Bei der Mai-Kundgebung in Fulda riefen die DGB-Redner zu Solidarität auf.
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Bei der Mai-Kundgebung in Fulda riefen die DGB-Redner zu Solidarität auf.

Kundgebung am Bahnhof

Tag der Arbeit im Corona-Lockdown: DGB-Redner rufen bei Demo in Fulda zu Solidarität auf - Lob von Polizei

  • Norman Zellmer
    vonNorman Zellmer
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Zum heutigen Tag der Arbeit hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zu einer Kundgebung in Fulda aufgerufen. Auf dem Bahnhofsvorplatz versammelten sich nach Polizeiangaben am Samstag rund 100 Teilnehmer.

In diesem Jahr stand der 1. Mai unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“. Zur Kundgebung in Fulda waren die hessische Vorsitzende der Gewerkschaft der Wissenschaft, Birgit Koch, deren Vize Tony C. Schwarz sowie Matheo Aßfalg von der Ver.di Jugend als Hauptredner gekommen.

Tag der Arbeit im Corona-Lockdown: DGB ruft in Fulda bei Demo zu Solidarität auf

Nach Überzeugung Kochs habe sich gerade in der Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig es ist, solidarisch zusammenzustehen und welche Bedeutung betriebliche Mitbestimmung und ein starker Sozialstaat haben. „Die Coronakrise hat gezeigt, wie wichtig Gewerkschaften sind“, sagte Koch. Er verwies auf verhinderte Entlassungen, Aufstockungen beim Kurzarbeitergeld und Prämien in der Pflege.

In den zurückliegenden Monaten seien aber auch die Schwächen schonungslos offengelegt worden - etwa, indem deutlich geworden sei, dass Soloselbstständige, Alleinerziehende und Studenten stärker von den Folgen der Corona-Pandemie stärker betroffen seien, dass anfangs Schutzkleidung gefehlt habe oder dass die Gesundheitsämter schlecht ausgestattet seien. Dies sei auch Resultat von Ausgabenkürzungen und Steuersenkungen der vergangenen 30 Jahren, so Koch. Es brauche mehr Geld für Bildung, Gesundheit und Klimaschutz.

Eine Reform der Einkommensteuer und eine Vermögenssteuer forderte Tony C. Schwarz, GEW-Vize in Hessen. Das Geld solle unter anderem in die Pflege fließen, die in der Corona-Krise „mit Applaus abgespeist“ worden sei, während unter anderem der Gesundheitsminister die Berichterstattung über seine Immobiliengeschäfte habe beeinflussen wollen. Es brauche aber auch deswegen ein gerechteres Steuersystem, um Chancengleichheit und Bildungsrechtigket zu gewährleisten. Denn in den zurückliegenden Monaten hätten die Lehrer ihrem Bildungsauftrag kaum gerecht werden können.

Video: 1. Mai in Berlin: Demonstrationen und Polizei-Großeinsatz

Die Pflegebranche nahm Matheo Aßfalg, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung des Klinikums Fulda, in den Blick: Die Corona-Krise wirke als „Brandbeschleuniger“ in der Alten- und Krankenpflege, denn schon zuvor habe es Fehlentwicklungen gegeben. Dabei seien Gesundheitsberufe unerlässlich, dass zeige Corona; eine Abwanderung der Fachkräfte könne sich niemand leisten. Auch Aßfalg forderte mehr Solidarität.

Die rund einstündige Kundgebung in Fulda fand unter strengen Auflagen statt: Bis auf die Redner mussten alle Teilnehmer einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand zueinander halten. Die Polizei bestätigte, dass die Demo friedlich verlief, und lobte die Veranstalter und Teilnehmer für die Einhaltung der Regeln.

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