Kein ungewohntes Bild mehr am Ballermann: Es ist nicht viel los. Menschen liegen am Strand.
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Kein ungewohntes Bild mehr am Ballermann: Es ist nicht viel los.

„Alles in allem eine Tragödie“

Wegen Corona: Tristesse am Ballermann - Ehemalige Fuldaer verraten, wie es ihnen auf Palma de Mallorca geht

  • Volker Feuerstein
    vonVolker Feuerstein
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Mallorca wirkt in diesen Tagen wie eine „Geisterinsel“. Die meisten Hotels sind zu, der Strand ist leer. Mit dem erneuten Notstand in Spanien liegt auch die Lieblingsinsel der Deutschen brach.

Fulda/Palma de Mallorca - Ehemalige Personen aus Fulda, die nach Palma de Mallorca ausgewandert sind, haben gegenüber unserer Zeitung verraten, wie es ihnen gerade auf der Lieblingsinsel der Deutschen ergeht. Bereits im Juni hatte FZ-Redakteurin Daniela Petersen Mallorca besucht und vom Reisen in Corona-Zeiten berichtet. Dabei hat sie unter anderem Einblicke in das Reisen per Flugzeug gegeben.

Leben auf Mallorca in Corona-Zeiten: Für ehemalige Fuldaerin Illie Hertle ist „alles in allem eine Tragödie“

Die Fuldaerin Illie Hertle (links) hilft ihren Kindern auf der Even-Finca „Alaiar“ bei Sencelles.

Die Fuldaerin Illie Hertle, Frau des ehemaligen Grünen-Politikers Fritz Hertle, hilft ihren Kindern auf der Even-Finca „Alaiar“ bei Sencelles:

„Alles in allem eine Tragödie. Positiver Aspekt: Leere Strände und eine Natur, die sich erholt. Traurig ist die Einsamkeit, es besucht einen niemand, keine Freunde und keine Nachbarn insbesondere unserer Generation. Viele Unternehmen kämpfen um ihre Existenz. Auch meine Kinder leben ja mit ihrer Event-Finca vom Tourismus.

Wir hatten in der ganzen Saison nur ein Event. Ein Corona-Lockdown in Deutschland ist auch ein Lockdown auf Mallorca. Dabei hatten und haben wir das schönste Wetter auf der Insel: Sonne, blauer Himmel und angenehme Temperaturen. Nur die Dorfkneipen florieren, und da muss man reservieren, wenn man einen Platz bekommen will.“

Lesen Sie hier: Wegen Corona-Lockdown: So reagieren Fuldaer Unternehmer auf die neuen Maßnahmen

Künstler Adam Pete begann seine Laufbahn in Fulda - Auf Mallorca sieht er nun nur noch Tristesse

Der Künster Adam Pete begann seine Laufbahn in Fulda und hat jetzt auf Mallorca in Palma sein Atelier.

Der Künstler Adam Pete, der seine Laufbahn in Fulda begann, hat jetzt auf Mallorca in Palma sein Atelier:

„Für mich ist die Situation traurig. Ich sehe nur Tristesse. Die Stadt ist leer, Geschäfte machen zu, Restaurants sind geschlossen. Das trifft mich persönlich allerdings weniger, ich arbeite zuhause in meinem Atelier. Aber es ist schon ein komisches Gefühl, bei wunderschönem Sommerwetter alle Leute im Freien mit Maske zu sehen.

Die Tristesse schlägt sich nicht auf meine Kunst nieder. Ganz im Gegenteil, ich versuche, mit positiven Bildern einer Depression auch bei meinen Kunden entgegenzusteuern. Eine positive Erfahrung: Ich war gerade in Fulda und habe die bequemste Reise der letzten Jahre erlebt. Die Menschen waren extrem freundlich. Keine überfüllten Räume. Reisen, auch nach und von Mallorca, ist jetzt ein Vergnügen.“

Lesen Sie hier: So verlief der letzte Samstagabend in Fuldas Nachtleben vor dem Corona-Lockdown ab

Wen Quarantäne in Deutschland nicht stört, dem empfiehlt Stefan Loiperdinger: Herkommen!

Stefan Loperdinger ist Herausgeber des Magazins „Mallorcas schöne Seiten“ und lebt auf Mallorca.

Stefan Loiperdinger, Münchner Herausgeber des Magazins „Mallorcas schöne Seiten“, lebt auf Mallorca:

„Ich fühle mich nicht einsam. In Palma läuft das Leben relativ normal, nur die Touristen sind nicht da. Höre mehr spanisch auf der Straße. Palma ist also keine Geisterstadt. In Paguera und anderen Orten mit Massentourismus sieht das natürlich anders aus. Aber Port Andratx zum Beispiel ist weiter gut besucht. Mein Eindruck: Die Mallorquiner entdecken ihre Insel. Wir sind vorsichtig, sitzen in Lokalen nur draußen, kein Problem bei Sommerwetter.

Im Medizinischen Zentrum in Paguera habe ich erfahren, dass bei 3000 Corona-Tests, die jetzt gemacht wurden, nicht einer positiv war. Wen die Quarantäne in Deutschland nicht stört, dem kann ich nur empfehlen: Herkommen!“

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