Das Symbolbild zeigt Schlüssel, die in einem Hotel an einem Schlüsselbrett hängen.
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Hotel Schlüssel Schlüsselbrett (Symbolbild)

Tourismus soll wieder anlaufen

Schlüssel desinfizieren, Mundschutz für Zimmermädchen: Herbergsbetriebe in der Region sind gerüstet

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Die Hilferufe aus der Hotelbranche wurden zuletzt immer lauter: Wie das im Hotelgewerbe funktionieren kann, darüber haben sich Touristiker aus der Region Fulda schon Gedanken gemacht. Am Donnerstag sollen in Hessen Entscheidungen fallen.

  • Dehoga hält Lockerungen für „längst überfällig“
  • Zuletzt kamen nur Geschäftsreisende
  • Hotellerie in der Region sieht sich gewappnet

Fulda - Zimmerschlüssel desinfizieren, die Anzahl der Personen pro Sauna begrenzen, keinen Obstkorb, an dem sich der Gast bedienen kann und nach jeder Zimmerreinigung die Putzlappen austauschen: Das sind nur einige Ideen, die der Deutsche Hotel- und Gastronomiebundesverband Dehoga bereits Mitte April in einem Schreiben an seine Mitglieder zusammengetragen hat. Auch die Landesregierung möchte wahrscheinlich am Donnerstag konkrete Maßnahmen nennen, wie das Geschäft mit dem Tourismus wieder anlaufen kann.

Steffen Ackermann, Kreissprecher des Dehoga Fulda, hält die Lockerungen für längst überfällig: „Für die Branche ist es nicht mehr tragbar. Aber die Signale, die jetzt kamen, sind gut. Die Hotellerie ist gut gewappnet.“ Grundsätzlich sei es für Herbergsbetriebe einfacher, Abstandsregeln einzuhalten, als für die Gastronomie.

Kathrin Brähler, die in Michelsrombach den Landgasthof Zum Stern betreibt, hat mit beidem zu tun: Sie bewirtschaftet eine Gaststätte und bietet 29 Fremdenzimmer an. „Wir sind hier am Land und haben Platz. Für uns ist es kein Problem, die Abstandsregeln einzuhalten. Die Tische können ohne Probleme auseinander gestellt werden“, erklärt sie. Plexiglasscheiben und Desinfektionsstationen habe sie schon angeschafft.

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Zuletzt kamen Geschäftsreisende

In den vergangenen Wochen kamen immer mal wieder Geschäftsreisende – etwa ein bis zwei Gäste in der Woche. „Das Frühstück haben wir auf Tabletts vor die Zimmer gestellt, aber das ist so keine Dauerlösung“, erklärt Brähler, die nicht damit rechnet, dass durch die Lockerung die Buchungen sofort wieder in die Höhe schnellen. „Das wird im kleinen Rahmen langsam wieder anlaufen.“

Und es wird nach der Pandemie wahrscheinlich einiges anders sein – in jeder Unterkunft. „Ich glaube nicht, dass es in diesem Jahr Büfett für die Gäste geben wird“, erklärt Winfried Uth, Gesellschafter des 3G-Kompetenzzentrums in Fulda. Sein Hotel mit 35 Zimmern habe schon ziemlich zu Beginn der Coronakrise auf Tellerfrühstück umgestellt.

Mund-Nase-Schutz für Zimmermädchen

Für die Zeit danach fühlt er sich gerüstet: „Wir haben in den Tagungsräumen im Hotel eine Frischluftklimatisierung, die für einen regelmäßigen Luftaustausch sorgt. Die Türgriffe werden alle drei Stunden desinfiziert, und bei den Zimmern können wir schauen, dass das gleiche nicht sofort wieder belegt wird.“ Auch die Zimmermädchen würden Mund-Nase-Schutz und Handschuhe bei ihrer Arbeit tragen.

Das entspricht den Vorschlägen des Dehoga. Der Bundesverband empfiehlt darüber hinaus, dass Zimmerdamen immer die gleichen Räume zugeteilt bekommen. Im Rezeptionsbereich sei es sinnvoll, Abstandsmarkierungen anzubringen und Eingangstüren – wenn möglich – offen stehen zu lassen, um eine bessere Durchlüftung zu erzielen. Auch für den Küchenbereich, die Toiletten und für das Frühstück gibt es Ideen: keine Besteckkörbe, keine Selbstbedienung am Kaffeeautomaten und Einmalhandschuhe für die Köche.

Über viele dieser Maßnahmen muss sich Otto Evers keine Gedanken machen – obwohl er im Gastgewerbe tätig ist. Er bietet auf dem Ferienhof Laibold-Evers drei Ferienwohnungen in Hofbieber an. Dass er überhaupt schließen musste, kann er nicht nachvollziehen.

Abstandsregeln sind „problemlos einzuhalten“

„Auf meinem 2500 Quadratmeter großen Grundstück sind die Abstandsregeln problemlos einzuhalten.“ Sein Geschäft sei nicht mit Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest vergleichbar. Es müsse zwischen den Gastronomen und auch zwischen den verschiedenen Herbergsbetrieben unterschieden werden.

„Den Gast sehe ich nur, wenn der Schlüssel übergeben wird, da lässt sich der Abstand gut einhalten“, erklärt der 73-Jährige. Er ist froh, wenn er demnächst wieder an Touristen vermieten darf: Je früher, desto besser.

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