Dass Kinder zu Halloween in der Corona-Krise durch die Straßen ziehen und Süßigkeiten sammeln, hält Landrat Bernd Woide für keine gute Idee.
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Dass Kinder zu Halloween in der Corona-Krise durch die Straßen ziehen und Süßigkeiten sammeln, hält Landrat Bernd Woide für keine gute Idee.

„Süßes oder Saures“

Von Halloween-Feiern raten Landkreise in Corona-Krise ab - „Zuhause kann das Naschen auch Spaß machen“

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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„Süßes, sonst gibt es Saures“, heißt es jedes Jahr Ende Oktober, wenn gruselig verkleidete Kindergruppen durch die Straßen ziehen. Doch in diesem Jahr macht die Corona-Pandemie Halloween einen Strich durch die Rechnung. Landrat Bernd Woide (CDU) rät zu verantwortungsvollen Entscheidungen der Eltern.

Fulda - „Jenseits der Frage, was in der jetzigen Situation erlaubt oder nicht erlaubt ist, hat der Landkreis Fulda bereits viele Male darauf hingewiesen, dass jeder Einzelne für sich entscheiden soll und muss, welche Aktivitäten ihm unverzichtbar erscheinen – und welche nicht wichtig sind“, sagt Landrat Bernd Woide (CDU) auf Nachfrage unserer Zeitung in Bezug auf das heutige Halloween-Fest.

Landkreise raten davon ab, in der Corona-Krise Halloween zu feiern

An dieser Haltung, so führt er an, habe sich auch nichts geändert. Im Besonderen gehe es nun darum, dass die Eltern verantwortungsvoll entscheiden. „Als Vater halte ich solche Vergnügungen im gegenwärtigen Umfeld für unangemessen und falsch“, rät er. Das würde er so auch seinen eigenen Kindern erklären.

Um die Ausbreitung des Coronavirus durch das von Haus-zu-Haus-Ziehen der Kinder zu vermeiden, kündigt nun auch die osthessische Polizei an, nicht nur im Rahmen des täglichen Streifendienstes auf den osthessischen Straßen präsent zu sein – sondern auch verstärkt am Halloween-Wochenende.

Landkreis Hersfeld-Rotenburg und Main-Kinzig-Kreis

Mehrere Landkreise und Städte in der Rhein-Main-Region haben sich in der sehr dynamischen Corona-Lage darauf verständigt, zu einem Verzicht auf den üblichen Halloween-Spaß aufzurufen. Auch der Main-Kinzig-Kreis appelliert mit Blick auf die hohen Infektionszahlen, nicht an fremden Türen zu klingeln und am 31. Oktober von Haus zu Haus zu gehen.

„Aufgrund von zahlreichen Nachfragen können wir nur empfehlen, solche unkontrollierten Kontakte zum Schutz der Kinder und auch der Erwachsenen unbedingt zu vermeiden“, erklären Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Damit unterstützen sie eine Empfehlung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Landrat Dr. Michael Koch, Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und die 20 Bürgermeister im Landkreis Hersfeld-Rotenburg haben sich in ihrer Telefonkonferenz am Donnerstag auf eine gemeinsame Empfehlung an alle Eltern des Kreises geeinigt: Um kein unnötiges Infektionsrisiko einzugehen und die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sollen Kinder und Eltern auf Halloween-Gänge am 31. Oktober verzichten.

„Wir legen gemeinsam mit den Gesundheits- und den Ordnungsbehörden auch ein Augenmerk auf die Einhaltung der geltenden Regelungen zum Schutz der Bevölkerung“, sagt Polizeisprecher Dominik Möller und fügt hinzu: „Sollten Bürger mögliche Verstöße feststellen, können sie sich jederzeit an die örtlichen Polizeidienststellen oder Ordnungsämter wenden.“

Giffey: Zu Hause kann das Verkleiden und Naschen auch Spaß machen

Nach dem Verband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zu Halloween auf die beliebten Klingeltouren zu verzichten. „In Gruppen von Tür zu Tür zu laufen und Süßigkeiten zu sammeln – dafür ist aktuell nicht die Zeit“, sagt Giffey. Das Risiko, dabei das Coronavirus zu übertragen, sei zu groß.

Video: Das sind die Halloween-Trends 2020

Ganz ausfallen müsse das vor allem bei Kindern beliebte Fest am heutigen Abend ja nicht, erklärt die Bundesfamilienministerin: „Zu Hause, in einem kleinen Kreis, kann das Verkleiden und Naschen auch Spaß machen.“

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