Ein Mann trägt in einer S-Bahn Haltestelle eine KN95-Schutzmaske.
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Im Nahverkehr gilt in Hessen ab Samstag eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken. (Symbolbild).

Maskenpflicht verschärft

Corona-Lockdown in Hessen bis mindestens Mitte Februar - Diese Regeln gelten jetzt

Der Corona-Lockdown geht erneut in die Verlängerung bis Mitte Februar. Die Hessen müssen mit vielen Regeln zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus leben.

+++ 16.10 Uhr: Hessens Corona-Kabinett hat eine Verlängerung des Lockdowns beschlossen. Da die Infektionszahlen nach wie vor zu hoch sind, sollen die zunächst bis Ende Januar befristeten strengen Auflagen zur Eindämmung der Pandemie bis Mitte Februar weiter gelten. Das teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden nach einem Treffen des Corona-Kabinetts mit.

Am Dienstag hatten sich bereits die Regierungschefs von Bund und Ländern auf diesen Schritt geeinigt. Man könne jetzt nicht lockern, betonte Bouffier auch mit Blick auf die aus Großbritannien bekannte Virus-Mutation, die als deutlich ansteckender gilt.

Lockdown in Hessen bis Mitte Februar verlängert: Das sind die neuen Regeln

Übersicht über die Maßnahmen

Verschärfte Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und bei Gottesdiensten: Tuch, Schal oder Stoffmaske reichen nicht mehr aus.

Arbeitgeber müssen Homeoffice anbieten und Masken am Arbeitsplatz stellen.

Die Regeln der Kontaktbeschränkungen bleiben unverändert: Ein Haushalt und eine weitere Person dürfen sich treffen.

Der Der Zugang zu Alten- und Pflegeheimen soll nur nach einem Corona-Schnelltest möglich sein. 

An stark frequentierten Orten soll vor Ort über Absperrungen ein Zustrom vieler Menschen verhindert werden.

Die Maßnahmen treten am Samstag, 23. Januar, in Kraft und gelten bis Mitte Februar.

Das Corona-Kabinett beschloss außerdem eine verschärfte Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften. Hier müssen künftig wirksamere Masken getragen werden. Ein Tuch, Schal oder eine Stoffmaske reichen nicht mehr aus. Dies gelte auch für Gottesdienste und vergleichbare Veranstaltungen, erklärte Bouffier. Wenn das Virus gefährlicher werde, müssten auch die Masken besser werden. Die neue Verordnung soll am kommenden Samstag, 23. Januar, in Kraft treten.

Arbeitgeber müssen, wo immer es möglich ist, Homeoffice anbieten, berichtet hessenschau.de. „Tun sie dies nicht, sind sie in der Beweispflicht. Zudem müssen Arbeitgeber Masken am Arbeitsplatz stellen“, heißt es.

Corona in Hessen - Ministerpräsident Bouffier (CDU): „Können jetzt nicht lockern“

Die Regeln der Kontaktbeschränkung (Ein Haushalt und eine Person) bleiben in Hessen weiter bestehen. Der Zugang zu Alten- und Pflegeheimen soll nur nach einem Corona-Schnelltest möglich sein. Ausgangsbeschränkungen wie ein 15-Kilometer-Radius bei Inzidenzen von über 200 wie es der Bund vorsieht, sind nicht geplant. Bouffier verweist dabei auf widersprüchliche Gerichtsentscheidungen. An stark frequentierten Orten soll vor Ort über Absperrungen ein Zustrom vieler Menschen verhindert werden.

Update vom 20. Januar, 8.01 Uhr: Das hessische Corona-Kabinett der schwarz-grünen Landesregierung wird an diesem Mittwoch die neuen Maßnahmen für die Bevölkerung in Hessen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus beschließen. Bei dem Treffen in Wiesbaden geht es darum, die in der Bund-Länder-Schalte beschlossenen Maßnahmen mit einer Verordnung für Hessen zu fixieren. Die neue Verordnung soll ab kommendem Samstag, 23. Januar, gelten und zunächst bis Mitte Februar Gültigkeit haben.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen unter anderem darauf verständigt, dass der bis Ende Januar befristete Lockdown bis zum 14. Februar verlängert wird. Damit bleiben etwa die Gastronomie, Freizeiteinrichtungen sowie der Einzelhandel geschlossen.

Nach den Beschlüssen wird zudem die Maskenpflicht verschärft. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sollen künftig medizinische Masken zum besseren Schutz vor dem Coronavirus getragen werden. In dem Beschlusspapier von Bund und Ländern ist die Rede von sogenannten OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2.

Strengere Corona-Regeln sind auch am Arbeitsplatz vorgesehen. Arbeitgeber müssen Arbeit im Homeoffice zulassen, wenn das möglich ist. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) forderte die Beschäftigten und Unternehmen auf, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen. 

Update vom 19. Januar, 9.52 Uhr: Bund und Länder beraten am heutigen Dienstag über eine erneute Verlängerung des Corona-Lockdowns. Auch deutschlandweit verschärfte Ausgangssperren und eine FFP2-Maskenpflicht im Bahnverkehr werden Thema sein. Schon vor den Gesprächen zeichnete sich ab, dass es eine Verlängerung des Teil-Lockdowns über Ende Januar hinaus geben könnte.

