Die Polizei bei einem ihrer Kontrollgänge am Fuldaer Bahnhof.
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Die Polizei bei einem ihrer Kontrollgänge am Fuldaer Bahnhof.

Corona-Regeln

Maskenkontrolltag: Bahn und Bundespolizei überprüfen Bahnhöfe und Züge - auch in Fulda

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
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Am Freitag haben die Deutsche Bahn (DB) und der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) in Kooperation mit der Bundespolizei eine hessenweite Kontrolle zum Tragen der Mund- und Nasenbedeckung in Zügen und auf Bahnhöfen durchgeführt. Die Erkenntnis des Maskenkontrolltages: die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt. 

Fulda - Ein großes, rotes Poster ziert den Eingangsbereich des Fuldaer Bahnhofs. Darauf ist in weißer Farbe eine Maske mit der Aufschrift „Bitte Mund-Nase-Bedeckung tragen. Danke.“ zu sehen. Im ganzen Bahnhofsgelände hängen weitere, ähnliche Poster, um ein sicheres Bahnfahren zu gewährleisten. Damit sich die Reisenden an die von der Landesregierung verhängten Verordnungen auch halten, führt die Deutsche Bahn in Kooperation mit der Bundespolizei regelmäßige Kontrollen durch - so auch am Freitag. „Wir waren heute schon am Frankfurter Hauptbahnhof und in Zügen des Regional- und Fernverkehres unterwegs“, erklärt Michael Greschniok, Pressesprecher der Deutschen Bahn, am Morgen in Fulda.

Hessenweiter Maskenkontrolltag: Freundliche Hinweise der Bundespolizei genügen in Fulda

Nach den Schwerpunktkontrollen in der Barockstadt, sollten Darmstadt, Hanau, Wiesbaden und Limburg folgen. Neben den großen Bahnhöfen wurde stichprobenartig auch in einzelnen Fern- und Nahverkehrszügen sowie der S-Bahn kontrolliert. Der Fuldaer Bahnhof ist seit vielen Jahren ein wichtiger Punkt im Netz der DB und soll in Zukunft noch weiter gestärkt werden. (Lesen Sie hier: Die Sanierung der Bahnstrecke Kassel-Göttingen wird auch Fulda betreffen)

Um 9.11 Uhr kam der ICE 694 aus Frankfurt in Fulda an. Und mit ihm eine Hand voll Bundespolizisten, die im Zug die geltenden Maßnahmen kontrollierten. Von Gleis sieben machten sich zwei Polizisten auf den Weg zu Gleis vier. Eine Dame hatte für kurze Zeit ihre Maske nicht auf. Das Duo ging prompt auf die Reisenden zu und suchte den Dialog. Entwarnung. Sie hatte lediglich einen Zug an ihrer E-Zigarette genommen und zog die Bedeckung sofort wieder an. „Generell suchen wir immer erst das Gespräch und wollen die Reisenden Hinweisen und Aufklären. Nur wenn sie sich weigern, müssen wir zu härteren Mitteln greifen“, verdeutlicht Klaus Arend, Pressesprecher der Bundespolizei.

Bahnsprecher Michael Greschniok äußert sich zu den Maßnahmen der Bahn in Zeiten von Corona.

Im gleichen Moment läuft ein Herr mittleren Alters an Arend vorbei. Die Maske trägt er nicht über der Nase. Freundlich weist der Bundespolizist den Mann darauf hin und gibt noch einen kurzen Tipp wie das Tragen der Mund- und Nasenbedeckung bei einer Brille leichter ist. Nach kurzem Small-Talk müssen beide lachen und gehen ihrer Wege. 

