coronavirus infection Portrait of a masked bride and groom during a wedding ceremony. Oudoor. Weddings during the period of quarantine and pandemic of coronavirus infection
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In Fulda haben Paare vor allem ihre kirchliche Trauung wegen der Corona-Pandemie verschoben.

Auch weniger Taufen

Weniger Hochzeiten in der Corona-Pandemie: Paare verschieben vor allem kirchliche Trauungen in Fulda

  • Hanna Wiehe
    vonHanna Wiehe
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  • Sarah Malkmus
    Sarah Malkmus
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Es gibt Tage im Leben eines Menschen, die sind besonders – etwa Taufen und Hochzeiten. Doch auch vor ihnen macht die Corona-Pandemie nicht Halt.

Kreis Fulda - Es scheint, als hätten Brautpaare, die sich für eine standesamtliche Hochzeit entschieden hatten, der Corona-Pandemie die Stirn geboten, denn bei den standesamtlichen Trauungen im ersten Pandemiejahr ist kein Rückgang zu verzeichnen. Das berichtet Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda. Gut 400 Ehen seien im Jahr 2020 geschlossen worden, ähnlich viele wie im Vorjahr, in dem die Pandemie noch nicht grassierte. „Und auch im laufenden Jahr zeichnet sich keine wesentliche Änderung der Zahlen ab“, sagt Heller.

Corona in Fulda: Viele Paare verschieben kirchliche Trauungen

Für das aktuelle Jahr seien jedoch bisher zwei Termine auf das kommende Jahr verschoben worden, weitere sieben Paare hätten ihren Trautermin vom Frühjahr auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr verschoben. Lediglich sieben Paare hätten sich dazu entschlossen, ihre standesamtliche Heirat abzusagen. „Die Begründungen sind in den meisten Fällen ähnlich, und oft durch die Folgen der Corona-Pandemie bestimmt“, erklärt Heller. Mal habe die gewünschte Feier-Location abgesagt, mal sei aufgrund der Bestimmung gar keine Feier in der gewünschten Form möglich gewesen, in einzelnen Fällen sei auch die Einreise der Verlobten oder des Verlobten wegen der Corona-Bestimmungen nicht möglich gewesen.

Ähnlich gestaltet sich die Situation im Standesamt Hessisches Kegelspiel Hünfeld. „Die Anzahl der Eheschließungen im Jahr 2020 war vergleichbar mit dem Jahr 2019“, berichtet Viktoria Weber vom Magistrat der Stadt Hünfeld. Auffällig hier: Die Pandemie lockte wohl einige Kurzentschlossene. „Nach den Lockerungen im Sommer und Herbst vergangenen Jahres ist es zu einigen Trauungen gekommen, die sehr kurzfristig angemeldet und durchgeführt worden sind“, sagt Weber. Termin-Verschiebungen und Absagen von Seiten der Brautpaare habe es aber dennoch gegeben – vorrangig, weil die geplante Feier nicht im gewünschten Rahmen hätte stattfinden können beziehungsweise die Gastronomie nicht öffnen durfte. (Lesen Sie hier: Trauungen nur im Standesamt: So laufen Hochzeiten in der Corona-Pandemie ab - Viele Branchen hart getroffen)

Für das laufende Jahr gestaltet sich die Situation für die Paare jedoch deutlich schwieriger, erklärt die Pressesprecherin. Der Grund: Es sei nicht absehbar, wann der Lockdown ende und welche Regelungen für welchen Zeitraum gelten würden. Trotz aller Einschränkungen hätten im Standesamt Hünfeld in diesem Jahr Trauungen in der für diese Zeit „üblichen“ Anzahl stattgefunden, macht Weber deutlich.

Viktoria Weber: Die Anzahl der Eheschließungen im Jahr 2020 war vergleichbar mit dem Jahr 2019

Ihre kirchliche Trauung dagegen haben viele Paare in den vergangenen Monaten verschoben, erklärt das Bistum Fulda, nennt aber keine konkreten Zahlen. „Der Grund, den unsere Pfarrer in diesem Zusammenhang immer wieder hören, ist vor allem der Wunsch nach einer großen Feier dieser besonderen Ereignisse im Leben mit Freunden und Familie“, teilt das Bistum mit. Da dies wegen der Corona-Schutzmaßnahmen gerade nicht im gewohnten Rahmen möglich ist, entschieden sich viele Paare für eine Verschiebung der kirchlichen Hochzeit. Auch die evangelische Kirche verzeichnet einen starken Rückgang bei der Zahl der Trauungen: Diese sei in den Gemeinden des Kirchenkreises Fulda 2020 gegenüber dem Vorjahr um 74 Prozent zurückgegangen, teilt Claudia Pfannemüller, Pressesprecherin des evangelischen Kirchenkreises, mit.

Denn wie auch bei der katholischen Kirche gelten pandemiebedingt bestimmte Regeln: Abstand, Hygiene, Masken, Beschränkungen bei der Zahl der Gottesdienstteilnehmer und Registrierung. Pfarrer spenden dem Brautpaar den Segen, allerdings nicht mit Handauflegen. Auch in Sachen Gesang gelten strenge Regeln: Bei Hochzeiten entscheiden sich viele Paare dafür, eine Sängerin oder einen Sänger zu engagieren. „Sologesang ist unter Einhaltung besonderer Abstandsregeln erlaubt, Gemeindegesang hingegen nicht“, erläutert die Pressesprecherin. Viele Paare würden sich für eine Verschiebung ihrer Hochzeit entscheiden, weil die anschließende Familienfeier nicht wie gewünscht gefeiert werden kann.

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Auch Taufen sind von der Pandemie-Situation betroffen. Pfannemüller berichtet, dass deren Anzahl im vergangenen Jahr um etwa 44 Prozent zurückgegangen sei. „Wenn Taufen stattfinden, dann häufig nur im kleinsten Familienkreis“, erläutert sie. Vor der Pandemie hätten Taufen üblicherweise im sonntäglichen Gemeindegottesdienst stattgefunden. Coronabedingt hätten viele Familien jedoch die Taufgottesdienste verschoben, weil die anschließende Feier im Familienkreis nicht möglich gewesen wäre. Durch die Pandemie habe sich in vielen evangelischen Gemeinden die Durchführung von eigenen Taufgottesdiensten etabliert, an denen ausschließlich die Familie des Täuflings teilnehme. Pfarrerin Anke Mölleken berichtet außerdem, sie habe Taufen an der Fuldaquelle und im Garten von Tauffamilien durchgeführt. „Ich bringe dann das Taufbecken und das Kreuz aus der Kirche mit,“ sagt sie. Doch sie bedauert diese Entwicklung: „Ich zeige das getaufte Kind gerne der Gemeinde, um deutlich zu machen, dass ein neues Mitglied in die Gemeinde aufgenommen wird.“

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