Die Petersberger Jan Schultheis (rundes Bild) unterstützt Straßenkünstler aus Tansania mit dem sozialen Projekt „Asane Sanaa“.
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Straßenkünstler aus Tansania werden dem sozialen Projekt „Asane Sanaa“ unterstützt.

Hilfe in der Corona-Krise

Petersberger unterstützt Straßenkünstler in Tansania - Wanderausstellung der besonderen Art

  • Michel Ickler
    vonMichel Ickler
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Corona trifft viele Menschen in Entwicklungsländern nicht zuletzt wegen fehlenden Sozialsystemen deutlich härter. Der Petersberger Jan Schultheis unterstützt daher mit dem Projekt „Asane Sanaa“, zu deutsch „der Kunst sei Dank“, tansanische Straßenkünstler.

Petersberg/Tansania - „Ich kann mir nicht mehr die Schulgebühren für meine Kinder leisten, weil es wegen des Virus kein laufendes Geschäft mehr gibt“, verdeutlicht Mselem Suna, Straßenkünstler in Tansania. In jenem Land ist der Tourismus für 17,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich und somit eine wesentliche Existenzgrundlage für viele Menschen. „Wir wollten helfen und haben bei den Künstlern das größte Potenzial gesehen“, erklärt Schultheis.

2017 hat der 22-Jährige ein Freiwilligendienst in Mwika, einem Ort in Tansania, angetreten und anschließend mit zwei Freunden ein Modelabel gegründet, das Menschen vor Ort hilft. Zu Beginn der Krise produzierte das Team zudem 5000 Mund- und Nasenschutze, die die Initiatoren im Land verteilten. Jetzt das nächste Projekt.

Petersberger unterstützt Straßenkünstler in Tansania

Die Idee: Eine Wanderausstellung der besonderen Art. „Wir importieren die Gemälde und die Kunst wird auf Jutebeutel, T-Shirts und Pullover gedruckt. Somit wird sie in die Welt getragen“, erklärt Schultheis, der internationale Wirtschaft und Entwicklung studiert. Durch das Bedrucken von Textilien kann mit einem Kunstwerk ein Vielfaches des eigentlichen Bildes eingenommen werden. Mehr Geld, das den Künstlern zugutekommt. Die importierten Werke werden wie auch Postkarten und Passepartouts verkauft.

Da es sich bei dem Projekt um eine sogenannte Crowdfunding-Kampagne handelt, muss erst der Betrag von 15.000 Euro eingenommen werden, ehe das Projekt realisiert wird. „Crowdfunding ist eine beliebte Form der Finanzierung bei jungen Unternehmern. Da mit einem solchen Projekt aber auch gewisse Fixkosten verbunden sind, macht die Realisierung erst ab einer bestimmten Summe Sinn“, erklärt Schultheis. Daher der Minimalbetrag von 15.000 Euro.

Kunst soll auf Kleidung gedruckt werden

Wird der Betrag nicht erreicht, wird allen Teilnehmer ihr Geld für das ausgewählte Produkt zurückerstattet. „Wir sind aber absolut optimistisch, dass der Betrag erwirtschaftet wird. Die Summe ist ambitioniert, aber wer nichts wagt der nichts gewinnt.“ Zweidrittel des Zielbeitrags ist bereits eingenommen. Sind die 15.000 Euro erreicht, werden anschließend die Textilien in Tansania und Kenia gefertigt und versendet. „Da alles in Afrika hergestellt wird, kann es Februar, März werden, bis die Ware den Käufer erreicht“, verdeutlicht der Petersberger.

Die Künstler hingegen erhalten direkt nach Abschluss der Kampagne ihren Anteil über ein Handy-Bezahlsystem. Das Projekt ist am vergangenen Samstag angelaufen und läuft noch bis zum 10. Januar. Eigentlich veräußern Straßenkünstler ihre Werke auf kleinen Märkten an Touristen. „Da diese ausbleiben sind viele von ihnen derzeit arbeitslos oder müssen sich mit Aushilfsjobs behelfsmäßig über Wasser halten.“ Staatliche Absicherungen gibt es in Tansania für große Bevölkerungsteile nicht.

Um die Existenz der Straßenkünstler und die Existenz der kulturellen Vielfalt ostafrikanischer Kunst zu sichern, möchten die zwölf Studierenden, zu denen der Petersberger gehört sowie Helfer vor Ort in Tansania mit „Asante Sanaa“ ein Zeichen setzen. Oder wie es der Straßenkünstlerin Editha Gyindo ausdrücken würde: „Das T-Shirt, das die Menschen tragen werden, wird die Botschaft der Liebe, Positivität und Einheit unter den Menschen im Kampf gegen Corona verbreiten.“

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