In der Kita Sternschnuppe Eichenzell werden die Gruppen in der Wochenmitte wechseln.
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In der Kita Sternschnuppe Eichenzell werden die Gruppen in der Wochenmitte wechseln.

Nach Corona-Lockdown

Kitas im Kreis Fulda öffnen wieder: Nur die Hälfte der Plätze steht bereit

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Am Dienstag nach Pfingsten öffnen in Hessen die Kindergärten wieder. Die Gruppen sollen aber nur halb so groß sein wie vor der Corona-Pandemie. Deshalb wird nicht jedes Kita-Kind wieder an jedem Tag in die Kita gehen können. Die Kommunen in der Region verwalten den Mangel unterschiedlich.

  • Am Dienstag nach Pfingsten öffnen in Hessen die Kindergärten.
  • Das Land Hessen hat den Kommunen viele Verordnungen und Hygieneempfehlungen vorgelegt. Die Gruppen sollen etwa nur noch halb so groß sein wie vor der Corona-Pandemie.
  • Die einzelnen Kommunen haben dazu unterschiedliche Regelungen.

Fulda - Die Verwaltungen in den Städten und Gemeinden und die Verantwortlichen der Kindergärten fühlen sich in diesen Tagen vom Land allein gelassen. Vor einer Woche verkündete die Landesregierung, dass die Kitas nach Pfingsten öffnen. Die Handlungsempfehlungen und Hygienerichtlinien der Landesregierung für die Kommunen kamen aber erst am Dienstagnachmittag in den Rathäusern an – 16 Seiten Verordnungstext und 12 Seiten Hygienempfehlungen.

Hessens Kindergärten öffnen nach Corona-Lockdown

Das Land macht den Kommunen wenig konkrete Vorgaben. Es schreibt keine konkrete Höchstzahl für eine Kindergartengruppe vor. Damit bleibt die Verantwortung für die Gruppengröße und die Zahl der aufgenommenen Kinder bei den Gemeinden. Aber Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) rät, nicht zu viele Kinder aufzunehmen. Im Kreis Fulda setzen die Kommunen das meist so um, dass die Gruppengröße halbiert wird – auf 13 Kinder in der Betreuung der Über-Dreijährigen und 10 Kinder, wenn sie unter drei Jahre alt sind.

Nicht jedes Kind kann immer in die Kita gehen

Das bedeutet, dass im Schnitt nur die Hälfte der Kita-Plätze bereit steht. Allerdings gehört in vielen Kommunen die Hälfte aller Eltern bereits zu den Gruppen, die vorrangig einen Platz erhalten sollen (siehe Infokasten). Die Festlegung, welche Gruppen Vorrang haben, hat jede Kommune zu befolgen. Welche Eltern zusätzlich zum Zuge kommen, das legen die Kitas fest. Die betroffenen Eltern sollten Kontakt mit ihrem Kindergarten aufnehmen.

In allen Kommunen werden die Fachkräfte und die Räume fest einzelnen Gruppen zugeordnet, sodass es im Fall einer Infektion nur eine überschaubare Anzahl von Kindern und Erwachsenen betrifft.

So regeln die Kommunen die Öffnung: Eine Übersicht

Stadtregion: In der Stadt Fulda ist die Gruppengröße mit zwölf Kindern in einer Ü3-Gruppe nur halb so groß wie sonst. In bestimmten Konstellationen können bis zu 15 Kinder betreut werden, sagt Bürgermeister Dag Wehner (CDU). Bei den U3-Einrichtungen („Krippen“) nimmt die Stadt pro Gruppe zehn Kinder auf, und weicht damit von der Empfehlung des Landes mit nur sechs Kindern in Krippengruppen ab. Um möglichst viele Kinder wieder betreuen zu können, sollen die Einrichtungen über die Zahl der üblichen Gruppen hinaus weitere Gruppen und damit weitere Plätze anbieten, etwa im Mehrzweckraum.

Die Planungen in Petersberg und Künzell laufen. „Wir werden alle organisatorischen Hebel in Bewegung setzen, um den Eltern und Kindern eine bestmögliche Betreuung anbieten zu können“, sagt Petersbergs Bürgermeister Carsten Froß (CDU). Darum bemüht sich auch in Künzell das Team von Bürgermeister Timo Zentgraf (parteilos).

In Eichenzell, sagt Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos), werden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt und erhalten feste Tage zum Besuch der Kita. Die festen Tage für Gruppe 1 sind Montag und Dienstag, für Gruppe 2 Donnerstag und Freitag. Mittwoch ist der Tag, der im Wechsel zur Gruppe 1 und in der nächsten Woche zur Gruppe 2 gehört.

Vorrang

Grundsätzlich Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben nach der Regelung des Landes ab 2. Juni Familien, die bereits bislang Anspruch auf Notbetreuung hatten und in denen beide Elternteile berufstätig sind.

