Per Videokonferenz forderte Volker Bouffier seine Parteifreunde in Osthessen am Dienstagabend zu Anstrengungen im Wahlkampf auf.
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Per Videokonferenz forderte Volker Bouffier seine Parteifreunde in Osthessen am Dienstagabend zu Anstrengungen im Wahlkampf auf.

Digitaler Auftritt

Corona-Wahlkampf in Fulda: Ministerpräsident Volker Bouffier will Laden-Öffnung ab 4. März

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Es ist eine Serie: Seitdem er 2010 Ministerpräsident wurde, kommt CDU-Landeschef Volker Bouffier (69) vor allen Wahlen als Wahlkämpfer nach Fulda. Das Mobilisieren der CDU-Hochburg ist ihm wichtig. Auch am Dienstag kam er nach Fulda – virtuell.

Fulda/Wiesbaden - „Die Leute interessiert derzeit nur eines: Corona“, stellte Volker Bouffier (CDU) in der Videokonferenz fest. Das Verständnis der Bürger für Einschränkungen lasse nach. „Die Leute sind gestresst und sie haben die Schnauze voll.“ Deshalb wolle er am Donnerstag Corona-Perspektiven aufzeigen. „Wir können nicht so weiter machen. Wir vernichten Existenzen – und die Staatsfinanzen.“

Bouffier skizzierte seine Pläne: „Ich will eine vorsichtige Öffnung der Läden. Bisher gab es für den Einzelhandel das System ‚Click and Collect‘“. Das funktioniere aber nicht, wenn man etwa Schuhe kaufen wolle. Deshalb wolle er in Hessen ein „Click and Meet“-System: „Die Menschen machen einen Termin im Laden aus und dürfen dann dort auch rein.“ Darüber berichtet auch hna.de*.

Corona-Wahlkampf in Fulda: Volker Bouffier für Laden-Öffnung ab 4. März und „Click and Meet“

Dabei solle jeder Kunde einen persönlichen Betreuer erhalten. „Wenn das funktioniert, können wir den Geschäften bald weitere Freiräume bieten. Wenn es nach mir geht, werden wir das mit den Ministerpräsidenten am 4. März beschließen. Wir könnten es aber auch ohne den Bund machen.“

Die Gaststätten sollen ab 1. April ihre Außengastronomie öffnen dürfen. „Wenn das alles klappt, dann können die Gaststätten danach auch insgesamt öffnen.“ Einen Zeitraum dafür nannte Bouffier nicht. Bei den Corona-Kontaktbeschränkungen – bisher durfte man sich mit einem Haushalt treffen – soll der Kontakt zu zwei Hausständen erlaubt sein. Auch Sport im Freien solle erleichtert werden. Über die Corona-Lockerungen berichtet auch die Frankfurter Neue Presse*.

Bei diesen Corona-Lockerungen will Bouffier nicht mehr so genau auf die Inzidenzwerte schauen. Die zurückliegende Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin hatte eine Inzidenz von 35 als Voraussetzungen für Lockerungen genannt. „Wenn es einigermaßen funktioniert und es irgendwie zu verantworten ist, dann kommen die Lockerungen. Bei einer Inzidenz von 300 oder 400 – das gab es im Landkreis Fulda ja – geht das natürlich nicht.“

Der strenge Blick auf die Inzidenzwerte sei nicht mehr nötig, weil die Altenheime durch die Impfungen besser geschützt seien („wir haben seit Mitte Januar 60 Prozent weniger Infektionen bei Bewohnern und Mitarbeitern“) und die Intensivstationen der Kliniken nicht mehr überlastet seien. Bouffier räumte aber ein, dass die Politik über die neue Virusvariante nicht viel wisse – außer, dass sie ansteckender sei als das bisher dominierende Virus.

Hintergrund: Für Umgehung

Bei den Fragen, die die Zuhörer an Bouffier stellten, sprach der Vogelsberger CDU-Kreischef Dr. Jens Mischak die Pläne für die Ortsumgehung Wartenberg an. Der Ministerpräsident äußerte sich deutlich: „Ich bleibe bei meinem Wort, das ich beim Leserforum der Fuldaer Zeitung gegeben habe: Es geht nicht nur um Wartenberg, sondern um die ganze Region. Ich bleibe dabei: Wir werden das durchziehen. Was wir als Land tun können, das werden wir machen. Aber vielleicht sagen ja auch die Wartenberger Wähler ein klares Wort dazu.“

Bouffier sagte, nach allen Umfragen seien die meisten Bürger überzeugt, dass die CDU sie sicher durch die Krise führe. Das werde man beim Wahlergebnis sehen. Eröffnet wurde das Treffen durch den CDU-Bezirksvorsitzenden Dr. Heiko Wingenfeld. Der OB aus Fulda sagte, die CDU stehe für eine gute medizinische Versorgung vor Ort, und sie sei der Anwalt der Landwirtschaft und der Innenstädte.

Bouffier lobte Wingenfeld:„Alles andere als eine klare Bestätigung des Oberbürgermeisters durch den Wähler können wir uns gar nicht vorstellen.“ Aber die Wahl sei auch in Fulda kein Selbstläufer. Bouffier forderte seine Parteifreunde auf, Anhänger telefonisch um ihre Stimme für die CDU zu bitten. *fnp.de und hna.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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