Die Infektionen mit Corona in Hessen steigen weiter an, so auch im Kreis Fulda.
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Die Infektionen mit Corona in Hessen steigen weiter an, so auch im Kreis Fulda.

Gesundheitsdezernent besorgt

Corona-Inzidenz steigt weiter stark an - Landkreis Fulda verschärft die Kontaktbeschränkung

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Kreis Fulda ist weiter gestiegen. Die Inzidenz lag am Dienstag bei 91,9 gelegen, am Mittwoch erreichte sie nun den Wert von 114,7. Der Landkreis hatte wegen des Anstiegs die Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum weiter verschärft.

Update 29. Oktober, 10.30 Uhr: Bleiben Sie auf dem Laufenden und erfahren alle Neuigkeiten zum Coronavirus in Fulda in unserem News-Ticker.

Update vom 26. Oktober, 18.34 Uhr: Der Landkreis Fulda hat mit der Überschreitung der 75er-Marke der 7-Tage-Inzidenz seine Allgemeinverfügung angepasst. Ab Dienstag gelten verschärfte Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum. „Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch fünf Personen oder Personen maximal zweier Hausstände treffen. Auch in gastronomischen Betrieben beschränkt sich die Gruppengröße, die an einem Tisch sitzen darf, auf fünf Personen oder Personen zweier Hausstände“, teilte Leoni Rehnert von der Pressestelle des Landkreises Fulda in einer Pressenotiz mit.

Die übrigen Regelungen der Allgemeinverfügung gelten weiterhin.

Lesen Sie hier die Erstmeldung vom 26. Oktober:

Fulda - Frederik Schmitt hat sich die hohen Corona-Zahlen am Wochenende und am Montag in Fulda zum Anlass genommen, die Bürger Fuldas über die aktuelle Lage zu informieren und gleichzeitig einen Appell an sie richten. Sie lesen das Statement des Gesundheitsdezernenten nachfolgend im Wortlaut:

7-Tage-Inzidenz in Fulda steigt stark an: Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt besorgt

„Die Entwicklung ist von großer Dynamik. In der vergangenen Woche gab es in unserem Landkreis mehr als 200 laborbestätigte SARS-CoV-2-Infektionen. In der Woche zuvor waren es 50. Im gesamten August und September lag die Zahl stabil bei circa 20 Infektionen pro Woche. Wir haben heute eine 7-Tage-Inzidenz von über 80 erreicht. Das ist besorgniserregend. Aber – so zuversichtlich bin ich –, es muss nicht unabwendbar sein. Die Voraussetzung dafür, die Kurve abzuflachen, ist, dass wir alle vorausschauend, umsichtig und vernünftig handeln.

Vize-Landrat und Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt informiert über die aktuelle Corona-Lage.

Die exponentielle Steigerung der Fallzahlen belastet auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt des Landkreises Fulda zunehmend. Auch wenn wir das Team ad hoc aus anderen Teilen der Verwaltung verstärken können, wird es entsprechend immer schwieriger, alle Kontaktpersonen zu ermitteln und persönlich zu kontaktieren. Daher gehen wir dazu über – soweit uns diese Daten zur Verfügung stehen – die Personen per E-Mail zu benachrichtigen. Dafür bitten wir um Verständnis, ebenso für längere Wartezeiten an unserer Hotline.

Die Allgemeinverfügung, die der Landkreis Fulda am Freitag veranlasst hat, ist seit Sonntag 0.00 Uhr in Kraft und ein erster Schritt, der ergänzt werden wird. Ich möchte Ihnen zur Vorbereitung bereits jetzt ankündigen, dass der Landkreis Fulda eine weitergehende Kontaktbeschränkung verbindlich festlegen wird, nach der sich im öffentlichen Raum dann maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Hausständen treffen dürfen. Aktuell liegt die Begrenzung noch bei zehn Personen oder zwei Hausständen.

Ich versichere Ihnen, dass diese Entscheidung keine leichtfertige ist, und wir alle uns bewusst sind, wie einschneidend die Wirkung ist. Und doch ist genau das eine große Chance: Gerade private, gesellige Kontakte und Feierlichkeiten haben sich in den letzten Wochen häufig als Ansteckungsherde herausgestellt.

Nicht jeder Infizierte ist oder wird krank. Aber jeder Infizierte kann grundsätzlich weitere Personen anstecken – darunter Risikogruppen wie Ältere und Vorerkrankte, aber eben auch Menschen, die sich in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen genau um jene Patienten und Hilfsbedürftige kümmern (Lesen Sie hier: Diese Maßnahmen treffen Osthessens Krankenhäuser zum Schutz der Patienten).

Die Zahl der Inzidenz bildet im Unterschied zu allen anderen Daten das Infektionsgeschehen am aktuellsten ab. Daher ist sie für uns ein wichtiger Gradmesser.

Gleichzeitig steigt in Hessen jedoch auch die Anzahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern deutlich an, und manche Regionen stehen schon jetzt wieder unmittelbar vor dem Höchststand des April (Corona-Ticker für Hessen). Auch in Osthessen ist dieser Trend bereits sichtbar. Dabei ist zu berücksichtigen: Wer heute auf eine Intensivstation aufgenommen wird, hat sich im Schnitt vor mehr als zwei Wochen mit dem Virus infiziert. Die aktuellen Einweisungen in die Kliniken bilden daher nicht den aktuellen Stand des Infektionsgeschehens ab und müssen mit diesem Zeitverzug interpretiert werden. Unser Handeln – ­­ und vor allem unser Nicht-Handeln – jetzt bestimmt also nicht nur das Heute, sondern auch, wie sich die Situation in zwei, drei oder vier Wochen entwickelt.“

Hohe Corona-Zahlen in Fulda: Frederik Schmitt richtet Appell an Bürger

Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt weiter: „Das alles macht es keinem von uns leicht. Doch ich bitte Sie eindringlich, konsequent mitzuhelfen:

1.   Wenn sie erste Symptome haben, bleiben Sie unbedingt zu Hause und isolieren Sie sich soweit wie möglich. Kontaktieren Sie Ihren Arzt telefonisch und lassen Sie Ihre Symptome abklären.

2.   Bitte reduzieren Sie Ihre Kontakte, halten Sie Abstand, tragen Sie eine Mund-Nasen-Bedeckung, wenn Sie mit anderen zusammenkommen und halten Sie sich an die grundsätzlichen Hygieneregeln

3.   Sie können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes bei der Kontaktpersonennachverfolgung unterstützen: Notieren Sie sich täglich Ihre jeweiligen engen Kontakte. Das wird Ihnen und uns im notwendigen Fall die Arbeit der Nachverfolgung erleichtern und beschleunigen. 

Denken Sie an sich und auch andere. Denn in der aktuellen Situation zählt das Wir mehr denn je.“ (lio)

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