Anspruchsberechtigt sind ebenso die Kinder berufstätiger und studierender Alleinerziehender und auch die Kinder, deren Betreuung in einer Kita aufgrund einer Entscheidung des Jugendamts zur Sicherung des Kindeswohls dringend erforderlich ist. Auch Kinder mit Behinderung können die Betreuung vorrangig nutzen.

Die weiteren freien Plätze werden von den Trägern der Kindertageseinrichtungen – meist die Gemeinde, Stadt oder die Kirche – in Absprache vergeben, so weit Plätze vorhanden sind.

Rhön: In Tann befinden sich alle Kitas in der Trägerschaft der evangelischen Kirche. Die Umsetzung der neuen Verordnung bespricht die Stadt bis Ende der Woche mit der Kirche. „Nicht alle Kinder werden einen Platz erhalten können“, sagt Bürgermeister Mario Dänner (parteilos).

In Dipperz fragt die Gemeinde derzeit bei den Eltern den Bedarf ab. Die Planungen erfolgen dann ab Freitagnachmittag oder am Wochenende, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos). „Ob wir allen Kindern einen Platz anbieten können, ist offen. Wir prüfen jedoch die Nutzung weiterer Räume neben den vorhandenen Gruppenräumen wie das Feuerwehrgerätehaus.“

In Hilders führt die Gemeinde keine eigenen Kindergärten. Bürgermeister Hubert Blum (SPD) stimmt sich derzeit mit den katholischen Kindergärten sowie dem Trägerverein der Kita in Simmershausen ab.

Die Gemeinde Hofbieber arbeitet noch an ihren Plänen. „Wir haben das Ziel, allen Kindern den Besuch zu ermöglichen“, sagt Bürgermeister Markus Röder (parteilos).

In Poppenhausen sollen Kindergarten, die im Sommer in die Schule kommen, bevorzugt betreut werden, sagt Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU). In den beiden gemeindlichen Einrichtungen „Das Entdeckernest“ und „RhönKinder-Haus“ werden voraussichtlich alle angemeldeten Kinder aufgenommen, in der räumlich begrenzten Kindertagesstätte St. Elisabeth stehen die Plätze nur tageweise oder einem Vor-/Nachmittags-Modell zur Verfügung. Das wird derzeit mit den Eltern besprochen. In Ehrenberg laufen die Planungen noch, berichtet Bürgermeister Peter Kirchner (Grüne).

In Ebersburg werden an fünf Tagen die Kinder der Vorrang-Gruppen, Vorschulkinder und Kinder mit geringen Sprachkompetenzen aufgenommen, sagt Bürgermeisterin Brigitte Kram (CDU). Ab 8. und 15. Juni wird die Kapazität durch die Einbeziehung von Mehrzweckräumen oder Freiluftbereichen erweitert. Dadurch sollen Kinder im wöchentlichen Wechsel (gerade/ungerade Woche) in die Kita gehen können.

Hünfelder Land: Die Kommunen im Hünfelder Land geben individuelle Vorgehensweisen bekannt, wie sie mit der Öffnung der Kitas umgehen.

In der Kita St. Ulrich wird die Hälfte der Kinder betreut werden.

Westen: In Hosenfeld plant die Gemeinde, allen Kindern die Möglichkeit zum Besuch des Kindergartens zu geben. „Allerdings wird dies nur in Wechselmodellen möglich sein. Wir prüfen eine wechselnde Betreuung im 2- oder 3-Tagesrhythmus. Die Entscheidung fällt im Laufe der Woche“, sagt Bürgermeister Peter Malolepszy (CDU).

In Bad Salzschlirf öffnet die kommunale Kita montags, dienstags und freitags für weitere Kinder. Vorrang haben Kinder vor der Einschulung und Kinder berufstätiger Eltern, sagt Bürgermeister Matthias Kübel (CDU).

In Wartenberg ist die evangelische Kirche Träger der Kindergärten. Mit ihr berät die Gemeinde derzeit, sagt Bürgermeister Dr. Olaf Dahlmann (SPD).

Süden: „Unser Ziel in Neuhof ist es, möglichst viele Kinder in Betreuung aufzunehmen“, sagt Bürgermeister Heiko Stolz (CDU). Wenn die Plätze nicht reichen, soll ein Rotationsprinzip wie in den Schulen angewandt werden, so dass Kinder an bestimmten Wochentag in die Kita gehen. Kinder mit geringen Sprachkompetenzen und Kinder vor der Einschulung werden bevorzugt.

Für die Kindergärten in Flieden arbeitet die Gemeinde noch an einer Lösung, sagt Bürgermeister Christian Henkel (CDU). Die Kinder sollen möglicherweise tageweise abwechselnd in die Kita gehen können.

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