Wegen der Ausstellung falscher Maskenpflicht-Atteste ermittelt die Staatsanwaltschaft Fulda gegen zwei Ärzte.
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Wegen der Ausstellung falscher Maskenpflicht-Atteste ermittelt die Staatsanwaltschaft Fulda gegen zwei Ärzte. (Symbolfoto)

Corona-Maskenpflicht

Gersfelder Ärzte weiter unter Verdacht: Ermittler überprüfen 300 Atteste

  • Volker Nies
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Es war eine spektakuläre Durchsuchung vor drei Monaten: Die Polizei durchsuchte die Praxis und die Wohnung zweier Mediziner in Gersfeld. Der Verdacht: Die zwei Ärzte hatten in großer Zahl falsche Atteste zur Befreiung von der Corona-Maskenpflicht ausgestellt. Die Ermittlungen dauern an.

Fulda/Gersfeld - Eine Arztpraxis aus dem Raum Gersfeld hat möglicherweise falsche Atteste zur Befreiung von der Corona-Maskenpflicht ausgestellt. Von diesem Verdacht geht die Staatsanwaltschaft Fulda weiter aus.

Im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Fulda wegen des Verdachts des Ausstellens falscher Gesundheitszeugnisse hatten Beamte der Kriminalpolizei Fulda eine Arztpraxis in Gersfeld durchsucht. Dabei stellte die Kripo „umfangreiche, digitale Beweismittel sicher“, wie die Polizei damals mitteilte.

Corona: 300 falsche Masken-Atteste? Ermittlungen gegen Ärzte laufen

Auslöser der Ermittlungen war, dass der Polizei bei Demos gegen die Corona-Regeln in der Fuldaer Innenstadt im November 2020 mehrfach ärztliche Atteste vorgelegt wurden, die von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreiten. Die Atteste waren in mehreren Fällen von dem gleichen Arzt ausgestellt worden. Zunächst nahm die Polizei an, es handele sich um eine Handvoll Atteste. Später zeigte sich, dass es sich um 300 falsche Gesundheitszeugnisse gehen könnte.

Die Ermittlungen dauern weiter an. Ein Ergebnis steht noch nicht fest. „Die Ermittlungsakte befindet sich – nach Rücksprache mit dem zuständigen Dezernenten – weiter bei der Kriminalpolizei Fulda zur Auswertung der umfangreich sichergestellten Unterlagen“, berichtet Dr. Christine Seban, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda, jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung.

Video: Befreiung von Corona-Maskenpflicht - Durchgreifen bei falschen Attesten

Die 300 ausgestellten Attesten würden nun überprüft. „Es kann demnach sein, dass einige der Ausstellungen – oder auch eine Vielzahl, dazu kann derzeit noch keine fundierte Aussage getroffen werden – berechtigt erfolgt sind. Zudem ist zu überprüfen, ob sich der Vorsatz der Beschuldigten auf eine etwaig unrichtige Ausstellung bezogen hat“, erklärt die Staatsanwältin.

Ob sich die Zahl der möglicherweise zu Unrecht ausgestellten Attest aufgrund der Auswertung der sichergestellten Unterlagen noch erhöhen könnte, lasse sich nicht sagen, da die Ermittlungen noch weiter andauerten.

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