Das DIVI hat die aktuelle Belegung der Intensivbetten in Hessen veröffentlicht. (Symbolbild)
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Die Kliniken müssen künftig mehr Daten von Corona-Patienten dokumentieren, um das Infektionsgeschehen besser überblicken zu können. (Symbolbild)

Klinikum Fulda berichtet

„Enormer Mehraufwand“: Krankenhäuser müssen mehr Daten zu Corona-Patienten sammeln

  • Daniela Petersen
    VonDaniela Petersen
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Hohe Inzidenz = hohe Auslastung an den Kliniken? Nicht unbedingt. Um das Corona-Infektionsgeschehen besser überblicken zu können, müssen Krankenhäuser künftig mehr Daten von Covid-Patienten dokumentieren. 

Fulda - Seit etwa einer Woche sind Krankenhäuser verpflichtet, die Behandlung von Corona-Patienten genauer zu erfassen: „Neben Informationen zur betroffenen Person wie Name, Geburtsdatum, Geschlecht, Anschrift und sonstigen Kontaktdaten sind Angaben zur Aufnahme und Entlassung aus dem Krankenhaus zu machen“, erklärt Barbara Froese, Pressesprecherin am Klinikum Fulda. Gegebenenfalls werde auch die intensivmedizinische Behandlung, deren Dauer sowie mögliche Beatmungsmaßnahmen erfasst.

Darüber hinaus müsse dokumentiert werden, ob der Patient eine Corona-Impfung erhalten hat und welche Art des Impfstoffes verwendet worden ist. „Soweit vorliegend, ist auch der Serostatus anzugeben“, ergänzt Froese. Dieser gebe Auskunft darüber, ob der Betroffene Antikörper gegen Corona gebildet habe. (Lesen Sie hier: Masken, Abstand, Urlaub: Was bleibt nach der Corona-Pandemie?)

Fulda: Corona-Infektionen auf der Spur - Kliniken müssen mehr Daten erheben

„Wir wollen wissen, wer erkrankt und wie gut er geschützt ist. Nur so können wir zeitnah abschätzen, wie hoch die Belastung für das Gesundheitssystem wird und wie gut die Impfungen wirken“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der „Bild am Sonntag“ und begründete damit die Erweiterung der Meldepflicht, die am 13. Juli in Kraft getreten ist. Da die gefährdeten Risikogruppen bereits geimpft seien, bedeute eine hohe Inzidenz nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung bei den Intensivbetten.

Immunologe Peter Kern gab im Interview mit unserer Zeitung zu bedenken, dass sich das gesamte Infektionsgeschehen damit nicht erfassen lasse, denn das spiele sich außerhalb der Kliniken ab: „Dem Minister geht es darum, die Belastung der Kliniken und die dort behandelten ,schweren Fälle‘ besser einschätzen zu können.“ Der Inzidenzwert sei dabei nur bedingt hilfreich: „Er sagt lediglich, wie viele Infektionen erkannt wurden. Die Dunkelziffer dürfte nach allem, was wir wissen, viel höher sein“, erklärte Kern. (Lesen sie hier: Die neusten Entwicklungen der Corona-Pandemie finden Sie im News-Ticker für Hessen)

Video: Spahn warnt vor „sehr, sehr vielen Infektionen ab Herbst“

Die erweiterte Meldepflicht zu Covid-19-Patienten bedeutet für die Kliniken „einen enormen Mehraufwand“, wie Barbara Froese sagt. Aber: „Das erklärte Ziel der Verordnung, eine bessere Datenlage in Bezug auf den Verlauf der Pandemie zu erlangen, ist durch diese zusätzlichen Angaben aber zu erreichen. Aus Sicht der Krankenhäuser ist es daher durchaus sinnvoll, vor allem dann, wenn die gesammelten Daten zeitnah ausgewertet und die richtigen Schlussfolgerungen daraus gezogen werden“, erklärt Froese.

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