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Mehr Zuspruch trotz Corona? Kinobetreiber in Fulda und Lauterbach hoffen 2022 auf mehr Besucher

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Von: Leon Weiser

Kinobranche in Deutschland
Die Corona-Pandemie zerrt an den Nerven der Kinobetreiber - auch in Fulda und in Lauterbach. Die Betreiber hoffen, dass das Kino wieder mehr Wertschätzung erlebt und 2022 mehr Besucher kommen. © Jens Kalaene/dpa

Die Corona-Pandemie zerrt an den Nerven der Kinobetreiber. Immerhin können sie seit Sommer Filme anbieten. Die Betreiber in der hiesigen Region hoffen, dass die Besucher dem Sicherheitskonzept vertrauen und das Kino mehr Wertschätzung erlebt.

Fulda/Lauterbach - Das Kinojahr 2021 war schwierig. Die Betreiber haben sich wegen der Corona-Pandemie von einer Wiedereröffnung zur nächsten gehangelt. Seit Sommer haben sie durchgängig geöffnet. Dennoch könnte es besser laufen, was die Besucherzahlen angeht.

Das geht aus einer Umfrage unserer Zeitung mit dem CineStar, dem Kino 35 (beide Fulda) und dem Lichtspielhaus Lauterbach im Vogelsberg hervor. Weil der Kreis Fulda ein Corona-Hotspot ist, gilt in Kinos die 2G-plus-Regelung; Geimpfte und Genesene, die nicht geboostert sind, benötigen also einen negativen Test.

Diese Regel schreckt einige Gäste vom Besuch ab, aber die Betreiber stecken den Kopf nicht in den Sand, wie die Umfrage ergibt. Sie versuchen alles, dass die Besucher ohne Angst vor einer möglichen Corona-Infektion Filme genießen können. Der Theaterleiter des CineStars in Fulda, Sascha Wentzke, hat sich zudem als Ziel für dieses Jahr gesetzt, diejenigen von einem Besuch zu überzeugen, die „seit Beginn der Pandemie gar nicht mehr in einem Kino waren“.

Corona: Kinobetreiber in Fulda und Lauterbach hoffen 2022 auf mehr Besucher

Die Schließungen machen sich natürlich an den Besucherzahlen bemerkbar. Zwar konnten die Programmkinos in Deutschland zuletzt bessere Zahlen als 2020 melden – über das Jahr gesehen war es aber ein großer Verlust im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019. Insgesamt wurden in den Kinos etwas mehr als 40 Millionen Tickets verkauft. Das sind laut Deutscher Presseagentur zwar 18 Prozentpunkte mehr als 2020, im Vergleich zu 2019 jedoch ein Rückgang von 63 Prozentpunkten.

Das CineStar wiederum lag von Juli bis Dezember des vergangenen Jahres 29,5 Prozent unter dem Wert von 2019 im selben Zeitraum. Auf Anfrage unserer Zeitung hebt Wentzke einen Moment besonders hervor: „Als wir am 1. Juli nach dem zweiten Lockdown öffnen konnten, war die Begeisterung bei den Gästen enorm. Man hat gemerkt, wie sehr sie das Filmerlebnis auf der Leinwand vermisst haben.“

Das in der Fuldaer Ohmstraße ansässige Kino 35 verzeichnete zwei Drittel weniger Besucher in den vergangenen zwei Jahren im Vergleich zu 2019. Auch das Lichtspielhaus in Lauterbach hat mit einem Besucherschwund zu kämpfen. In diesem Jahr schauten nur 25 Prozent der Besucher, die 2019 in den Sälen waren, die Filme. (Mit dem Corona-Ticker für Fulda bleiben Sie auf dem Laufenden)

Filmbranche bleibt positiv gestimmt - trotz Corona-Pandemie

Dennoch bleibt die Branche positiv gestimmt. Ein Mutmacher könnte sein, dass die Berlinale laut der Deutschen Presseagentur im Februar in Präsenz stattfinden soll. Für die deutschen Kinoverbände sei sie ein „Hoffnungsschimmer und wichtiges Signal für Kino- und Kulturschaffende. Das kulturelle Erleben und Leben zeigt dadurch seinen besonderen Wert.“

Aus diesem Grund hofft Stefani Dörr vom Lichtspielhaus in Lauterbach, das im vergangenen Jahr seinen 85. Geburtstag gefeiert hat, auf „eine größere und angemessenere Wertschätzung der Kultur. Kino ist mehr als nur das Abspielen von Filmen.“ Sie erhofft sich ebenfalls mehr Vertrauen der Besucher in die Hygienekonzepte der Kinos. „Der Schutz der Gesundheit unserer Besucher und Mitarbeiter hat Priorität“, betont Dörr.

Die Unsicherheit unter den Besuchern spürt auch Nadine Romberger vom Kino 35. Deswegen möchte sie mit ihrem Team einen sicheren und angenehmen Kinobesuch schaffen – trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Das hebt auch Sascha Wentzke hervor. Der Theaterleiter des CineStars habe mit seinen Mitarbeitern versucht, „das Beste aus der Situation zu machen“.

Video: Auf diese Kinofilme können wir uns 2022 freuen!

Die Besucher, die 2021 ins Kino gegangen sind, konnten sich über mehrere neue Filme freuen. Der Film „Nomadland“ war im vergangenen Jahr der erfolgreichste im Kino 35. Für Nadine Romberger ist das ein Zeichen dafür, dass „das Interesse an anderen Filmen – jenseits des Mainstreams – in Fulda besteht. Diese werden gut angenommen.“

Im Lichtspielhaus in Lauterbach ist laut Stefani Dörr das „Kaiserschmarrndrama“ am häufigsten geschaut worden. Im CineStar hingegen liefen die Filme „Spiderman“, „James Bond“ sowie „Fast&Furios“ besonders gut. Deswegen spricht Theaterleiter Wentzke von einem versöhnlichen Abschluss im vergangenen Jahr.

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