Erst seit Mittwoch, 25. November, können Unternehmen Novemberhilfen in der Corona-Pandemie beantragen.
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Erst seit Mittwoch, 25. November, können Unternehmen Novemberhilfen in der Corona-Pandemie beantragen.

Kritik aus Fulda

Langes Warten auf Auszahlung: Erst jetzt können Unternehmen Anträge auf Corona-Novemberhilfe stellen

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Schnell und unbürokratisch sollte sie ausgezahlt werden, die Novemberhilfe für Firmen, die in diesem Monat geschlossen halten müssen – wie etwa Gaststätten. Doch erst seit Mittwoch kann die Hilfe überhaupt beantragt werden.

Region - „Die Auszahlungen müssen endlich beginnen“, fordert Jürgen Diener, Vorsitzender des Kreisverbandes Fulda der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT). „Die Liquiditätsengpässe in Gastronomie und Hotellerie sind bedrohlich. Die Betriebe stehen mit dem Rücken an der Wand. Es droht eine Insolvenzwelle.“

Diener fordert, mit pauschalen Abschlagszahlungen sofort zu beginnen. Die Anträge sollten schnellstens bearbeitet werden, damit die vollständige Novemberhilfe für alle Firmen, die wegen des Corona-Lockdowns geschlossen sein müssen, spätestens Anfang Dezember ausgezahlt werde.

Corona: Anträge für Novemberhilfen der Bundesregierung können erst jetzt gestellt werden

Tatsächlich können Anträge ab sofort gestellt werden. Das teilte das Finanzministerium unserer Zeitung mit. Erste Gelder sollen ab Ende November gewährt werden, und zwar in Form von Abschlagszahlungen. Das Finanzministerium plant folgendes Vorgehen: In einem zweistufigen Verfahren werden zunächst Abschlagszahlungen in Höhe von bis zu 50 Prozent der beantragten Novemberhilfe gewährt, höchstens bis zu 10.000 Euro pro Antragsteller. Ein separater Antrag auf Abschlagszahlung ist nicht notwendig.

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Video: Zweiter Lockdown: Bund gibt 10 Milliarden für Umsatzausfälle

Die Bundesregierung hatte die Zuschüsse etwa für Gastronomiebetriebe sowie Solo-Selbstständige zugesagt, die seit Anfang November von den angeordneten Schließungen wegen des Corona-Lockdowns betroffen sind. Für die meisten Firmen werden Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im November 2019 gewährt.

Anträge

Unternehmen, die schon Überbrückungshilfe beantragt haben, Firmen, die mehr als 5000 Euro Hilfe erwarten, und Nicht-Soloselbständige müssen einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Anwalt beauftragen, den Antrag auf Novemberhilfe für sie zu stellen.

Soloselbständige können auf der Seite www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de selbst bis zu 5000 Euro beantragen. Voraussetzung für die Anmeldung ist dann ein Elster-Zertifikat.

Andere staatliche Leistungen, die für November gezahlt werden, werden angerechnet – das gilt vor allem für Überbrückungshilfe und Kurzarbeitergeld. Die Anträge auf Novemberhilfe können bis 31. Januar 2021 gestellt werden. Aufgrund des Corona-Lockdowns bis mindestens 20. Dezember plant der Bund Hilfen von voraussichtlich 17 Milliarden Euro.

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