Sechs Hotliers der Region
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Die Hoteliers sind von den Lockerungen positiv überrascht.

Hotels in der Region bereiten sich auf 15. Mai vor

„Wir sind begeistert, dass wir wieder öffnen dürfen“

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  • Hartmut Zimmermann
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  • Sabine Simon
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  • Lena Quandt
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Die meisten Hoteliers hatten den Neustart erst für Pfingsten erwartet und sind zufrieden, dass nun feste Termine vorliegen. Am 15. Mai geht es wieder los. Es gibt aber Zweifel mit Blick auf die neuen Vorschriften.

Topp für „Urlaub mit Abstand“

Weil das Buchungstelefon dauernd läutete, war Jürgen H. Krenzer von „Krenzers Rhön“ in Seiferts am Donnerstagabend nicht gleich zu erreichen. Er habe erst mit einem Start zu Pfingsten gerechnet, sagt er. Mit Blick auf das Restaurant sei er gespannt: Die Regeln seien nicht ohne und würden das Klima in der Gaststube verändern. Froh ist er für den Start des Hotelbetriebs. Da könne man einfacher auf die neue Lage reagieren. Und die Rhön als „Land der offenen Fernen“ sei ja geradezu dafür gemacht, „Urlaub mit Abstand“ zu machen: Hier sehe man ja schon früh, wenn jemand komme...

„Auslastung eine Katastrophe“ 

Marion Betz-Berthold vom Landhotel Betz in Bad Soden-Salmünster musste alle Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, mit ihrer Schwester hält die Unternehmerin allein im Hotel die Stellung. Sie betreuen Geschäftsreisende. „Die Auslastung ist eine Katastrophe“, sagt Betz-Berthold. Nun steht das Team vor einer Herausforderung: die Umsetzung der Auflagen für eine mögliche Wiedereröffnung. Der Vorgabenkatalog enthalte kuriose Regeln. Das Personal solle etwa nach Möglichkeit auf das Sprechen mit den Gästen verzichten oder Tabletts zur Selbstbedienung auf den Tischen abstellen.

„Hole Team aus der Kurzarbeit“

„Wir sind begeistert, dass wir wieder öffnen dürfen“, sagt Karsten Klauschke, Chef des Landgasthofs Grashof in Mittelkalbach. „Die Mitarbeiter scharren schon mit den Hufen“, berichtet er .Er werde alle in Kurzarbeit geschickte Mitarbeiter zurückholen – die würden jetzt gebraucht. Die Hygiene-Vorgaben, die der Hotel- und Gaststättenverband ausgearbeitet habe, werde man umsetzen. Und nun freue man sich auf die Öffnung am 15. Mai – er habe eher mit Pfingsten gerechnet. „Mir haben die Nachrichten aus Wiesbaden ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, erklärt Klauschke.

„Froh, dass es wieder los geht“

„Mit einer Hotel-Öffnung hatte ich erst für Pfingsten gerechnet“, sagt Dirk Schütrumpf, Direktor des Hotels „Platzhirsch“ in Fulda. Die Entscheidung aus Wiesbaden sei eine erfreuliche Regelung. „Vor allem ist es wichtig, dass wir jetzt wissen, wo wir dran sind“, unterstreicht der Hotelier. Jetzt könne man planen. Die Fünf-Quadratmeter-Regelung für die Restaurants sei vielleicht etwas schwierig. Zudem habe er insgeheim gehofft, dass die Restaurants bereits zum Montag hätten öffnen können. „Aber wir wollen jetzt nicht jammern – ich bin sehr froh, dass es wieder los geht.“ 

„Entwicklung ist sehr erfreulich“

„Dieser Start ist besser, als ich ihn erwartet habe“, urteilt Kai Gelhausen, Direktor des Best Western Konrad Zuse Hotels Hünfeld. Es sei gut, dass die Wiederöffnung bereits am Freitag und nicht erst am Montag möglich sei. „Hier ist unser Kerngeschäft wohlwollend bedacht worden“, findet er – und betont zugleich, dass mit dem Neustart an Geldverdienen noch nicht zu denken sei. „Es ist eine prima Nachricht – aber wir sind dennoch nach wie vor am Rande der Katastrophe“. Die Einschränkungen, die zunächst bis zum 5. Juni gelten, dürften nicht endlos verlängert werden, mahnt er.

 „Sind Vorgaben praktikabel?“

Stefan Jöckel vom Hotel-Restaurant Jöckel in Nieder-Moos zeigt sich einerseits erleichtert, fragt sich aber auch, ob die einzelnen Vorgaben im Alltag praktikabel sein werden. Er warte erst einmal die Empfehlungen des Hotelverbands ab und entscheide dann, ob er komplett öffne. Grundsätzlich sei man vorbereitet: „Wir hatten in den vergangenen Woche viele gewerbliche Gäste, haben deshalb Desinfektionsspender und Mundschutz – und können auch die Abstandsregeln einhalten.” Schwerer habe ihn der Ausfall in der Gastronomie getroffen. Viele Mitarbeiter seien in Kurzarbeit.

Hier lesen Sie: So ist die Situation der Gastronomie Und: Welche Folgen hat die Corona-Krise für Hotels und Gaststätten? Tarek Al-Wazir informiert sich in Fulda

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