: Die Ärzte sind an die Prioritätenliste gebunden. „So lange es nicht genügend Impfstoff gibt, ist das sinnvoll. Aber sobald genügend da ist, muss diese Liste aufgehoben werden.“ Die Kontrolle, ob jemand impfberechtigt ist oder nicht, sei dabei kein Problem: „Wir haben bei unseren Patienten die Diagnosen ja gespeichert“, sagt Hönscher. (Lesen Sie hier: Corona-Impfung beim Hausarzt? Experte aus Osthessen sieht Schwierigkeiten bei der Umsetzung)

Video: Corona-Impfung beim Hausarzt: Was bedeutet das für die Priorisierung?

Gerade bei Biontech müssen die Hausärzte schnell sein: Das Vakzin, das bei minus 70 Grad gelagert werden muss, wird aufgetaut, und kommt dann über die Apotheken zu den Ärzten. „Nach dem Auftauen haben wir 100 Stunden, um zu impfen. Danach wird die Wirksamkeit vom Hersteller nicht mehr garantiert“, sagt der Vorsitzende der GNO.

Apotheker Wagner weiß, dass der Stoff am Dienstagmorgen nach Ostern aufgetaut wird. Dass die Logistik über die Apotheken läuft bedeutet für ihn auch eines: Er muss in Vorleistung treten. Die Rechnung des Großhandels geht erst einmal an ihn. „Ich weiß noch nicht, was der Impfstoff kostet und auch nicht, was ich daran verdiene. Aber das ist auch zweitrangig. Wichtig ist, dass die Hausärzte den Impfstoff schnell bekommen und viele Menschen geimpft werden können.“

Corona-Impfung beim Hausarzt: Antworten auf die drei wichtigsten Fragen

Wo melde ich mich?
Patienten, die geimpft werden wollen, können bei ihrem Hausarzt einen Termin erfragen. Vor der Impfung verschicken viele Praxen die Formulare vorab zu. Man kann sich diese aber auch auf der Seite des Robert-Koch-Instituts herunterladen. Die Praxen vergeben meist auch gleich den Termin zur Zweit-Impfung. Hier ist der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung verlängert worden. Bei Biontech dürfen das sechs Wochen, bei Astrazeneca zwölf Wochen sein, erklärt Hausarzt Ralph-Michael Hönscher.
Was muss ich mitbringen?
Es ist sinnvoll, den Impfausweis mitzubringen. Auch ein Personalausweis, eine Arbeitsbescheinigung, eine schriftliche Bestätigung der zu betreuenden Person oder ein ärztliches Attest können nötig sein, um die Berechtigung zur Impfung nachzuweisen.
Was sind die Voraussetzungen?
Bei der Impfung beim Hausarzt gilt wie auch im Impfzentrum die Prioritätenliste. Demnach werden momentan beispielsweise nur Personen geimpft, die über 70 Jahre alt sind, Kontaktpersonen von Schwangeren oder pflegebedürftigen Menschen sind, eine Vorerkrankung haben und aus beruflichen Gründen schon jetzt eine Berechtigung zur Coronaimpfung haben. Zudem sollten nur Menschen geimpft werden, die in den vergangene sechs Monaten keine Coronainfektion hatten und zum Zeitpunkt der Impfung nicht krank sind. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema