Fotos: Anja Trapp, privat

Corona-Krise: Schneider wollen helfen und nähen Mundschutzmasken selbst

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - In der momentanen Situation sind sie Mangelware: Mundschutzmasken. Viele Menschen in der Region tragen diese, um sich und die Mitmenschen zu schützen. Da jedoch nicht genug Masken vorhanden sind, haben sich Fuldaer Unternehmen dazu entschieden diese herzustellen.

Von unserem Redaktionsmitglied Alina Hoßfeld

Sie alle haben die gleiche Idee: das Modeatelier Franc, das Atelier Velvetrobe & Stoffburg und die Fatma Arslan Änderungsschneiderei stellen Mundschutzmasken her. Wichtig hierbei: Die Masken schützen laut Robert-Koch-Institut nicht vor dem Coronavirus. Sie dienen dazu, dass die Ansteckungsgefahr per Tröpfcheninfektion reduziert wird. Außerdem soll das Berühren des Gesichts verhindert werden.

Aus Batist und Nessel

Sylvia Franc-Kotsch, Inhaberin vom Modeatelier Franc, erzählt: „Wir haben einige Kunden, Freunde und Bekannte, die im medizinischen Bereich arbeiten. Wir wollten sie mit den Masken unterstützen und dafür sorgen, dass sie bei ihrer Arbeit einen Schutz erhalten.“ Mit ihrem Mann stellt sie die Masken her. „Dafür nehmen wir zwei Stoffe – Batist und Nessel. Aus diesen Stoffen entsteht unsere zweilagige Maske“, erklärt Franc-Kotsch.

20 Exemplare in den vergangen Tagen

Um die 20 Exemplare haben die beiden in den vergangenen Tagen hergestellt. „Wir haben erst vor kurzem angefangen und sind im Moment dabei die Stoffe zuzuschneiden. Dann fangen wir an, die restlichen Masken zu nähen.“ Das Feedback der ersten Masken sei gut gewesen. Jetzt müssten diese noch verfeinert werden – zum Beispiel durch ein feineres Gummi. Ihre Masken stellt die Schneiderin in dezenten Farben her: weiß, rosé und mintgrün. Wichtig sei es, die Masken nach jedem Tragen bei 60 Grad zu waschen. Danach sei die Maske erneut verwendbar.

Dreistellige Anzahl hergestellt

Auch Sabine Wehner, Inhaberin vom Atelier Velvetrobe & Stoffburg, stellt Mundschutzmasken her: „Wir produzieren seit vergangener Woche Mittwoch. Durch die Nachrichten bekommt man mit, dass Masken fehlen. Eine Bekannte, die in der Pflegedienstleitung arbeitet, hat uns angesprochen, ob wir welche herstellen können.“ Die ersten Prototypen entstanden und am vergangenen Wochenende wurde mit der Arbeit begonnen. „Drei Schneiderinnen arbeiten an den Masken. Insgesamt haben wir bereits eine dreistellige Anzahl hergestellt.

Anleitung auf der Internetseite

Gerne kann bei uns auch der Stoff, der aus Baumwolle besteht, bestellt werden“, sagt Wehner. Die Anleitung ist auf der Internetseite von Wehner zu finden. Mit dieser kann die Maske selber zu Hause hergestellt werden. Masken können auch auf Wehners Internetseite gekauft werden. Eine kostet zwischen 8,95 und 9,95 Euro. Es werden verschiedene Modelle angeboten. Auch diese Masken sind wiederverwendbar, wenn sie nach dem Tragen bei 60 Grad gewaschen werden. Zudem können sie durch einen eingearbeiteten Draht an die Gesichtsform angepasst werden.

Etwas Gutes tun

Etem Arslan von Fatma Arslan Änderungsschneiderei möchte ebenfalls Mundschutzmasken herstellen. „Die Masken fehlen einfach und ich möchte der Region etwas Gutes tun. Die Nachfrage ist da, und sie ist hoch“, erklärt er. Er habe bereits drei Muster genäht. Für weitere Exemplare muss erst noch Material besorgt werden. „Wie teuer eine Maske wird, kann ich noch nicht genau sagen. Das hängt mit den entstehenden Materialkosten zusammen. Wenn Material mitgebracht wird, kann ich die Masken auch kostenlos nähen“, bietet Arslan an.

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