Blumen vor dem Klinikum in Fulda
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Das Klinikum Fulda ist das größte Krankenhaus in der Region. Dem Personal wird in Corona-Zeiten eine wichtige Rolle zuteil.

Klinikum Fulda

Im Fall einer Corona-Eskalation: 330 freiwillige Helfer stehen parat

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Große Hilfsbereitschaft in der Krise: Beim Klinikum Fulda haben sich 330 Freiwillige gemeldet, die unentgeltlich parat stehen, wenn Not am Mann ist. Noch ist das nicht nötig, weshalb die Männer und Frauen, die aus allen Bereichen kommen, bisher nicht eingesetzt werden müssen.

Fulda - Die 27-jährige Lisa ist abrufbereit. Sie hat sich beim Klinikum gemeldet, nachdem sie den Aufruf auf der Homepage des Krankenhauses gelesen hat. Lisa, die ihren Nachnamen nicht öffentlich machen möchte, stellt sich als Freiwillige zur Verfügung, wenn das Klinikum im Kampf gegen das Coronavirus Personal benötigt.

Im medizinischen Bereich tätig ist sie bisher nicht. Die 27-Jährige hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert. „Aber das Klinikum hat Freiwillige aus allen Bereichen gesucht. Ich könnte zum Beispiel Organisationsaufgaben oder andere Hilfstätigkeiten übernehmen“, sagt die 27-Jährige, die im Mai einen neuen Job beginnt.

Durch Resturlaub an der früheren Arbeitsstelle hatte sie nun einige Wochen frei. „Eigentlich wollte ich nach Südamerika reisen, weil das aber nun nicht möglich war, habe ich mich erkundigt, wo ich helfen kann“, sagt Lisa.

Große Resonanz

Sie ist eine von insgesamt 330 Freiwilligen, die sich beim Klinikum gemeldet haben und bereit sind ohne Bezahlung mitzuhelfen. Mit einer solch großen Resonanz hat das Klinikum nicht gerechnet. „Es haben sich erstaunlich viele Menschen bei uns gemeldet – obwohl der Aufruf nicht explizit beworben wurde. Das ist sensationell, wir sind überwältigt von dieser positiven Bereitschaft“, sagt Barbara Froese, Pressesprecherin des Klinikums.

Die Interessenten haben sich hierbei in einem Online-Formular eingetragen und ihre entsprechenden Daten hinterlegt. Unter den Freiwilligen seien zahlreiche Medizinstudenten, aber auch Menschen, die in der Pflege, im Lager, in der Logistik oder der Gastronomie und im Handwerk tätig sind.

Einteilung in drei Bereiche

„Wir haben alle Personen, die sich bei uns gemeldet haben, per Mail kontaktiert und in die drei Bereiche ,Arzt‘, ,Pflege‘ und ,Unterstützer‘ eingeteilt“, führt Froese aus. Wo die Freiwilligen eingesetzt werden können, das werde derzeit individuell geprüft anhand der Qualifikation und der zeitlichen Verfügbarkeit. Die Personalabteilung klärt momentan Formalien wie zum Beispiel Verträge und Versicherungsthemen.

Noch keine Freiwilligen im Einsatz

Im Einsatz ist von den Freiwilligen bislang noch niemand. „Aktuell ist in den Krankenhäusern in Hessen noch nicht die große Menge an Covid-19-Patienten eingetreten. Wir sind fokussiert auf die Vorbereitungen, behandeln derzeit auch schon eine – noch überschaubare – Anzahl von Covid-19-Patienten. Daher ist derzeit noch kein Einsatz der Freiwilligen wirklich erforderlich, was gut ist und zeigt, dass die Maßnahmen greifen“, sagt die Pressesprecherin.

Wenn sich die Lage ändere, werde sich das Krankenhaus mit den Freiwilligen in Verbindung setzen und deren sinnvollen Einsatz planen.

Lilientaler als Dank

Als Dank hat sich das Klinikum auch schon etwas überlegt: So sollen die Freiwilligen Einkaufsgutscheinen erhalten, sogenannte Lilientaler, die in mehreren regionalen Geschäften eingelöst werden können.

„Das ist aus unserer Sicht eine positive Geste, da durch das Lilientaler-System wiederum die teilnehmenden Einzelhändler der Region unterstützt werden. Im Einzelfall werden wir auch Einstellungen vornehmen“, erklärt Froese.

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