Erstmeldung vom 10. Januar, 17.45 Uhr:

Hessen - Der Corona-Lockdown in Hessen wird bis Ende Januar verlängert. Einige Maßnahmen werden in diesem Zuge verschärft. Was das für die Kontaktbeschränkungen, Ausgangsbeschränkungen, Schule und Kitas sowie Alten- und Pflegeheime bedeutet haben wir in einer Übersicht zusammengefasst.

Schärfere Corona-Maßnahmen in Hessen: Diese Kontaktbeschränkungen gelten jetzt

Die Kontaktbeschränkungen werden verschärft. Im öffentlichen Raum dürfen sich Angehörige eines Haushaltes nur noch mit einer weiteren Person treffen. Auch Kinder zählen dabei mit. Ausnahmen gibt es für die gemeinsame Kinderbetreuung von bis zu drei Familien oder für die Begleitung und Betreuung minderjähriger oder unterstützungsbedürftiger Personen.

Bislang waren Treffen von Angehörigen aus zwei Haushalten, höchstens jedoch fünf Personen, erlaubt. Kinder bis 14 Jahre wurden nicht berücksichtigt. Für Wohnungen gelten in Hessen nur dringende Empfehlungen, aber keine Verbote.

Ausgangsbeschränkungen, Bewegungsradius: Diese Corona-Regelungen wurden getroffen

In Corona-Hotspots mit einer anhaltend hohen Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mussten die Kommunen bislang schon nächtliche Ausgangsbeschränkungen erlassen. Von Montag an sollen dort auch touristische Tagesausflüge unterbunden werden. (Lesen Sie hier: Durch Sperrungen in der Rhön blieb der Massenandrang aus - Auf dem Hoherodskopf hingegen waren die Parkplätze voll belegt)

Für Menschen, die in einem Corona-Hotspot in Hessen leben, wird die Bewegungsfreiheit für Freizeitaktivitäten oder Ausflüge auf einen Radius von 15 Kilometer rund um die Wohnanschrift beschränkt. Für den Landkreis Fulda soll der 15-Kilometer-Radius vorerst nicht eingeführt werden. Im Vogelsbergkreis könnte der Bewegungsradius in der nächsten Woche eingeschränkt werden. Noch ist keine Entscheidung gefallen.

Die Corona-Regelung gilt ausdrücklich nicht für den Weg zur Arbeit oder beispielsweise für einen längeren Weg zum Arzt. Als triftiger Grund, die Corona-Regel nicht einzuhalten, gilt auch die Teilnahme an einem Gottesdienst oder einer Demonstration. Für nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Hessen gilt: Die Wohnung darf ebenfalls nur mit triftigem Grund verlassen werden. Dazu zählen etwa der Weg zum Arzt oder zur Arbeit und das Gassigehen mit dem Hund.

Schulen und Kitas sowie Altenheim: Das sind die aktuellen Corona-Maßnahmen

Schulen und Kitas in Hessen bleiben grundsätzlich geöffnet, Eltern sollen ihre Kinder aber nach Möglichkeit zu Hause lassen. Geht das nicht, dürfen die Kinder in den Kindergarten gebracht werden. Auch für Schüler bis einschließlich der sechsten Klassen wird an den Schulen Präsenzunterricht angeboten, wenn die Eltern arbeiten gehen müssen. Schüler ab Klasse 7 werden ab Montag grundsätzlich aus der Ferne unterrichtet, eine Ausnahme bilden Abschlussklassen. „Klassenarbeiten finden in der Regel nicht statt“, heißt es zudem.

Die strengen Corona-Hygieneregeln in Alten- und Pflegeheimen in Hessen gelten weiter. Besucher müssen vor Betreten der Einrichtung einen Corona-Schnelltest machen und dürfen nur bei einem negativen Ergebnis hinein.

Alkoholverbot, Gastronomie, Einkaufen, Dienstleistungsbetriebe: Das gilt im verlängerten Corona-Lockdown

Im öffentlichen Raum darf generell im Corona-Lockdown in Hessen weiterhin kein Alkohol getrunken werden. Die Restaurants dürfen nach wie vor Essen zum Abholen oder Ausliefern anbieten - in den Gaststätten darf aber niemand Platz nehmen.

Der Einzelhandel in Hessen bleibt im verlängerten Corona-Lockdown weitgehend geschlossen. Läden, die Dinge des öffentlichen Bedarfs anbieten, dürfen aber öffnen. Dazu zählen Supermärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Kioske und Tiermärkte. Die Ausgabe bestellter Waren in den Geschäften ist zulässig. Wochenmärkte bleiben geöffnet, Flohmärkte sind dagegen weiterhin untersagt.

Dienstleistungsbetriebe der Körperpflege wie beispielsweise Friseursalons, Kosmetikstudios oder Massagepraxen müssen in Hessen wegen des Corona-Lockdowns geschlossen bleiben. Davon ausgenommen bleiben medizinisch notwendige Behandlungen. Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe wie etwa Reinigungen, Waschsalons, Auto- und Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen können weiterhin öffnen. (dpa, sec)

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