Der Zehntklässler Leonhard testet sich am frühen Morgen auf Corona.
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Der Zehntklässler Leonhard testet sich am frühen Morgen in der Von-Galen-Schule in Eichenzell auf Corona.

Tests, Maske, Abstand

Corona in Fulda: Die neue Normalität in der Schule erfordert viel Disziplin

  • Alina Komorek
    VonAlina Komorek
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Diszipliniert geht es zu bei dem Abschlussjahrgang der Von-Galen-Schule in Eichenzell. Schon um 7.50 Uhr sitzen alle auf ihren Plätzen; Bevor der Unterricht beginnt, entfernen sie die Verpackung von den Stäbchen und Kassetten der Schnelltest-Sets, um sich auf Corona zu testen.

Eichenzell - Die Unterrichtsstunde in der Von-Galen-Schule in Eichenzell (Landkreis Fulda) beginnt mit dem Gong um 7.55 Uhr. Aber bereits seit 7.45 Uhr sind die Schülerinnen und Schüler der 10a im Klassenraum und knistern mit den Verpackungen der Corona-Schnelltests, die sie bislang während der ersten zwei Wochen nach den Sommerferien immer montags, mittwochs und freitags machen müssen. 

Susanne Deter, die Klassenlehrerin, steht vorne mit der Maske und klärt ein paar organisatorische Fragen, denen die Jugendlichen folgen. Wenn sie währenddessen die Stäbchen in ihren Nasenlöchern versenken, die Lösung mit der Test-Flüssigkeit anrühren und dann in die Kassette tropfen, sieht das bei allen geschickt aus – schließlich kennen sie sich schon aus mit dem Testen.

Corona in Fulda: Die neue Normalität in der Schule erfordert viel Disziplin

Wieder neu ist für sie im nun begonnenen Schuljahr, dass sie am Sitzplatz ihre Maske tragen müssen. Kurz sagt die Lehrerin, dass sie nach dem gestrigen Schultag mit Maske am Abend unter Kopfschmerzen gelitten habe – eine Schülerin in der zweiten Reihe stimmt ihr zu: „Ich auch.“

Diszipliniert sind alle. Niemand setzt die Maske ab, alle halten Abstand, waschen sich die Hände nach dem Selbsttesten. Nur einmal bemerkt die Klassenlehrerin gegenüber eines Schülers weiter hinten knapp: „Über die Nase – Mundnasenschutz heißt das Ding.“

Die 29 Schülerinnen und Schüler lernen sich nach einer Zusammenlegung der Klasse besser kennen. „Jetzt heißt es, näher zusammenzurücken – natürlich nicht körperlich, sondern mental“, erklärt Deter mit Blick auf die Pandemie. Sie ist im dritten Jahr die Klassenlehrerin und klärt das Organisatorische: Die Fenster des Klassenraumes müssen weit geöffnet sein, die offene Tür sorge zusätzlich für Luftaustausch.

„Es gibt ein Impfangebot vom Schulamt und Stadt und Landkreis Fulda aus – wer möchte dafür noch einen Zettel abgeben?“, fragt Deter. Dann ertönt wieder der Gong, der das Ende der Unterrichtsstunde bekannt gibt. „Wir sehen uns gleich wieder – zumindest die meisten von uns“, ruft Deter zum Schluss.

Sie packt ihre Lehrerinnentasche und geht hinaus auf den Flur, als drei jüngere Schüler ohne den vorgeschriebenen Abstand von 1,5 Metern an ihr vorbeihuschen wollen. „Hey, zurück!“, ruft sie. Die drei Jungen mit der OP-Maske über Mund und Nase kehren zurück. „Ihr müsst den Abstand einhalten“, schimpft Deter. „Das nächste Mal geht ihr einfach hintereinander, ihr müsst euch nicht so hier vorbeiquetschen.“

Nach der Schulpause unterrichtet sie wieder die Jugendlichen der 10a, die als Wahlpflichtfach weder Französisch noch Sport, sondern Ökonomie gewählt haben. In diesem Fach wird normalerweise gekocht und die Speisen werden anschließend verkauft. In diesem Corona-Schuljahr ist das für die Gruppe nicht möglich, aber sie wird beim Verkauf in der Mensa helfen.

Video: Vierte Corona-Welle trifft vor allem die Jüngeren

Deshalb geht Deter mit ihnen nun weitere Hygieneregeln durch – auf die die Schülerinnen und Schüler verständnisvoll reagieren. Auch die Klassenlehrerin, die vor allem Erdkunde, Politik und Ökonomie unterrichtet, hat sich an die meisten Corona-Regeln inzwischen gewöhnt. Was sie nervt? Die Maske, ganz klar: „Den ganzen Tach das Ding vorm Latz, das ist doof“, sagt sie in ihrer direkten Art. Toll sei aber, dass überhaupt Präsenzunterricht stattfindet.

Dass die Digitalisierung an der Schule nun schneller voranschreitet und vieles einfach über das Internet geregelt wird, freut sie hingegen. Dann klingelt es erneut, die große Pause fängt an. Natürlich mit Maske und Abstand. Die Schülerinnen und Schüler halten sich an die Regeln. Sie sind diszipliniert, folgen den Richtungsmarkierungen auf den Fluren und tragen die Masken. Die Regeln sind an der Von-Galen-Schule zur neuen Normalität geworden.

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