Die Geschäftsführer von „Gerrit Entertainment“ Patricia und Gerrit Schwendner haben die Corona-Krise stark zu spüren bekommen.
+
Die Geschäftsführer von „Gerrit Entertainment“ Patricia und Gerrit Schwendner haben die Corona-Krise stark zu spüren bekommen.

Masken und Textilien statt Events

Patricia und Gerrit Schwendner von „Gerrit Entertainment“ müssen in der Corona-Krise kreativ werden

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
    schließen

Trotz einiger Lockerungen hat Corona die Region fest im Griff. Betroffen ist auch die Event-Agentur „Gerrit Entertainment“ in Fulda. Seit Wochen werden nur noch Stornos bearbeitet. Geschäftsführerin Patricia Schwendner und ihr Mann Gerrit Schwendner sind verzweifelt. Sie blicken in eine ungewisse Zukunft. 

Fulda - Das Jahr hatte gut begonnen, erinnert sich Patricia Schwendner, die gemeinsam mit ihrem Mann Gerrit Schwendner „Gerrit-Entertainment“ führt. Sie vermieten Event-Module, richten große Veranstaltungen und Zaubershows aus. „Wir waren voll im Plan“, berichtet die 41-Jährige.

Am 3. März hätten noch alle Mitarbeiter zusammengesessen und über die positiven Geschäftsentwicklungen gesprochen. Sie fügt hinzu: „Ostern sollte wie immer das erste Saison-Highlight werden.“ Und dann sei alles Schlag auf Schlag gegangen. „Es hat einen Cut gegeben. Es gab nur noch Absagen. Wir haben nur noch Stornos bearbeitet.“ Ab dem 16. März seien alle vier Büro-Mitarbeiter in Kurzarbeit. „Das war wie ein schlechter Film.“ Eine Vorahnung hätte sie gehabt, aber „dass es so drastisch wird, dachte ich nicht.“

Letztes großes Event von „Gerrit Entertainment“ war am 7. März

Am 7. März hat das letzte große Event stattgefunden – eine Modenschau in einem Shoppingcenter in Weimar. Aber auch da hatte Schwendner schon im Vorhinein an Eventualitäten gedacht – etwa hatte sie einen Ausfall wegen Corona mit den in den Vertrag aufgenommen. „Ich wurde noch ausgelacht, aber ich wollte mich einfach absichern“, sagt die 41-Jährige.

An den Tag des Lockdowns erinnert sich die Geschäftsführerin genau: „Das war ein Gefühl, als fällt man ins Bodenlose.“ Oberstes Ziel sei es gewesen, liquide zu bleiben, schließlich habe der Veranstaltungsbereich einen „harten Winter“ hinter sich. Nach Weihnachten, etwa bis März, erlebe man in dieser Branche eine Durststrecke. „Wir sind eben stark saisonal abhängig“, erklärt sie und fügt hinzu: „Für die Branche ist das ein Desaster.“ Die Möglichkeit, Rücklagen zu bilden, gebe es derzeit nicht.

Stornierungen bei „Gerrit Entertainment“ reichen bis ins Jahr 2021

Die vergangenen Wochen habe Schwendner fast ausschließlich Stornos bearbeitet. „Die reichen teilweise bis ins Jahr 2021.“ Froh ist sie darüber, dass viele Kunden sich darauf eingelassen hätten, ganz oder teilweise in Vorleistung zu treten und den Termin des Events lediglich zu verschieben.

Um sich ein weiteres Standbein aufzubauen, hätten Schwendner und ihr Mann außerdem etwa 100 000 Mund-Nasen-Masken an Apotheken verkauft. „Das hat uns für etwa zwei Monate gerettet.“ Ein weiteres Standbein sei dennoch notwendig. Aus diesem Grund baut Schwendner derzeit einen Online-Shop auf, der den Namen „Amariso“ trägt. Vertrieben werden sollten unter anderem Textilien. Sie ist sicher: „Wir müssen eventunabhängige Geschäftsfelder erschließen.“

Patricia Schwendner von „Gerrit Entertainment“: „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand“

Um den Konsequenzen der Corona-Krise entgegenzuwirken haben sie außerdem den Mini-Freizeitpark „Kinderland“ veranstaltet. Dieser hatte seine Premiere vom 19. bis zum 21. Juni gehabt. Das Feedback sei laut Schwendner durchweg positiv ausgefallen. Gerne würden die 41-Jährige und ihr Mann das Kinderland wiederholen, allerdings sind sie sicher, dass das ohne Sponsoren nicht möglich sein wird.

Die Zukunft ist ungewiss, weiß die Geschäftsführerin. Kleinere Aufträge kämen zwar rein, aber es sei weiterhin Kreativität gefragt. „Wir hoffen einfach, dass das Corona-Gespenst bald verschwindet.“ Dennoch wollen Schwendner und ihr Mann positiv bleiben. „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand. Wir arbeiten weiter“, ist sie entschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren