Ein Bild aus besseren Zeiten, als man noch in großen Gruppen und ohne Abstand wandern konnte.
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Ein Bild aus besseren Zeiten, als man noch in großen Gruppen und ohne Abstand wandern konnte.

Wenige Wanderungen

Nur ein abgespecktes Programm: Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf den Rhönklub

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Die Pandemie hat auch Auswirkungen auf den Rhönklub. Schon im vergangenen Jahr konnten nur wenige Wanderungen durchgeführt werden und auch dieses Jahr sind schon zwei geplante Veranstaltungen ausgefallen. 

Rhön - „Der Rhönklub mit seinen rund 22.000 Mitgliedern ist natürlich auch von Corona betroffen“, berichtet Präsident Jürgen Reinhardt. „Lediglich zehn Wanderer durften zusammen mit Mindestabstand unterwegs sein. Wenn die Gruppen größer waren, dann mussten sie geteilt werden“, geht er auf die Einschränkungen im Laufe des vergangenen Jahres ein. Das hatte Folgen.

Grundsätzlich hätten Wanderungen stattgefunden. Aber eher wenige. Die Zweigvereine hätten sie organisiert und für ein Hygienekonzept sorgen müssen. Reinhardt weiß von einigen Feierabend-Wanderungen des Zweigvereins Fulda, die gut angenommen worden seien. „Wir geben keine Empfehlung, jeder Zweigverein muss für sich entscheiden, welche Veranstaltungen und Touren er anbietet“, sagt er. Ein Problem sei sicher gewesen, dass bei den vielen Einschränkungen kaum noch jemand gewusst habe, was erlaubt war oder nicht.

Corona-Pandemie: Auswirkungen auf den Rhönklub - Nur ein abgespecktes Programm

Die Heidelsteinfeier im September, eine der wichtigsten Veranstaltungen im Jahreskreis, wurde abgesagt. Denn der Rhönklub habe die Hygienevorschriften an diesem Ort nicht gewährleisten können. Reinhardt und sein Stellvertreter Bernd Günder legten einen Kranz am Heidelstein-Denkmal nieder. Immerhin seien aus den verschiedenen Zweigvereinen rund 40 Mitglieder gekommen, um mit Abstand der verstorbenen Mitglieder zu gedenken, erzählt der Vorsitzende. (Lesen Sie hier: Ist eine Rhöner Sage sexistisch? - Hinweisschild des Rhönklubs nahe der Milseburg beschmiert).

Einer der größten Zweigvereine ist der Gersfelder mit mehr als 600 Mitgliedern. Vorsitzende Margit Trittin berichtet, dass im Jahr 2020 ein abgespecktes Programm durchgeführt wurde. Statt der knapp 40 Wanderungen wurden fünf angeboten. Dabei ist mit Abstand und in kleinen Gruppen gewandert worden. Viele der Mitglieder seien in der Risikogruppe und hätten deshalb nicht teilgenommen, sagt sie. Dazu kämen die vielen Vorgaben wie der Mindestabstand. Gerade das persönliche Gespräch, der Austausch mache das Wandern ja so interessant, sagt sie. „Der Singkreis des Rhönklubs hat sich nicht einmal getroffen, einmal kam die Mundartgruppe zusammen, um sich auszutauschen“, erzählt sie. Aber es seien nur wenige Mitglieder anwesend gewesen. Auch die Familienveranstaltungen seien ausgefallen. Dafür hätten viele Menschen Rhönklub-Mitglieder gefragt, welche Touren sie wandern können.

Margit Trittin: Viele der Mitglieder sind in der Risikogruppe und haben deshalb nicht teilgenommen

In diesem Jahr haben noch keine Veranstaltungen stattgefunden, sagt sie. Ein Wanderplan wurde zwar aufgestellt. „Wir müssen schauen, wie sich die Pandemie entwickelt und werden dann entscheiden“, berichtet sie. „Als Vorsitzende hat man die Verantwortung. In regelmäßigen Abständen telefonieren wir im Vorstand und beratschlagen.“

Um die Mitglieder, vor allem die Jüngeren, bei Laune zu halten, habe es kleinere Aktionen gegeben. Trittin berichtet, dass die Kinder einen Fünf-Euro-Gutschein für die Eisdiele bekommen haben. Über das Biosphärenreservat seien Hefte, die über die Natur informieren, besorgt und an Jugendliche verteilt worden und am Hutzelsonntag, an dem normalerweise zu einem Hutzelfeuer gewandert wird, wurden viele Kräppel verschenkt.

Video: Welche Ausrüstung brauche ich? Wander-Tipps vom Experten

Bange blickt Vorsitzende Trittin in die Zukunft. Sie fürchtet, dass nach der Pandemie wieder viele Strukturen aufgebaut werden müsse. Sie hofft, dass die Mitglieder bei der Stange bleiben und wieder die zahlreichen Wanderungen und Veranstaltungen annehmen und besuchen. Bislang gab es lediglich vier Austritte, aber nicht wegen Corona. Jürgen Reinhardt hat vom Gesamt-Rhönklub noch keine Zahlen vorliegen. Im Zweigverein Fulda mit seinen knapp 600 Mitgliedern verzeichnet man bislang drei Austritte. Auch er hofft, dass nach der Pandemie möglichst viele Wanderfreunde wieder die Wanderschuhe schnüren.

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