Die Beratung erfolgt mit der vorgeschriebenen räumlichen Distanz und mit Mundschutz, aber persönlich.
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Torsten Rützel (rechts), Geschäftsleiter bei Herrenmode Köhler, ist mit den aktuellen Umsätzen zufrieden.

Problem Maskenpflicht

Einzelhandel in Fulda und Hünfeld beginnt, ein wenig aufzuatmen – Kunden kommen wieder

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Vier Wochen lang mussten die meisten Einzelhändler wegen der Corona-Pandemie geschlossen halten. Auch in Fulda und Hünfeld. Seit 14 Tagen ist wieder geöffnet. Die Kunden kommen zurück. Aber nur langsam.

Fulda/Hünfeld - Wer über den Uniplatz in Fulda oder durch die Mittelstraße in Hünfeld geht, der bekommt einen gemischten Eindruck: In den Innenstädten sind deutlich weniger Menschen unterwegs als Anfang März, als die Corona-Einschränkungen weit weg waren.

Es sind auch noch nicht alle Geschäfte wieder geöffnet. Einen Kaffee im Sitzen zu trinken, ist nicht erlaubt. Aber die Verbraucher kehren doch zurück. Nach und nach. „Der große Ansturm ist ausgeblieben. Wir hatten mit mehr gerechnet. Probleme mit den Abstandsregeln haben wir nicht“, äußert Reginald Bukel, Vorsitzender des City Marketing Fulda.

„Die Maskenpflicht war nicht förderlich. Daran müssen die Verbraucher sich erst gewöhnen. Die Maske wird lange bleiben und zum Modeaccessoire werden.“ „Wir sind zufrieden“, freut sich hingegen Torsten Rützel von Herrenmode Köhler in Fulda. „Die Kunden haben uns über die vier Wochen Schließung die Treue gehalten.“

Viele wollten sich für den Sommer einkleiden. „Leichte Hosen und leichte Jacken sind die Renner.“ Die erste Woche nach der Wiedereröffnung war „sehr gut“, berichtet Isabell Fehrmann von Möller Schlafkultur. „Die Nachfrage war besser als erwartet. Die Kunden haben in den vier Wochen offenbar gemerkt, wie schlecht sie schlafen.“

In der zweiten Woche habe es am ersten Tag mit Maskenpflicht einen Einbruch gegeben, aber mittlerweile seien die Umsätze wieder auf Vorjahresniveau. „Es ist noch ruhig. Das haben wir aber so erwartet“, berichtet Christian Adolph von Juwelier Bott. „In der Friedrichstraße kann man noch nicht wirklich wieder bummeln. Das merken wir.“

„Richtig zufrieden kann niemand sein“, sagt auch Uwe Neudert von Hohmann & Heil. „Wegen der Begrenzung auf 800 Quadratmeter haben wir nicht unsere gesamte Verkaufsfläche zur Verfügung. Deshalb können unsere Stammkunden auch nicht so durchs Sortiment stöbern, wie sie es gewohnt sind.“

Dass sich viele Verbraucher darauf einstellen, ihren Sommerurlaub im Garten zu verbringen, davon profitiert Trend-House. „Wir sind sehr, sehr zufrieden. Wir haben den Vorteil, dass wir Produkte anbieten, die jetzt gefragt sind: Gartenmöbel und Grills“, sagt Thomas Lötters. „Die Verbrauchen wollen es sich zuhause schön machen. Und sie haben zudem das Bedürfnis, mit ihren Einkäufen die regionale Wirtschaft zu stärken und nicht den Onlinehandel.“

Umsätze auf dem Niveau des Vorjahres meldet Möbel Wirth in Hünfeld. „Wir profitieren jetzt davon, dass wir auch in der Zeit der angeordneten Ladenschließung in der Tageszeitung geworben haben und damit den Kontakt zu neuen Kunden knüpfen konnten. Die Frequenz auf der erlaubten Teilfläche von 800 Quadratmeter ist gut, und wir haben schon die ersten Abschlüsse gemacht“, berichtet Inhaber Josef Wirth.

Ihre volle Verkaufsfläche dürfen die Autohändler nutzen. „Wir freuen uns, dass weder offen ist. Die Zahl der Kunden steigt jeden Tag, es geht langsam aufwärts“, sagt Helmut Sorg von Ford Sorg in Fulda. Am Montag werde das Unternehmen erstmals wieder Autos zukaufen.

„Die Frequenz ist besser als erwartet“, lobt Matthias Weber vom Hyundai-Autohaus Weber & Diel in Petersberg. „Die Kunden gucken nicht nur, sie kaufen auch.“

Nicht ganz so zufrieden ist Niclas Deisenroth vom VW- und Audi-Autohaus Deisenroth & Söhne in Hünfeld: „Gebrauchtwagen werden gut verkauft. Es ja jetzt die Jahreszeit dafür. Bei den Neuwagen merken wir eine gewisse Zurückhaltung – vielleicht weil viele in Kurzarbeit sind, vielleicht auch, weil über eine Kaufprämie diskutiert wird.“

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