Das Logo der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart leuchtet über einem Büro, in dem das Licht an ist
+
Die Agentur für Arbeit hat derzeit viel zu tun. Infolge der Corona-Krise gibt es mehr Arbeitslose.

22,5 Prozent mehr Arbeitslose im Kreis Fulda

Corona lässt Kurzarbeit „explosionsartig“ in die Höhe schnellen

  • Ann-Katrin Hahner
    vonAnn-Katrin Hahner
    schließen

Im Landkreis Fulda ist die Arbeitslosigkeit aufgrund der Corona-Pandemie stark angestiegen. Laut der Agentur für Arbeit Bad-Hersfeld-Fulda waren im April in der Region Fulda 4.138 Personen arbeitslos – insgesamt 22,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,3 Prozent und ist damit so hoch, wie zuletzt im April vor fünf Jahren. Besonders Frauen und jüngere Menschen sind betroffen.

  • Corona-Pandemie lässt Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellen
  • Schließungen in der Gastronomie als großer Faktor
  • Rekord-Inanspruchnahme von Kurzarbeit

Im Vergleich zum Vorjahresmont haben sich die Zahlen noch einmal verschlechtert. Im März betrug die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Fulda noch 3.530. Innerhalb eines Monats ist die Anzahl damit um 17,2 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote bewegte sich im März noch bei 2,8 Prozent.

Mit einem Plus von 22 Prozent sind Frauen stärker von der negativen Konjunkturentwicklung betroffen als Männer. Zum Ende des Monats sind 1.833 Frauen im Landkreis Fulda arbeitslos. Bei Männern wuchs die Arbeitslosigkeit um 13,6 Prozent auf 2.305.

Schließungen in der Gastronomie für Anstieg mitverantwortlich

Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, führt die unterschiedliche Entwicklung vor allem auf die Schließungen im Einzelhandel sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe zurück. In diesen Bereichen überwiegend Frauen beschäftigt.

Jüngeren Menschen macht die Arbeitsmarktsituation laut der Agentur für Arbeit besonders zu schaffen. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren hat sich innerhalb eines Monats um mehr als ein Viertel auf 511 erhöht, binnen Jahresfrist sogar um ein Drittel. Dies ließe sich laut der Agentur der Arbeit darauf zurückführen, dass viele Auszubildende ihre Ausbildung im Frühjahr beendet hätten und nun nicht von den Betrieben übernommen worden seien.

Kurzarbeit erreicht nie dagewesenes Hoch

Im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie sind die Anzeigen von Kurzarbeit seit Mitte März „explosionsartig“ gestiegen, wie die Arbeitsagentur berichtet. Im Landkreis Fulda sind bis zum 26. April insgesamt 2.017 Anzeigen eingegangen, die sich auf 31.287 Beschäftigte beziehen.

Damit könnte fast jeder dritte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Fulda von Kurzarbeit betroffen sein. Das ist laut Agenturchef Dombrowski ein in dieser Höhe noch nie dagewesenes Niveau, das den harten Einschnitt für die heimische Wirtschaft verdeutlicht.

Stellenangebote haben sich stark reduziert

Infolge des Lockdowns gingen auch die Stellenmeldungen bei der Arbeitsagentur stark zurück. Mit 241 lag die Zahl der gemeldeten Stellen im April um mehr als 67 Prozent unter der des Vorjahres. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen reduzierte sich im gleichen Zeitraum um 22 Prozent auf 2.110.

Gute Chancen auf eine Einstellung haben derzeit Personen mit Kenntnissen in der Buchhaltung, Bürokaufleute und Helfer in den Bereichen Lager und Logistik sowie im Reinigungsgewerbe. Auch im Metallbau und in der Zimmerei werden qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema