Impfung
+
Die Impfzentren in Osthessen stehen ab Mitte Dezember für eine Corona-Impfung bereit. 

Alle wichtigen Fragen im Überblick

Corona-Impfungen in Osthessen: Zentren ab Mitte Dezember bereit - Schon 330 Freiwillige in Fulda

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
    schließen

Die Impfzentren in Osthessen stehen ab Mitte Dezember bereit. Doch die EU will erst am 29. Dezember über die Zulassung der Impfstoffe entscheiden. Klar ist: Ärzte in den Zentren erhalten 120 Euro pro Stunde.

Region - Das Land Hessen hat die Landkreise angewiesen, bis Mitte Dezember Impfzentren aus dem Boden zu stampfen – Impfzentren, in denen täglich rund 1000 Menschen gegen das Coronavirus immunisiert werden. Die Kreise werden diesen Zeitplan einhalten: Der Kreis Fulda baut ein Zentrum in der Waideshalle in Fulda, der Main-Kinzig-Kreis in der August-Schärttner-Halle in Hanau und der Sporthalle der Kreisrealschule in Gelnhausen (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für den Main-Kinzig-Kreis bleiben Sie auf dem Laufenden), der Vogelsbergkreis in der Hessenhalle in Alsfeld (Lesen Sie hier: Der Corona-Ticker für den Vogelsbergkreis). Der Impfstoff muss bei minus 70 Grad gelagert werden. Deshalb muss er in Zentren und kann nicht in Arztpraxen verabreicht werden.

2020 keine Corona-Impfungen mehr - Welche Gruppen zuerst geimpft werden sollen

Doch starten werden die Zentren nicht vor dem 29. Dezember. An diesem Tag will die EU-Arzneimittelbehörde über die Zulassung der Biontech-Impfstoffe entscheiden. Der Hersteller Pfizer räumte ein, dass es bei der Auslieferung seines Corona-Impfstoffs Verzögerungen geben werde. Der Ausbau der Lieferketten dauere länger als angenommen. Zudem hätten die Ergebnisse der klinischen Studie später vorgelegen als gedacht. Biontech will 2020 weltweit 50 Millionen Impfdosen, 2021 eine Milliarde Dosen ausliefern.

„Gleichwohl wird es, Stand heute, wenn die Zulassung erfolgt, mit dem Jahreswechsel erste Impfungen in Deutschland geben können“, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Es werden auch Impfstoffe anderer Hersteller auf den Markt kommen. Es werden nicht sofort ausreichende Mengen und Impfmöglichkeiten zur Verfügung stehen, um jeden zu impfen. Deshalb bedarf es einer Priorisierung, welche Gruppen zuerst geimpft werden. Zunächst sollen Angehörige von Risikogruppen und Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich geimpft werden.

In diesem Überblick finden Sie nachfolgend das Wichtigste zu den Impfzentren und der Impfung zusammengefasst.

Corona-Impfungen in Osthessen: Schon 330 Freiwillige in Fulda

Der Landkreis Fulda sucht für das Corona-Impfzentrum vor allem Ärzte sowie Personen, die mindestens eine dreijährige medizinische Ausbildung absolviert haben, darunter medizinische Fachangestellte, Gesundheits- und Krankenpfleger oder Notfallsanitäter. Auch qualifizierte Personen im Ruhestand sind gefragt. Mehr als 330 Freiwillige haben sich schon gemeldet, die Hälfte davon medizinische Fachangestellte sowie Krankenpfleger, knapp ein Viertel sind Ärzte. Die Krankenhäuser im Kreis können ihre Mitarbeiter vermutlich selbst impfen. Auch mobile Impfteams sind geplant.

www.landkreis-fulda.de/impfzentrum-hilfe

Acht Impfstraßen im Vogelsberg geplant

In der Alsfelder Hessenhalle will der Vogelsbergkreis acht Impfstraßen aufbauen. Dafür werden Ärzte, Apotheker, Medizinische Fachangestellte, Krankenpfleger, Pharmazeutisch-Technische Assistenz, Personen mit ähnlichen Qualifikationen, Verwaltungskräfte und Menschen gesucht, die Zivildienst oder Freiwilligendienst in der Krankenpflege absolviert haben. Der Vogelsbergkreis sucht Personal, das möglichst in ganzen Schichten arbeiten kann, eventuell auch an den Wochenenden. Online-Bewerbungen sind möglich.