Zugfahrt in Zeiten von Corona: Reisende müssen sich mit Coronaregeln vertraut machen

Generell war am Freitagmorgen wenig los am Fuldaer Bahnhof. So gut wie alle Beteiligten hielten sich an die Regeln und sorgen so für ein sicheres Bahnfahren. „Einen Trend, der zu erkennen ist. Gut 95 Prozent halten sich an die Regeln“, berichtet Greschniok und fügt hinzu, dass die Deutsche Bahn viel unternehme, um das Bahnfahren auch in Zeiten von Corona sicher zu gestalten. „Das fängt schon bei der Reiseplanung auf unserer Homepage an, auf der wir unsere Kunden mit den Reise- und Coronaregeln vertraut machen.“

Wer sich nicht an diese Regeln hält, wird von den Mitarbeitern höflich darauf hingewiesen, die Maske aufzusetzen. „Dafür sind die Mitarbeiter der DB-Sicherheit, die Schaffner und alle Mitarbeiter zuständig“, sagt der Sprecher weiter. Noch deutlicher drückt es Arend aus. „Wer Bahn fahren möchte, muss Maske tragen – oder eben gehen.“ Da die Deutsche Bahn das Hausrecht in den Zügen und Bahnhöfen hält, darf sie Personen des Platzes verweisen. Sprich, die Reisenden müssen den Zug oder eben das Gelände verlassen – auch mit gültigem Fahrschein.

Aktuelle Regeln zur Maskenpflicht in Hessen

Eine Mund-Nasen-Bedeckung muss unter anderem in Fahrzeugen des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs, des Gelegenheitsverkehrs, des freigestellten Schülerverkehrs, in Bürgerbussen, in Passagierflugzeugen, auf Passagierschiffen und -fähren und auf Bahnsteigen, an Haltestellen und in Zugangs- und Stationsgebäuden der vorgenannten Verkehrsmittel. Dies geht aus der Verordnung der hessischen Landesregierung hervor.

Verstöße gegen die Maskenpflicht sind mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt. Zuständig sind die Ordnungsbehörden der Kommunen.

Ausnahmen gelten für Kinder unter sechs Jahre, Reisende, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können und während Speisen und Getränke verzehrt werden.

Schutz für die Reisenden bei der Zugfahrt - Mund-Nasen-Bedeckung ist Pflicht

Schaffner und Mitarbeiter dürfen zwar ein Hausverbot aussprechen, aber nicht direkt Bußgelder verhängen (aktuell mit 50 Euro bemessen). Ab 1. Januar 2021 dürfen die RMV-Kontrolleure die Vertragsstrafe dann auch selbst kassieren: Die Maskenpflicht wurde in die Beförderungsbedingungen aufgenommen. „Wir sind nicht in den Zügen und Bahnhöfen unterwegs, um Bußgelder zu verteilen. Wir wollen die Gesundheit der Menschen schützen und dazu zählt eben in der jetzigen Zeit das Tragen der Mund- und Nasenbedeckung“, so Arend. Kommt es zu Vorfällen mit Masken-Verweigerern, haben die DB-Mitarbeiter die Möglichkeit, die Bundespolizei hinzuzuziehen. „Sie nehmen dann die Personalien auf, leiten diese an die zuständigen Ordnungsämter weiter, die wiederum die fälligen Bußgeldbescheide ausstellen“, erläutert DB-Sprecher Greschniok weiter.

Hessenweit fand am Freitag an Bahnhöfen ein „Maskenkontrolltag“ statt. So auch am Bahnhof in Fulda.

Dazu musste es am Freitag aber nicht kommen. „Wir unternehmen viel, um das Bahnfahren auch in Zeiten von Corona sicher zu gestalten. Dafür sind eben solche Kontrollen wichtig, für die die Akzeptanz auch sehr groß ist“, blickt Greschniok auf die jetzige und ältere Aktionen zurück. Um 10.07 Uhr stieg der Kontroll-Trupp der Bundespolizei in den Regionalexpress nach Frankfurt und setzte seine Arbeit im Zug fort. Für ein sicheres Reisen, mehr Akzeptanz und den Kampf gegen das Virus.

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) am Mittag vermeldete, waren im Rahmen der hessenweiten Kontrollen rund 20 Personen ohne Masken aufgefallen. Laut RMV sind Maskenverweigerer inzwischen „die absolute Ausnahme“. Sprecher Maximilian Meyer schätzt die Quote auf geringe 0,3 bis 0,4 Prozent. Auch die Frankfurter Bundespolizei bezeichnete die Zahl als sehr klein. „Die Akzeptanz bei den Reisenden ist sehr hoch“, sagt Sprecher Ralf Ströher.

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