Wanderer, die die ausgewiesenen Wege verlassen, stellen eine Gefahr für sich selbst, die Tiere und Pflanzen dar. (Symbolfoto)
+
Wanderer, die die ausgewiesenen Wege verlassen, stellen eine Gefahr für sich selbst, die Tiere und Pflanzen dar. (Symbolfoto)

Angst vor Osterferien

Gefahr für Tiere und Natur: Immer mehr Wanderer in der Rhön missachten Regeln im Schutzgebiet

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
    schließen

Immer mehr Menschen missachten die Beschilderungen in den Biosphärenreservats-Sperrgebieten und gefährden damit sich, die Natur und die Wildtiere. In den Osterferien könnte sich dieser Trend verstärken, erst recht, wenn die Sonne scheinen sollte und Besuchermassen in die Rhön kommen. 

Rhön - Die Corona-Pandemie zwingt viele Menschen, in der näheren Umgebung ihre Freizeit zu verbringen. Für die Menschen in und um Fulda ist das etwa die Rhön. Bereits an den schönen und schneereichen Wintertagen zog es viele Menschen auf die Wasserkuppe oder die Milseburg. Zeitweise waren deshalb die Parkplätze an Touristenschwerpunkten gesperrt.

Der zunehmende Tourismus und die vielen Tagesausflügler haben Folgen. Im vergangenen Jahr und auch in diesem Winter beobachteten die Verantwortlichen des Biosphärenreservates vermehrt Menschen, die Beschilderungen missachteten und in Schutzgebieten unterwegs waren.

„Entdeckertourismus“ in Corona-Zeiten: Wanderer halten sich nicht an Verbotsschilder

„Wir stellen nicht nur mehr Besucher, sondern eine Veränderung der Besuchergruppen fest“, erklärt der Leiter der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Torsten Raab. Viele Menschen, die es in die Natur zieht, seien leider nicht so naturbewusst, hat er festgestellt. Er nennt dies „Entdeckertourismus“.

Radfahrer und Fußgänger, die querfeldein unterwegs sind, Wohnmobilisten, die ihre Gefährte sogar direkt am Sternenbeobachtungsplatz parken. Schon an den schönen und schneereichen Wintertagen hielten sich viele Wanderer nicht an die Verbotsschilder, zerstörten Loipen der Skilangläufer und wanderten auf gesperrten Wegen. Dadurch gefährdeten sie nicht nur sich selbst, weil Bäume wegen der Schneelast drohten, umzufallen.

Problem im Biosphärenreservat: Wanderer, die Wege verlassen, bedrohen Tiere und Pflanzen

Sie können durch diese Missachtung auch Tiere, die sich zurückgezogen haben und Ruhe benötigen, in den Tod treiben. Raab macht klar, dass dieses Verhalten nur eine Minderheit betreffe. „Die meisten halten sich an die vorgeschriebenen Wege und Beschilderungen. Doch die Wenigen werden immer häufiger zum Problem.“

Denn es gebe immer mehr Menschen, die das Besondere suchen. Das können die Felsen der Milseburg, besonders steile Abfahrten für Mountainbiker oder Wanderer sein, die querfeldein durchs Schutzgebiet laufen. Dieser Trend werde durch die sozialen Medien verstärkt, wenn dort sogenannte „Tipps“ weitergegeben werden oder sie sich durch das Navigationssystem leiten lassen.

Video: Welche Ausrüstung brauche ich? Wander-Tipps vom Experten

Das vermehrte Touristenaufkommen könnte in den Osterferien wieder zum Problem werden – gerade wenn das Wetter noch mitspielt. Denn aufgrund der Corona-Pandemie steuern viele interessante Ziele in der näheren Umgebung an, anstatt Urlaub im Ausland zu machen. Eines dieser Ziele wird bestimmt die Rhön mit dem Biosphärenreservat sein, ist sich Raab sicher.

Er appelliert an die Einsicht und Vernunft der Besucher, sich an die vorgeschriebenen Wege und die Beschilderungen zu halten. „Wir haben hier viele schöne Wanderrouten, wie etwa die Extratouren oder die mit blauen Schildern ausgezeichneten Wanderwege.“ Wer sich eine Wanderkarte besorgt, könne auf diesen Routen unterwegs sein, tolle Landschaften sehen und die Flora und Fauna schützen.

„Entdeckertourismus“ als Gefahr für Tiere: Gestörter Schwarzstorch verlässt seine Brut

Denn diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten, können massiven Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt haben. Wenn zum Beispiel ein Schwarzstorch beim Brüten gestört wird, dann lässt er die Brut im Stich. Aber auch seltene Pflanzen könnten durch die Querfeldein-Geher gerade in der Zeit der Blüte einfach niedergetreten werden.

„Wir bereiten uns vor“, sagt Raab. Das könne eine Besucherlenkung sein, vermehrte Schilder, damit die Menschen nicht in die Schutzgebiete gehen, aber natürlich werden auch die Ranger kontrollieren.

Das könnte Sie auch interessieren