Online bewerben kann man sich unter tinyurl.com/y6yvy9ua.

Corona-Pandemie: Keine Wahl des Impfstoffs

Aktuell gibt es zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus, die demnächst zur Verfügung stehen dürften. Sie sind von den Unternehmen Biontech und Moderna entwickelt worden und beruhen beide auf der mRNA-Technik, die den Körper auf neuartige Weise zur Bildung von Antikörpern anregen. Dass man im Impfzentrum erklärt, dass man lieber den in Deutschland entwickelten Biontech-Impfstoff und nicht das „amerikanische“ Moderna-Vakzin haben möchte, wird kaum möglich sein. In jedem Fall aber wird die Impfung freiwillig sein.

Corona-Impfberatung beim Arzt nur alleine?

Vor der Corona-Impfung im Zentrum muss eine Beratung durch einen Arzt erfolgen. Die Frage, ob jeder Patient allein beraten werden muss, gehört zu den vielen offenen Fragen. Der Landkreis Fulda geht davon aus, dass jeder Patient eine individuelle Aufklärung durchzuführen hat. Der Vogelsbergkreis plant, dass der Arzt ein Aufklärungsgespräch mit mehreren Patienten zugleich führt, um lange Wartezeiten zu vermeiden, aber danach auch ein Einzelgespräch mit dem Mediziner möglich ist.

Die Bezahlung soll den Ärzten die Arbeit in den Impfzentren attraktiver machen

Die Impfzentren sollen an sieben Tagen die Woche und von 7 bis 22 Uhr im Einsatz sein. Deshalb wird viel Personal gebraucht – nicht zuletzt Ärzte. Um Medizinern die Arbeit in den Corona-Impfzentren attraktiv zu machen, sind hohe Stundensätze geplant: Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker erhalten 120 Euro pro Stunde (brutto), mitgestelltes medizinisches Hilfspersonal bekommt 50 Euro pro Stunde (brutto). Das bestätigte das Hessische Innenministerium am Freitag unserer Zeitung. In den anderen Bundesländern dürfte die Entlohnung ähnlich sein. Auch das Land Berlin äußerte, dass es den Ärzten 120 Euro pro Stunde zahlen wird.

Warten auf den Brief: Diese Gruppen werden zuerst gegen das Coronavirus geimpft

Die Einladungen zur Impfung erfolgen nach einer Prioritäten-Liste, die unter anderem der Ethikrat und die Leopoldina erarbeitet haben. Man kann also nicht einfach spontan in einem Corona-Impfzentrum erscheinen. Eine offizielle Einladung wird benötigt. Das Land Hessen hat erklärt, dass es das Management der Einladungen übernehmen wird. Die Impfungen, die die Krankenhäuser an ihren eigenen Mitarbeitern vornehmen könnten, dürften sehr wahrscheinlich auch ohne eine Einladung des Landes möglich sein.

Nach einer Corona-Impfung sind Nebenwirkungen denkbar

Erste Daten der klinischen Prüfung legen nahe, dass die Impfstoffe gegen das Coronavirus eine hohe Wirksamkeit haben und meist gut vertragen werden. Als Nebenwirkungen traten bei einem Teil der geimpften Probanden Müdigkeit, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Rötungen an der Einstichstelle auf. Vergleichbare Reaktionen sind von anderen Impfstoffen bekannt.

Was bisher fehlt, sind Informationen über seltene, möglicherweise auch schwere Nebenwirkungen, da diese erst nach Corona-Impfung vieler Menschen und längerer Beobachtungszeit offensichtlich werden. Auch die Frage, ob die Impfstoffe nach einigen Monaten unerwünschte Wirkungen haben, lässt sich naturgemäß noch nicht beantworten.

Das könnte Sie auch interessieren